Modellsuche

Suchen

GTranslate

English French Italian Japanese Russian Spanish Swedish

Amerikanischer Schwerer Kreuzer Northampton (1/700, Corsair Armada) von Lars Scharff Drucken
Freitag, 30. November 2012 um 07:00

 

30.11.1942 - 70 Jahre Schlacht bei Tassafaronga

 

Northampton

Vor 70 Jahren überraschten bei Tassafaronga ein amerikanischer Verband aus vier Schweren Kreuzern, einem Leichten Kreuzer und sechs Zerstörern einen japanischen Nachschubkonvoi (Tokyo Express) nach Guadalcanal (siehe Jahrestage). Dieser bestand aus acht Zerstörern, von denen sechs Nachschubgüter geladen hatten. Trotz dem Überraschungsvorteil auf amerikanischer Seite und der klaren Überlegenheit, gelang des den japanischen Zerstörern den Schweren Kreuzer Northampton zu versenken und die anderen drei Schweren Kreuzer schwer zu beschädigen.

Das Original

Northampton war das Typschiff der zweiten Klasse von Schweren Kreuzern der US-amerikanischen Marine, die nach den Regeln des Washingtoner Flottenvertrags gebaut wurden. Noch vor dem Stapellauf der vorangegangen Pensacola-Klasse war klar, dass diese in vielen Aspekten suboptimal entworfen worden war. Bei der Northampton-Klasse verzichtete man auf ein 20,3 cm-Geschütz und ordnete die verbliebenen neun in drei Drillingstürmen an. Die dadurch erreichten Gewichtseinsparungen wurden genutzt, um den Rumpf zu vergrößern und eine erhöhte Back hinzuzufügen, womit die Seetüchtigkeit verbessert wurde. Die Maschine wurde in zwei unabhängigen Einheiten aufgestellt, wodurch das Schiff durch bessere Unterteilung des Schiffsrumpfs und eine reduzierte Wahrscheinlichkeit des Verlusts der gesamten Maschinenleistung widerstandsfähiger gegen Torpedotreffer werden sollte. Mittschiffs wurde die Flugzeuganlage wesentlich durch zwei Hangars verbessert. Allerdings war zum Zeitpunkt des Entwurfs der Northampton-Klasse noch nicht klar, dass die Pensacola-Klasse die nach dem Washingtoner Flottenvertrag erlaubte Standardverdrängung deutlich unterschreiten würde. Auch die Northampton-Klasse viel folglich leichter als erlaubt aus – statt die Möglichkeiten für eine verbesserte Panzerung zu nutzen (wobei es eine interessante Frage ist, ob die Panzerung der Kreuzer überhaupt sinnvoll war).

Drei der Schiffe der Klasse - Chicago, Houston, Augusta - erhielten eine verlängerte Back, um den notwendigen Raum für den Einsatz als Flottenflaggschiffe zu gewinnen und waren so leicht von den ersten drei Schiffen der Klasse - Northampton, Chester, Louisville – unterscheidbar, die nur als Geschwaderflaggschiffe ausgerüstet waren. Die Northampton-Klasse war anfangs mit zwei 53,3 cm-Drillingstorpedorohren ausgerüstet, die aber in den 1930ern entfernt wurden. Die Zahl der 12,7 cm-Flak wurde parallel verdoppelt, später auch die leichte Flak verstärkt. Bei der Klasse wurde zusätzlich die Feuerleitung verbessert, wofür bei einem der Teil der Schiffe, u.a. Northampton, bereits vor Kriegsbeginn der Großmast stark modifiziert wurde. Bei den restlichen Schiffen wurde diese während des Kriegs nachgeholt. Bei den überlebenden drei Schiffen wurde die leichte Flak stark verstärkt und, um deren Feuerbereich zu vergrößern, der alte Großmast entfernt und durch einen leichten Dreibeinmast vor dem achteren Schornstein ersetzt.

Northampton

Northampton war 182,96 m lang, 20,14 m breit und verdrängte 11 420 ts. Ihre vier Turbinensätze und acht Kesseln leisteten 107 000 PS, womit 32,5 kn erreicht wurden.

Bewaffnung 1942:
9 x 20,3 cm L/55 Mk 9/14 (drei Drillingstürme)
8 x 12,7 cm L/25 Mk 10 (Einzellafetten)
16 x 2,8 cm L/75 Mk 1 (vier Vierlingslafetten)
14 x 2 cm L/70 Oerlikon (Einzellafetten)
4 Curtis SOC Seagull Bordflugzeuge

Northampton und Vincennes

Northampton wurde 1928-30 auf der Fore River-Werft von Bethlehem Steel in Quincy gebaut. Nach einer kurzen Zeit im Atlantik war sie ab 1932 im Pazifik stationiert. Während des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor war Northampton Teil des Geschwaders Halseys um den Flugzeugträger Enterprise – was bereits vor Kriegsbeginn gefechtsklar war, aber im falschen Gebiet patrouillierte und so die japanische Flotte verpasste. Während der Suche nach der japanischen Flotte kollidierte sie am 11. Dezember 1941 mit dem Zerstörer Craven, der dabei beschädigt wurde. Am 1. und 24. Februar 1942 war sie an Angriffen auf die japanischen Stützpunkte auf Wotje bzw. Wake beteiligt, am 4. März nahm sie an einem Angriff auf die Marcusinsel (Minami-Torishima) teil. Im April war sie Teil des Geleitschutzes für den Doolittle Raid am 18. April 1942 gegen Tokyo. Die Schlacht in der Korallensee verpasste sie gemeinsam mit den sie geleiteten Träger Enterprise knapp. Auch in der Schlacht von Midway am 4. und 5. Juni gehörte Northampton zum Geleit der Enterprise. Danach geleitete Northampton die Träger im Rahmen der Guadalcanal-Operationen und gehörte beim Angriff auf Bougainville am 5. Oktober zum Geleit der Hornet. Diesen Träger geleitete sie auch am 26. Oktober, als die Hornet in der Schlacht bei den Santa Cruz-Inseln versenkt wurde. Die Northampton versuchte noch erfolglos die schwer beschädigte Hornet abzuschleppen, die aber dann aufgegeben werden musste.

Northampton blieb im Bereich der Salomonen, u.a. um die japanischen Versorgungskonvois (Tokyo Express) zu stoppen. Am 30. November überraschte Wrights Geschwader mit Northampton, den Schweren Kreuzern Minneapolis, New Orleans und Pensacola, dem Leichten Kreuzer Honolulu sowie sechs Zerstörern (Fletcher, Drayton, Lamson, Lardner, Maury und Perkins) acht japanische Zerstörer: Naganami und Takanami als Geleit für Kuroshio, Oyashio, Kagero, Suzukaze, Kawakaze und Makinami, die die Versorgungsgüter an Bord und deshalb keine Reservetopedos geladen hatten. In der folgenden Schlacht von Tassafaronga gelang es den amerikanischen Kreuzern trotz des Überraschungselements nur Takanami so schwer zu beschädigen, dass sie später aufgegeben werden musste. Die japanischen Zerstörer dagegen beschädigten die Schweren Kreuzer Minneapolis, New Orleans und Pensacola schwer mit Torpedos. Northampton wurde etwa eine halbe Stunde nach Feuereröffnung – nachdem die anderen drei Schweren Kreuzer bereits getroffen waren – von zwei Torpedos der Kawakaze mittschiffs getroffen, wobei der achtere Maschinenraum volllief und das Schiff in Brand geriet. Der Brand konnte nicht unter Kontrolle gebracht werden, so dass Northampton aufgegeben werden musste und etwa drei Stunden nach den Treffern sank, d.h. die Aufteilung des Antriebs in zwei unabhängige Einheiten half hier nichts. 50 Mann wurden getötet, 773 konnten gerettet werden. Northampton erhielt sechs Battle Stars.

Northampton

Das Modell

Das Modell wurde für das IG Waterline-Projekt Trägerkampfgruppe 1942 und 2002 aus dem Bausatz von Corsair Armada gebaut. Dieser Bausatz ist einer der älteren von Corsair Armada, ist aber immer noch eine gute Grundlage für den Bau der Northampton. Als Beginn wurde mit Modelliermasse die Bugform korrigiert. Der Rest des Modells wurde überwiegend nach Anleitung erstellt.

Northampton

Die Masten bestehen aus Drahtteilen. Für die Detaillierung kam der Satz für die Northampton/Portland-Klasse von Tom's Modelworks (#716 US HEAVY CRUISER), d.h. für die Kräne, die CXAM-Antenne und Abstützungen der Wannen für die vorderen 2,8 cm-Vierlinge. Das Mk 3 (FC)-Feuerleitradar ist aus dem Satz US Navy Radars WWII von LionRoar. Die Katapulte sind ebenfalls von Tom's Modelworks (#715 CRUISER CATAPULTS). Aus diesem Satz stammen auch die Details für die Seagull-Bordflugzeuge, die von Trumpeter sind. Die Rohre für die 20,3 cm-Geschütze sind von BMK, die 2,8 cm-Vierlinge und 2 cm-Oerlikon sind von Paper Lab. Die Takelung erfolgte mit UNI-Caenis-Angelgarn (danke Holger fürs Organisieren!).

Northampton und Chicago

Bemalt wurde die Northampton im Schema 21 mit Vallejo-Farben. Das Navy Blue 5-N habe ich mit 58 Graublau Hell und das Deck Blue 20-B mit 166 Dunkelgrau dargestellt. Die Seagull habe ich mit 156 Blaugrau Hell und mit 151 Grauweiss bemalt. Die Kennnummern der Northampton sind von Midship Models, die Markierungen der Seagull sind aus einem Satz für die Lexington von Starfighter Decals (danke Eberhard!).

Northampton und Chicago

Quellen

Northampton

Lars