Modellsuche

Suchen


Aoshima: Japanischer Leichter Kreuzer Oyodo (1/700) Drucken
Montag, 14. September 2009 um 07:00

Deckelbild

Modell: IJN Grand Fleet Flagship Oyodo 1943 Limited Edition
Hersteller: Aoshima
Maßstab: 1/700
Material: Spritzguss
Art.Nr.: 041741*3200
Preis: 25 - 34 €

Das Original

Der japanische Leichte Kreuzer Oyodo war entworfen worden, um als Flaggschiff für U-Boot-Geschwader eingesetzt zu werden. Als solches sollte es die 5500-Tonnen-Kreuzer (Kuma-, Nagara- und Sendai-Klasse) ersetzen, eine hohe Geschwindigkeit, einen großen Aktionsradius und eine Bewaffnung gegen leichte Seestreitkräfte haben sowie über Aufklärungsflugzeuge mit großer Reichweite verfügen. Diese U-Boot-Geschwader sollten die US-amerikanische Schlachtflotte auf ihrem Marsch über den Pazifik angreifen, das Flaggschiff sollte u.a. mit Hilfe seiner Aufklärungsflugzeuge die U-Boote heranführen.

Als Bewaffnung erhielt sie vorne zwei 15,5 cm-Drillingstürme, die durch die Umrüstung der Mogami-Klasse auf 20,3 cm-Türme verfügbar wurden. Die Bewaffnung war auf dem Vorschiff konzentriert, das Achterschiff wurde von einem 44 m langen Katapult und dem Hangar für die Kawanishi E15K Shiun („Norm“)-Aufklärungsflugzeuge dominiert. Die Shiun sollte mittels ihrer hohen Geschwindigkeit auch in Gebieten gegnerischer Luftüberlegenheit operieren können (um notfalls die Geschwindigkeit zu erhöhen, konnte der zentrale Schwimmer abgeworfen werden), erreichte aber nie die vorgesehenen Leistungen.

Nach Kriegsausbruch wurde das geplante Schwesterschiff gestrichen, Oyodo wurde aber fertig gestellt. Da inzwischen sich die U-Boot-Taktiken verändert worden waren, fiel die ursprünglich gedachte Rolle für Oyodo weg. Hinzu kam, dass die vorgesehenen Shiun-Aufklärer sich als Fehlschlag herausstellten. Oyodo wurde deshalb zum Flaggschiff der Kombinierten Flotte umgebaut. Im Hangar wurden Räume für den Flottenstab eingebaut und das 44 m-Katapult wurde gegen ein 19,4 m-Katapult ausgetauscht.

Oyodo war 192 m lang und 16,6 m breit und verdrängte voll beladen 11433 t. Ihre Dampfturbinen leisteten 110 000 PS und trieben vier Schrauben. Ihre Entwurfsgeschwindigkeit betrug 35 kn.

Bewaffnung 1943
6 x 15,5 cm L/60 Typ 3 (zwei Drillingstürme)
8 x 10 cm L/65 Typ 98 (vier Zwillingslafetten)
18 x 2,5 cm Typ 96 (sechs Drillingslafetten)
2 Aichi E13A („Jake“)-Bordflugzeuge (vorgesehen 6 Kawanishi E15K Shiun)

Bewaffnung 25. Oktober 1944
6 x 15,5 cm L/60 Typ 3 (zwei Drillingstürme)
8 x 10 cm L/65 Typ 98 (vier Zwillingslafetten)
53 x 2,5 cm Typ 96 (zwölf Drillingslafetten, 17 Einzellafetten)
2 Aichi E13A („Jake“)-Bordflugzeuge

Oyodo wurde von 1941-43 auf der Marinewerft Kure gebaut und anfangs den Flugzeugträger der 3. Flotte als Geleitschutz zugeteilt. Einsätze erfolgten aber nur zum Transport von Truppen nach Rabaul und Truk. Bei der Rückkehr von einem Einsatz zur Versorgung der Garnison von Kavieng auf Neuirland wurde sie am 1. Januar 1944 zusammen mit dem Leichten Kreuzer Noshiro von Flugzeugen der Träger USS Bunker Hill und Monterey angegriffen, wurde aber nur leicht beschädigt. Am nächsten Tag geleitete sie zusammen mit dem Zerstörer Akizuki den von dem U-Boot USS Balao torpedierten Frachter Kiyozumi Maru nach Truk. Vom 6. bis 31. März 1944 erfolgte der Umbau zum Flaggschiff der Kombinierten Flotte in Yokosuka. Nach einer weiteren Verstärkung der Flak und Modifikationen der Ausrüstung mit Radar vom 1. bis 9. Oktober 1944 wurde sie Teil der Ablenkungsflotte von Vizeadmiral Ozawa bei der Operation Sho 1 Go – die zur Schlacht im Golf von Leyte führte. Oyodo selbst war mit den anderen Schiffen Ozawas an der Schlacht von Kap Engano (Teil der Schlacht im Golf von Leyte) am 25.10.1944 beteiligt und wurde durch Nahtreffern einer Bombe und Raketentreffern leicht beschädigt. Sie nahm Ozawa und einen Teil der Besatzung des sinkenden Trägers Zuikaku an Bord. Danach nahm sie an einem Angriff auf den Brückenkopf in San Jose auf Mindoro teil, wobei sie auf dem Hinweg am 26. Dezember 1944 von B-25-Bombern mit zwei Bomben leicht beschädigt wurde. Im Februar 1945 transportierte sie zusammen mit den Hybrid-Trägern Hyuga und Ise sowie drei Zerstörern Rohstoffe von Singapur nach Kure, wobei sie erfolglos von den U-Booten USS Bergall und Blower angegriffen wurde. Am 19. März 1945 wurde sie in Kure von Helldiver-Sturzkampfbombern von Vizeadmiral Mitchels Trägern drei Bombentreffern sowie mehrere Nahtreffern so schwer beschädigt, dass sie auf Strand gesetzt werden musste. Am 23. März wurde sie geborgen und auf der Marinewerft Kure bis zum 4. Mai repariert. Am 24. Juli wurde sie erneut in Kure von Helldivern, diesmal von Trägern von Vizeadmiral McCain, mit fünf Bomben erneut beschädigt. Kurz darauf, am 28. Juli 1945, erfolgte ein erneuter Angriff des gleichen Trägerverbands, bei dem sie durch mehrere Nahtreffer zum Kentern gebracht wurde. Das in seichten Gewässern gesunkene Wrack wurde am gleichen Tag von Hellcat mit Raketen weiter beschädigt. Am 20. November 1945 wurde die Oyodo aus der Marineliste gestrichen. Am 20. September 1947 wurde sie gehoben und vom 6. Januar bis zum 1. August 1948 auf der ehemaligen Marinewerft Kure abgewrackt.

Der Bausatz

Nach und nach ersetzen die Hersteller des Waterline-Konsortiums ihre alten Bausätze durch neue. Inzwischen war auch die Oyodo an der Reihe. Der alte Bausatz von Fujimi (inzwischen ist diese Firma aus dem Konsortiums ausgeschieden) wurde jetzt durch einen neuen von Aoshima ersetzt. Aoshima bietet drei Versionen an: die ursprüngliche Version mit dem 44 m-Katapult (1943), die 1944-Version mit 19,4 m-Katapult und eine limitierte Auflage der 1943-Version mit Shiun- und Zuiun-Aufklärungsflugzeugen. Letzte Version wird hier besprochen.

Der Rumpf ist als Wasserlinienmodell baubar und ohne Vorder- und Achterdeck gegossen, die als extra Teile beiliegen (was auch für die verschiedenen Versionen nützlich ist). Es bleibt abzuwarten, ob die Decksteile ohne häßliche Spalten zusammenbaubar sind. Von den Abmessungen und der Form ist der Rumpf richtig wiedergegeben. Die Rumpfseiten sind gut detailliert.

Auf Spritzling B findet sich das Vorderschiff sowie die meisten Teile für die Masten Aufbauten inklusive Schornstein. Erneut sind die Teile gut detailliert und ein gewaltiger Schritt Vorwärts im Vergleich zu dem alten Fujimi-Bausatz. Lediglich die Reling hinten an den zwei der Brückendecks ist zu dick.

Die 15,5 cm-Drillingstürme, 10 cm-Flak, Kräne, Masten, Davits usw. finden sich auf Spritzling C. Die Masten fallen (materialbedingt) sehr dick aus, genauso die Geschützrohre, insbesondere die 15,5 cm-Rohre. Die Lochstruktur in den Flugzeugkränen war im Orignal auch sehr dezent, so dass hier eventuell die Spritzgussteile nicht durch Ätzteile ersetzt werden müssen.

Der Spritzling D ist hier zusammen mit Spritzling P gezeigt - letzterer liegt noch zwei Mal zusätzlich bei, so dass insgesamt neun Kawanishi E15K Shiun (mehr als je für die Oyodo vorgesehen waren und fast so viele wie je gebaut wurden) und sechs Aichi E16A Zuiun beiliegen. Meines Wissens waren höchstens Shiun zur Erprobung kurzzeitig auf der Oyodo - meist hatte sie zwei Aichi E13A an Bord (sind auch enthalten, siehe unten). Die Flugzeuge sind gut detailliert, die Gravuren sind aber sehr stark. Die Teile für die Brücke, Achterdeck und Hangar sind gut detailliert. Aber erneut fallen hier Reling und Splitterschutz sehr dick aus.

Für die 2,5 cm-Flak, Boote, Scheinwerfer und die Aichi E13A liegen zwei Spritzlinge W bei - wie man sie aus vielen Bausätzen des Waterline-Konsortiums kennt. Diese Teile sind gut detailliert. Die 2,5 cm-Flak fallen für den Maßstab etwa groß aus. Die Gravuren auf der Aichi E13A fallen dafür wesentlich dezenter und realistischer als auf den Shiun und Zuiun aus. Viele Teile werden hier nicht gebraucht und können für andere Projekte genutzt werden.

Ätzteile liegen dem Bausatz nicht bei. Aoshima bietet aber extra Ätzteile sowohl für die 1943- als auch die 1944-Version an. Bei den Teilen für die 1943-Version sind u.a. das Katapult, die Flugzeugkräne, die Masten, Peilantennen und Davits dabei.

Decals

Abziehbilder gibt es für die Hoheitszeichen der Bordflugzeuge (liegt zwei Mal bei). Dazu gibt es die üblichen gedruckten Flaggen und inzwischen sehr überflüssigen gedruckten Brückenfenster.

Die Anleitung

Die Anleitung umfasst vier Seiten sowie eine Blatt für die Zurüstteile auf Spritzling W. Auf drei Seiten wird der Zusammenbau übersichtlich in 14 Schritten erklärt.

Dazu kommen Farbangaben, die sich auf Aqueos Hobby Color und Mr. Color von Gunze (GSI Creos) beziehnen.

Quellen

Fazit

Aoshima hat hier einen Bausatz auf dem heute möglichen Standard vorgelegt, der eine gute Grundlage für den Bau dieses einmaligen Leichten Kreuzers mit seinem gewaltigen Katapult auf dem Achterschiff ermöglicht. Verbesserungspotential besteht bei Schanzkleidern und Splitterschutz sowie durch Ersatz mancher Spritzgussteile durch Ätzteile. Insgesamt ist der Bausatz

alt empfehlenswert

Lars

Wir danken Glow2B für das Bausatzmuster