Modellsuche

Suchen


Britische Fregatte Brilliant (1/700, WEM) von Lars Scharff Drucken
Mittwoch, 25. April 2012 um 06:00

 

25.04.1982 - 30 Jahre Falklandkrieg

 

HMS Brilliant

Heute vor 30 Jahren eroberte einen Verband der Royal Navy, bestehend aus dem Lenkwaffenzerst├Ârer Antrim, den Fregatten Brilliant und Plymouth sowie dem┬áAntarktispatrouillenschiff Endurance, S├╝dgeorgien von den Argentiniern zur├╝ck (siehe Jahrestage auf Modellmarine) - die erste Aktion nach Eintreffen der erste Einheiten im S├╝datlantik.

Das Original

Brilliant ist eine der Fregatten der Broadsword-Klasse (Typ 22 Batch 1). Die Broadsword-Klasse wurde in den 1970er bestellt, um die Leander-Klasse als U-Jagd-Fregatten f├╝r das Seegebiet zwischen Gr├Ânland und Gro├čbritannien (GIUK-L├╝cke) entworfen. Der Leader-Rumpf wurde weiterentwickelt, u.a. mit einem h├Âheren Freibord mittschiffs ausgestattet und die Broadsword-Klasse hatte so einen sehr seet├╝chtigen Rumpf. Als U-Jagd-Bewaffnung waren hier keine Raketen vorgesehen, sondern Lynx-Bordhubschrauber sowie Torpedos zur Selbstverteidigung. Um sich gegen russische, U-Boot-gest├╝tzte Anti-Schiffsraketen des Typs P-70 Ametist (SS-N-7) verteidigen zu k├Ânnen, erhielt die Klasse das Sea Wolf-Nahbereichsabwehrsystem. Als erste britische Klasse in der Fregatten/Zerst├Ârer/Kreuzer-Kategorie erhielt die Broadsword-Klasse keine Bordkanone, als Antischiffsbewaffnung erhielt sie Exocet. Sehr viel Wert wurde auf Automatisierung gelegt, so dass die Besatzung relativ klein ausfiel. Die Klasse ist ger├Ąumig und gr├Â├čer als die zeitgen├Âssischen Lenkwaffenzerst├Ârer der Sheffield-Klasse (Typ 42). Die Broadsword-Klasse wurde zur Boxer-Klasse (Typ 22, Batch 2) weiter entwickelt, die einen verl├Ąngerten Rumpf erhielt. Aufgrund der Erfolge im Falkland-Krieg wurden die Verluste an Fregatten und Zerst├Ârern aus dem Falkland-Krieg durch die aus der Boxer-Klasse entwickelte Cornwall-Klasse (Typ 22, Batch 3), die auch wieder ein Bordgesch├╝tz erhielt, kompensiert.

HMS Brilliant

Brilliant ist 131,2 m lang, 14,8 m breit und verdr├Ąngt voll beladen 4500 ts. Der Antrieb erfolgte ├╝ber vier Gasturbinen, zwei f├╝r Marschfahrt und zwei f├╝r die H├Âchstgeschwindigkeit, die insgesamt 64 300 PS leisteten, womit 30 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 250 Personen.

Bewaffnung 1982
2 x 4 cm L/60 Mk 9 Gesch├╝tze
4 x Exocet MM38-Anti-Schiffsraketen (vier Einzelstarter)
12 x Sea Wolf Nahbereichsflugabwehr (zwei GWS25-Sechsfachstarter)
6 x 32,4 cm Torpedorohre (zwei Drillingsrohre, Mk 46-Torpedos)
2 Westland Lynx HAS.2 Bordhubschrauber

HMS Brilliant

Brilliant wurde 1977-81 bei Yarrow gebaut. Sie nahm w├Ąhrend der argentinischen Invasion der Falklandinseln an einer ├ťbung vor Gibraltar teil und wurde mit einem Gro├čteil der ├ťbungsstreitmacht am 3. April 1982 in den Krieg in den S├╝datlantik geschickt. Zusammen mit dem Lenkwaffenzerst├Ârer Antrim, der Fregatten Plymouth, dem┬áAntarktispatrouillenschiff Endurance und dem Versorger Tidespring sollten S├╝dgeorgien am 23. April zur├╝ck erobert werden - was aber wegen der Anwesenheit des argentinischen U-Boots Santa Fe (ex USS Catfish, ein GUPPY-Umbau der Balao-Klasse) abgebrochen wurde und Tidespring, mit einem Gro├čteil der Soldaten an Bord, musste wieder auf See geschickt werden. Die Santa Fe wurde am 25. April ├╝ber Wasser von der Wessex der Antrim geordnet und mit Wasserbomben besch├Ądigt und danach auch von Wasp der Plymouth und Endurance sowie den Lynx der Brilliant mit Raketen und MGs angegriffen - ein Mk 46 Torpedo, der von einer Lynx eingesetzt wurde, versagte. Santa Fe wurde so schwer besch├Ądigt, dass sie nicht mehr tauchen konnte und wurde in S├╝dgeorgien aufgegeben, wo sie sp├Ąter von den Briten erbeutet wurde. Nach Ausschaltung der Bedrohung durch das U-Boot wurden Truppen von den Schiffen unter Feuerunterst├╝tzung der Antrim und Plymouth an Land gebracht und S├╝dgeorgien zur├╝ck erobert (Brilliant verf├╝gte nicht ├╝ber die daf├╝r notwendige Bordkanone).

HMS Brilliant

Brilliant geleitete danach ├╝berwiegend die Tr├Ąger, am 1.Mai jagte sie erfolglos das argentinische U-Boot San Louis (bei der Jagd auf argentinische U-Boote bzw. angebliche U-Boote wurden zahlreiche Wale get├Âtet). Sie und ihr Schwesterschiff Broadsword wurden ├Âfters in Kombination mit einem Lenkwaffenzerst├Ârer der Sheffield-Klasse eingesetzt, um Luftangriffe vor der Hauptstreitmacht abzufangen. Bei einem solchen Einsatz mit der Glasgow schoss sie am 12. Mai mit Sea Wolf zwei Skyhawk ab (eine dritte Skyhawk st├╝rzte entweder durch die Tr├╝mmer der ersten beiden oder bei einem Ausweichman├Âver ab) - konnte aber nicht verhindern, dass Glasgow durch die n├Ąchste Welle Skyhawk besch├Ądigt wurde (das Sea Wolf-System hatte nicht funktioniert, wie zuvor schon Sea Dart). Am 21. Mai wurde sie durch eine Dagger (Finger?) durch Bordwaffen leicht besch├Ądigt. Am 23. Mai jagte sie zusammen mit der Fregatte Yarmouth den bewaffneten K├╝stenfrachter Monsunen auf Strand (der aber sp├Ąter von den Argentiniern wieder geborgen werden konnte). Am 25. Mai rettete sie 24 ├ťberlebende des getroffenen Flugzeugtransporters Atlantic Conveyer (der sp├Ąter sank). Bis Kriegsende blieb Brilliant Teil der Streitmacht und kehrte danach nach Gro├čbritannien zur├╝ck. Ihr Sea Wolf-System hatte inzwischen eine Reihe von Fehlfunktionen entwickelt.

Brilliant wurde an Brasilien verkauft und am 31. August 1996 als Dodsworth in Dienst gestellt. Am 11. M├Ąrz 2004 wurde sie au├čer in Dienst gestellt und aufgelegt. Sie dient als Ersatzteilspender f├╝r ihre drei, ebenfalls an die brasilianische Marine verkauften, Schwesterschiffe.

HMS Brilliant

Das Modell

Die Brilliant habe ich aus dem Bausatz von White Ensign Models gebaut, der den Zustand von 1982 darstellt. Der Bausatz hat eine Reihe von Guss- und Passproblemen. Der Rumpf ist bananen-artig verzogen, was ich nicht ganz korrigieren konnte. Das Br├╝ckendeck sah teilweise aus wie ein Schweizer K├Ąse, am Fockmast war eine Kante abgesprungen (schon ein Problem der Form?) - was ich ├╝berwiegend mit einem Hei├čwachsspachtelger├Ąt korrigiert habe. Das wurde auch dazu genutzt, die L├╝cken zwischen den diversen Aufbauteilen und den Decks zu schlie├čen, insbesondere im Bereich des Hangars - im Falle des letzteren brauchte es aber auch eine Ladung Spachtelmasse. Die Rauchabz├╝ge des Schornsteins wurden aufgebohrt.

Die Kleinteile des Bausatzes bestehen aus einer Mischung aus einem alten Skywave-Zur├╝stsatz, Resinteilen und Foto├Ątzteilen - hier w├Ąren mehr Resinteile besser, da doch einige der Plastikteile viel zu gro├č sind. Die Torpedorohre wurden deshalb komplett neu gemacht und die Lynx durch eine Resin-Version von WEM (die dem Bausatz eben nicht beiliegt!) ersetzt. Die Exocet-Starter erhielten aus diversen Plastikteilen und -st├Ąben seitliche Schutzschilde und die Rohre der 4 cm-Gesch├╝tze wurden durch Messingteile (Restekiste) ersetzt. Der Plan von Jecobin war f├╝r den Zusammenbau sehr n├╝tzlich.

HMS Brilliant

Bemalt wurde die Brilliant mit Vallejo-Farben, wobei ich mich insbesondere an den Fotos auf MaritimeQuest orientierte. Die vertikalen Fl├Ąchen wurden mit 153 Hell Blaugrau, die Decks mit 164 Graublau Dunkel und das Flugdeck mit 166 Dunkelgrau bemalt. Die Mastspitzen habe ich mit 153 bemalt und danach mit 167 Anthrazitgrau gealtert (die Mastspitzen waren hellgrau ├╝bermalt worden). Das gesamte Schiff wurde mit 120 Beige und 139 Mahagonibraun gealtert. Die Lynx wurde mit 164 Graublau Dunkel und 167 Anthrazitgrau bemalt. Die Abziehbilder sind von Starfighter Decals (die 2 und die britischen Hoheitszeichen am Lynx), Delphis (die Buchstaben am Flugdeck, D und F zu B und T umgeschrieben) und ein paar Reste f├╝r die restlichen Flugdeckmarkierungen. Kennnummern habe ich nicht angebracht, da diese beim Original w├Ąhrend des Falklandkriegs wohl ├╝bermalt wurden (siehe Originalfotos).

HMS Brilliant

Quellen

Lars