Modellsuche

Suchen


Britisches Atom-U-Boot der Trafalgar-Klasse (Airfix 1/350) von Jörg Kuhnert Drucken
Dienstag, 30. November 2010 um 07:00

Seitentitel

 

Das Original

HMS Trafalgar war das erste von sieben mit Atomkraft angetriebenen Jagd-U-Booten (Attack Submarines, Nuclear Propulsion-SSN) der T-Klasse der Royal Navy und ist auch deren Namensgeber. Alle diese U-Boote sind durch einen Rolls-Royce Durckwasserreaktor und ein dieselelektrisches Hilfsaggregat angetrieben. Die Trafalgar hat einen siebenflügeligen Propeller, doch benutzen andere U-Boote in dieser klasse ein Pumpen-Düsen-Antriebssystem. Dabei wird ein Propeller mit hoher Steigung und niedriger Kraftzerlegung eingesetzt, der zwar viel geräuschärmer läuft, jedoch ein höheres Gewicht aufweist. Der Rumpf ist mit echofreien Fliesen verkleidet, welche Geräusche absorbieren statt sie zu reflektieren. Damit kann das U-Boot nur schwer mit aktiven Sonargeräten geortet werden.
Die Schiffsklasse ist dazu bestimmt, Aktionen zur Bekämpfung von Schiffen und U-Booten wie auch zur Beobachtung und Aufklärung und Angriffsmissionen auf dem Festland auszuführen. Solche U-Boote können mit ihren fünf Torpedorohren Spearfish-Torpedos und Tomahawk Marschflugkörper abschießen. Außerdem sind sie mit Bug- Flanken-, Abhör- und Schleppsonar ausgerüstet und sind zusätzlich mit Angriffs- und Suchperiskopen bestückt. Ein U-Boot dieser Klasse war das erste der Royal Navy, das im Konflikt um das frühere Jugoslawien einen Marschflugkörper abfeuerte; weitere solche Abschüsse wurden in den Kriegen um den Irak und Afghanistan ausgeführt.

Die U-Boote dieser Klasse weisen eine Verdränung von 5200 Tonnen (untergetaucht) auf, sind 85,4 m lang, 9,8 m breit und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten (untergetaucht).

 
Quelle: Bauanleitung von Airfix
 
 
alt

 

Das Modell

Das Modell entstand aus dem neuen Airfix-Bausatz im Maßstab 1/350. An sich ist der Bau recht problemlos, wenn man über die typischen Passungenauigkeiten hinweg sieht. Die Rumpfunterschale liegt in zwei Hälften vor, die Oberschale als ganzes Teil. Hier entstehen schon bei der Montage Versatz und Spalten, die korrigiert werden mussten. Um Versatz auszugleichen wurden in die Rumpfoberschale passgenaue Streben montiert, so dass ein einigermaßen bündiges Abschließen beider Rumpfhälften zueinander erzielt werden konnte.
  
Trafalgar-Klasse, Airfix 1:350 
 
Nach dem Rohbau waren mehrere Korrekturlackierungen mit Gunze Mr. Surfacer 1200 nötig, um feststellen zu können wo noch nachgearbeitet werden musste. Von Gunze stammten auch die nach den Korrekturen und der Grundierung verwendeten Farben zur Gesamtlackierung des Rumpfes. Einfach nur einen schwarzen Farbton zu verwenden wie vorgeschlagen erschien mir zu unrealistisch. Wer Originalaufnahmen von Atom-U-Booten morderner Flotten studiert, wird erkennen, dass die Boote einen schwarzgrauen Anstrich haben. Oft ist auch das Deck farblich abgesetzt, da es einen Anti-Rutsch-Belag hat.
 
Trafalgar-Klasse, Airfix 1:350 Trafalgar-Klasse, Airfix 1:350 Trafalgar-Klasse, Airfix 1:350
 
Nach einer Versiegelung der Modelloberfläche mit Glanzlack wurden die Decals plaziert. Auf Originalaufnahmen fand ich auch die roten Markierungsstreifen an beiden Rumpfseiten. Periskope und Antennen wurden mit einem Aluminium-Farbton lackiert, das Display erhielt einen Farbauftrag mit Schwarz seidenmatt aus dem Programmm von Revell. Abschließend erfolgte ein Finish mit Mattlack von Model Master. Da ich ein reines Standmodell der Trafalgar-Klasse bauen wollte wurde auf eine Alterung verzichtet.
 

Fazit

Teilweise ist die Detaillierung etwas grob, die Passgenauigkeit nicht immer optimal und dennoch ein gelungener Bausatz der Trafalgar-Klasse  im Maßstab 1/350, mit dem Airfix neue Wege beschreitet. Wünschenswert wäre es noch gewesen, wenn Airfix die beim Original gut sichtbare schallisolierende Beschichtung mit Gummikacheln wie beispielsweise beim russischen Typhoon-Modell von Hobby Boss umgesetzt hätte. 

Jörg