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Amerikanische Lenkwaffenfregatte Reuben James (1/700, Revell) von Lars Scharff Drucken
Donnerstag, 21. März 2013 um 07:00

 

20.03.2003 - 10 Jahre Irak-Krieg (Dritter Golf-Krieg)

 

USS Reuben James mit Honolulu

Im Dritten Golfkrieg (Irak-Krieg) vor zehn Jahren (Jahrestage auf Modellmarine) unterstützten mehrere Trägerkampfgruppen, darunter die CSG-9 um den Flugzeugträger Abraham Lincoln, die amerikanische Invasion. Zu dem Geleit der CSG-9 gehörte damals die Fregatte Reuben James - bekannter aus Im Sturm und Jagd auf Roter Oktober von Tom Clancy.

Das Original

Reuben James gehört zur Oliver Hazard Perry-Klasse. Diese Klasse von 51 Lenkwaffenfregatten wurde entworfen, als klar wurde, dass die Spruance-Klasse wegen der zu hohen Stückkosten nicht die Lücke schließen konnte, die durch die Überalterung der alten Zerstörer der Allen M. Sumner- und Gearing-Klasse aus dem Zweiten Weltkrieg entstanden war. Um möglichst viele Geleitschiffe zu erhalten, wurden die neuen Fregatten möglichst billig gebaut. Zwar erhielten die Schiffe eine Bewaffnung gegen Schiffe, Flugzeuge und U-Boote, aber für die Anti-Schiffs- und Flugabwehrraketen war nur ein gemeinsamer, einarmiger Starter vorhanden. Dessen Magazin fiel aber relativ groß aus und für die Flugabwehrraketen waren auch zwei Feuerleitsysteme vorhanden. Für die U-Jagd führen die Fregatten zwei Hubschrauber mit. Auch bei der Antriebsanlage wurde gespart: es ist lediglich eine Schraube vorhanden und die Fregatten sind auch nicht dafür ausgelegt, über 30 kn zu laufen und damit Trägerkampfgruppen zu geleiten.

Ursprünglich waren die Oliver Hazard Perry-Klasse für SH-2 Seasprite-Hubschrauber entworfen worden. Allerdings wurde nach den ersten Schiffen der Rumpf achtern verlängert, um die Poller hinter und unter das Landedeck verlegen zu können, so dass SH-60 Seahawk von achtern aus landen können. Aufgrund des Mangels an Geleitschiffen werden diese Fregatten auch als Teil von Trägerkampfgruppen eingesetzt (wobei sie deren Geschwindigkeit herabsetzen). Die Klasse erwies sich als letzter Exportschlager eines amerikanischen Entwurfs: sechs Schiffe wurden für die australische Marine (Adelaide-Klasse), sechs für die spanische Marine (Santa Maria-Klasse) und acht für die Marine der Republik China (Taiwan) (Cheng Kung-Klasse) gebaut. Nach Ende des Kalten Kriegs wurden viele der amerikanischen Fregatten außer Dienst gestellt und einige der Schiffe verkauft: vier an Ägypten, eine an Bahrain, eine an Pakistan, zwei an Polen und acht an die Türkei. Um für diese Schiffe ausreichend SM-1-Raketen zu Verfügung zu stellen (und für andere Schiffe von verbündeten Marinen, die mit SM-1 ausgerüstet sind), wurde der SM-1/Harpoon-Starter auf den amerikanischen Schiffen entfernt. Dadurch sind diese aktuell nicht mehr mit Lenkwaffen (abgesehen von Raketen für den Bordhubschrauber) ausgestattet. Teilweise erhielten sie eine Plattform mit einer 2,5 cm-Bushmaster auf der Position des Starters. Die amerikanischen Schiffe werden nach und nach außer Dienst gestellt und durch die Freedom- und Independence-Klasse ersetzt - also nicht durch klassische Fregatten, sondern Littoral Combat Ships (ausgelegt für küstennahe Operationen), die voraussichtlich auch nicht 1/1 als Ersatz verfügbar sein werden.

USS Reuben James

Reuben James ist 138,1 m lang, 13,8 m breit und verdrängt 4150 t. Der Antrieb erfolgt über zwei Gasturbinen mit insgesamt 41.000 PS, womit 29 kn erreicht werden. Die Besatzung umfasst 219 Personen.

Bewaffnung 2002/03
1 x 7,62 cm L/62 Mk 75 OTO Melara
2 x 2,5 cm Mk 88 Bushmaster-Geschütze (zwei Einzellafetten)
1 x 2 cm L/76 Mk 15 Phalanx-Nahbereichsabwehrgeschütze (je sechsrohig)
4 x 1,27 cm MG
1 Mk 13 Starter (für 4 Harpoon-Anti-Schiffsraketen und 36 SM-1MR Flugabwehrraketen)
6 x 32,4 cm-Torpedorohre (zwei Mk 32 Drillingsrohre)
2 Sikorsky SH-60B Seahawk-Bordhubschrauber

USS Reuben James mit Fletcher

Reuben James (FFG-57) wurde von 1983-86 bei Todd Shipyard in San Pedro gebaut und danach in den Dienst der Pazifik-Flotte mit Heimathafen Long Beach gestellt. 1987-88 war sie an 22 Konvoi-Missionen im Rahmen der Operation Earnest Will beteiligt, d.h. sie geleitete überwiegend Tanker im Ersten Golfkrieg (Iran-Irak-Krieg). Seit 1991 ist ihr Heimathafen Pearl Harbor. 2002/03 war sie Teil der CSG-9 um den Träger Abraham Lincoln und mit dieser Einheit am Afghanistan-Krieg (Operation Enduring Freedom) und dem Dritten Golfkrieg (Irak-Krieg, Operation Iraqi Freedom) beteiligt. 2006 wurde erneut in den Persischen Golf als Teil einer amphibischen Kampfgruppe um den Landungsträger Peleliu geschickt, um den Krieg im Irak zu unterstützen. Reuben James soll im August 2013 außer Dienst gestellt werden (sie wurde im August 2013 außer Dienst gestellt, am 18. Januar 2016 wurde sie durch eine SM-6-Rakete der USS John Paul Jones als Zielschiff versenkt).

USS Reuben James mit Fletcher

Das Modell

Das Modell soll Teil des IG-Waterline-Gemeinschaftsprojektes Trägerkampfgruppe 1942 und 2002 werden, d.h. es stellt den Bauzustand von 2002/03 dar. Der aktuell einzige Bausatz der Oliver Hazard Perry-Klasse im Maßstab 1/700 ist der alte von PitRoad, der zeitweise auch von Revell und heute noch von Dragon angeboten wird. Mein Modell beruht auf dem Revell-Bausatz. 

Ich musste einige Sinkstellen verspachteln. Die Anleitung muss mit Vorsicht behandeln werden, z.B. soll laut Anleitung ein Anker unter die Ankerklüse angeklebt werden, der beim Original in die Ankerklüse eingezogen und deshalb nicht sichtbar ist. Statt eines im Bausatz vorhandenen SPG-60 sollte ein SPG-51/62 hinter dem Großmast aufgestellt werden.

Die Abgasrohre des Schornsteins habe ich durch dickere, oben aufgebohrte Plastikteile ersetzt. Auch der Abzug des Diesel-Generators wurde durch ein Auspuffrohr modifiziert. Die Brückenflügel sowie die Plattform für das Beiboot erhielten Abstützungen aus Draht.

USS Reuben James mit Fletcher

Die Basis des Mk 13-Starters auf dem Vordeck gibt das Original nicht richtig wieder. Die oberste runde Erhebung muss entfernt werden und der nach vorne überstehende Rest im Umfang reduziert werden. Hinten an die Schiene des Starters kam noch eine Abschlussplatte. Das 7,62 cm-Geschütz erhielt ein Messingrohr von Orange Hobby – was allerdings anscheinend nicht für den Turm ausgelegt ist, so dass noch ein kurzes, dickeres Füllstück an der Basis des Rohrs ergänzt werden musste. Das Phalanx-Geschütz ist auch von Orange Hobby, genauso das RHIB-Beiboot. Die Torpedorohre sind aus Plastikrundstäben neu gemacht. Die Mk 36 SBROC-Täuschkörperwerfer stehen beim Original auf einer etwas über den Aufbau herausragenden Plattform, die ergänzt werden musste. Die Rettungsinseln, die auf den Decks angespritzt sind, habe ich entfernt und durch Teile von FlyHawk ersetzt. Der Seahawk-Hubschrauber ist von Trumpeter und wurde mit geätzten Rotoren von BJ-Modellbau ausgerüstet.

USS Reuben James mit Honolulu

Der Hauptmast und der Mast für den SPS-49-Radar sowie die Plattformen für den Mk 92- und SPG-60-Feuerleitradar stammen aus dem GMM-Satz für moderne japanische und US-amerikanische Schiffe. Aus diesem Satz stammen auch der SPS-49-Radar sowie die Gitter am Hubschrauberlandedeck. Der oberste Teil des Hauptmasts ist aus Draht und wurde mit einer TACAN-Antenne ausgestattet. Der SPS-55-Radar auf diesem Mast ist aus Plastikstücken selbst gebaut. Die SLQ-32-ECM-Geräte erhielten eine etwas höhere Basis. Auf den Brückenflügel wurden noch die Sidekick-Störsender (auf der Position, auf der laut Anleitung Scheinwerfer stehen) aufgestellt. Auf dem Aufbau wurden noch zwei Satellitenantennen ergänzt, die einem Satz von JAG entnommen sind. Achtern auf dem Hangar wurde noch der künstliche Horizont ergänzt.

USS Reuben James mit Honolulu

Die Reuben James wurde mit Vallejo 154 Signalgrau auf den vertikale Flächen und 159 Staubgrau auf den Decks gestrichen. Die Markierungen auf den Decks sind aus dem Revell-Bausatz (sind aber eigentlich viel zu dick), während die Kennnummern aus dem USN Hull Numbers - Lo Viz (Grey)-Satz von Hawk Graphics sind. Die Markierungen der Seahawk sind aus dem Kinkaid-Bausatz von Fujimi.

USS Reuben James mit Fletcher

Quellen

Lars