Das Original

Die Burton Island gehörte zur Wind-Klasse von bewaffneten Eisbrechern, die während und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg für die US Navy gebaut wurden. Es waren die ersten zu diesem Zweck gebauten Eisbrecher der Marine; ihre Konstruktion basierte auf nordeuropäischen Vorbildern der Zwischenkriegszeit und sollte diese verbessern. Sie hatten einen sehr stabilen doppelwandigen Rumpf, der kurz und breit und an beiden Enden zugespitzt war. Sechs Dieselmotoren trieben drei Elektrogeneratoren, die auf zwei Schrauben am Heck und eine am Bug wirkten. Damit sollte in beide Fahrtrichtungen Eis gebrochen werden können; die Bugschraube sollte zudem bereits gebrochenes Eis zerkleinern. Letztendlich war diese Bugschraube die einzige wesentliche Enttäuschung an der Klasse. Die Kriegsbauten waren sehr stark bewaffnet mit zwei 12,7-cm-Zwillingstürmen, eine Anzahl von 40-mm-Bofors-Flak sowie Wasserbomben. Zu Aufklärungszwecken war ein Flugboot vom Typ Grumman Duck eingeschifft, jedoch kein Katapult. Als Nachkriegsbau erhielt die Burton Island eine schwächere Geschützbewaffnung mit nur einer 12,7-cm-Kanone. Die Bootsbestückung enthielt neben den üblichen Beibooten zu Anfang auch zwei LCVP-Landungsboote.

Burton Island diente bis Ende 1966 in der US Navy, zuerst unter der Bezeichnung AG-88, dann ab 1949 als ABG-1. Ab 1967 wurde sie zur US Küstenwache überstellt. Dort erhielt sie die Kennung WAGB-283 und das Rufzeichen NEVK. Aus der Kennung leitete sich ihr Spitzname „White Antarctic Garbage Barge“ ab. Burton Island diente bis 1978 bei der Coast Guard und wurde 1980 abgewrackt.


Der erste große Einsatz der Burton Island war ihre Teilnahme an der Operation Highjump, eine massive Flottenoperation der US Navy zur Erforschung und Prüfung der Nutzung der Antarktis 1947. Es folgten 19 Fahrten nach Alaska und in die Antarktis, darunter auch ein Einsatz in der Antarktis 1958, bei dem sie dem in Not geratenen japanischen Forschungsschiff Soya beistand.

Auch im Dienst der US Coast Guard wurde sie für Eisbrecher- und Vermessungsdienste in der Arktis sowie für regelmäßige Einsätze in der Antarktis unter dem Codenamen Deep Freeze eingesetzt. Ich kann hierzu nur das Buch Ice is Where You Find it von Konteradmiral Charles W Thomas empfehlen, der die Eisbrecher Northland und Eastwind kommandierte. Es ist ein offener und ehrlicher Bericht, der mit den Operationen gegen deutsche Wetterschiffe im Zweiter Weltkrieg beginnt und über Highjump bis zur Alltagsarbeit im Polizei- und Gerichtsdienst in Alaska führt. Die englischsprachige Version für den Kindle-Ebookreader ist gut erhältlich und preiswert.

Das Schiff wurde während seiner Dienstzeit mehrfach umgebaut und überholt. Das Flugboot wurde durch einen Hubschrauber ersetzt, wofür ein Landedeck benötigt wurde. Die Bewaffnung wurde zuerst reduziert und bei Übergabe an die Coast Guard komplett entfernt. Mit dem Wechsel zum HH-52 Seaguard-Hubschrauber wurde das Landedeck weiter angepasst. Beim Umbau des Decks wurde auch einer der Bordkräne und ein LCVP entfernt. Zudem wurde ein ausziehbarer Hangar errichtet, der zwei Hubschraubern Platz bot. Für Flugoperationen wurde er eingefahren und einer der Hubschrauber quer davor geparkt, damit der andere starten konnte. Die Brücke wurde mit Verlust der Flakbewaffnung umgebaut und vergrößert, und auf dem Ruderhaus ein neuer geschlossener Ausguck errichtet. Die veränderte Radarausstattung zog einen Umbau des Masts nach sich. War das Schiff zuerst marinegrau gestrichen, wurde es in Diensten der Küstenwache zuerst weiß mit einem blau-weiß-roten „Rallyestreifen“ gestrichen. Diese Bemalung wurde in den 1970ern auf rot über alles mit weiß-blauem Streifen geändert.

Der Bausatz

Laut der Datenbank Scalemates stammt der Bausatz ursprünglich aus dem Jahr 1957. Er wurde meist als Burton Island, aber zwischendurch auch als Eastwind vermarktet. Der Maßstab wurde ursprünglich mit 1/285 angegeben, später fand sich auch die Angabe 1/300. Dem Ursprungsjahr entsprechend wird das Schiff als bewaffneter Navy-Eisbrecher gezeigt, mit einem 12,7-cm-Zwillingsturm und mehreren 40-mm Bofors-Flaklafetten. Zwei Kräne und zwei LCVP sind an Bord, und auch das ursprüngliche kleinere Helideck. Ein Sikorsky S-55-Helikopter liegt ebenfalls bei.

Angesichts des Alters der Formen ist es ein sehr ansehnlicher und stimmiger Bausatz, mit teils sogar sehr feinen Details, wenn auch einiges sehr grob geraten ist, besonders die Flak. Die Form als solche sieht jedoch gut aus, und die Passung erwies sich später als durchaus erfreulich.

Ich hatte vor vielen Jahren den Ätzteilsatz von Gold Medal Models gekauft; das ist ein doppelter Bogen, der auch den kaum noch zu bekommenden Bausatz der USCGC Campbell / Roger B Taney umfasst. Der Bogen enthält praktisch alles zur Detaillierung des Bauzustandes aus den Fünfzigern erforderliche.

Mein Modellbaufreund Lars Scharff hatte vor einigen Jahren die Burton Island in 1/700 gebaut, und überließ mir freundlicherweise eine erhebliche Anzahl an Referenzfotos und Plänen. Natürlich musste ich mich zuerst auch für einen Bauzustand entscheiden. Die Entscheidung fiel aber direkt nach Ansicht des Aufmacherfotos im Artikel über das Schiff in der englischsprachigen Wikipedia. Dort ist das Schiff in weißer Coast Guard-Bemalung in der Antarktis zu sehen. Es ist auf den Eisrand gefahren, vertäut an einem Pfosten, mit einer angelehnten sehr langen Leiter und einem Parkverbotssschild davor - beäugt von neugierigen Pinguinen.

Also musste mein Schiff entwaffnet werden; die Brücke musste vergrößert werden; der Eisausguck auf dem Ruderhaus musste gebaut werden; das Helideck und ein Teil der Unterkonstruktion musste umgebaut werden; der Mast musste komplett erneuert werden; ich musste den ausziehbaren Hangar bauen; und ich brauchte einen Sikorsky S-62/HH-52-Hubschrauber. Das war ein kleinerer Verwandter des S-61 Sea King, mit nur einer Turbine und mit dem Dreiblattrotor des S-55. Zudem benötigte ich maßgefertigte Decals sowohl für das Schiff als auch für den Hubschrauber. Schlussendlich gehörte das Modell in ein passendes Diorama – und zwar mit Pinguinen.

Das bedeutete einen für mich schon beachtlichen Umbauaufwand, allerdings auch viel für mich immer schöne Eigeninitiative. Es bedeutete auch, dass ein guter Teil des Ätzteilsatzes mit seinen maßgeschneiderten Relings für diesen Bauzustand nicht nutzbar sein würde. Also benötigte ich allgemeine Ätzteile für Relings, Niedergänge (ein Schwachpunkt bei GMM) sowie diverse Kleinteile wie Handräder und Augbolzen. Fündig wurde ich bei der Firma Saemann, wie schon des öfteren.

Für den Hubschrauber fand ich noch einen 1/350er Sea King von Airfix in meiner Grabbelkiste. Da er im kleineren Maßstab war, rechnete ich mir gute Chancen aus, ihn so modifizieren zu können, dass er einem S-62 ähnelte. Und die Rotoren für den S-55 in 1/285, die hatte ich ja aus dem Ätzteilsatz.

Für die Decals brauchte ich allerdings Hilfe und fand sie bei meinem Freund Frank Ilse, einem echten Meister unseres Faches. Er fand sich freundlicherweise bereit, mir die Decals zu erstellen.

Der Coast Guard-Veteran Bill Michaels, den ich über das Forum von modelingmadness.com kenne, half mir darüber hinaus ausgiebig mit nützlichen Infos zur US-Küstenwache aus.

 

Der Bau des Modells

Ich begann am Neujahrstag 2022, mit einem besenreinen Basteltisch und Motivation. Zu Beginn ging es darum herauszufinden, was verändert werden musste. Dann ging es ans Sägen, Schneiden, Schleifen und schließlich Verkleben. Nach dem Entfernen der angegossenen Relings und einiger Veränderungen konnte ich die Rumpfhälften recht bald verkleben. Der größte Posten war die Brücke, die komplett neu gebaut werden musste, inklusive der Windabweiser. Das Deck unterhalb der Brücke musste ich neu aus Styrolstreifen beplanken, weil die vorhandene Decksstruktur die Entfernung der angegossenen Details nicht überlebt hatte. Die Basis des Geschützturms wurde ebenfalls entfernt und durch eine kreative und spekulative Abdeckung ersetzt.


Der markante Eisausguck, seine Größe und wie er zu den bestehenden Aufbauten passen würde – das war Tüftelei. Und zwar von der Sorte, die Spaß macht. Ich musste auch zusehen, dass mein neuer Mast eine definierte Aufnahme bekam, und die Gerätschaften um den Mast herum anpassen. Ebenso dauerte es eine Zeitlang herauszufinden, in welcher Form das Flugdeck und die darunter liegenden Strukturen verändert werden mussten, damit es passte. Einige Öffnungen in den Decks mussten verschlossen werden, und einiges an Styrolprofilen wurde für Umfassungen und Rahmenwerk benötigt. Am Schornstein, der von oben völlig leer war, ersetzte ich einige völlig spekulative Auspufföffnungen, die ihn wenn nicht vorbildgetreuer, so doch glaubhafter machten.


Parallel dazu arbeitete ich an diversen Baugruppen wie dem Landungsboot, dem Beiboot, deren Aufnahmen und dem Kran. Der recht komplexe Mast wurde komplett aus Metall gebaut. Dazu waren Messingrohre und andere Profile von Albion Alloys wieder einmal ausgesprochen nützlich. Ich musste zusehen, dass alles zu den Aufbauten und besonders zum Eisausguck passte, damit sich die Radarantennen prinzipiell störungsfrei drehen konnten. Ich achtete auf möglichst gute Stabilität; so befestigte ich die Rahen mittels fotogeätzter Lochbleche am Mast. Das erwies sich als erheblich stabiler als sie zu verkleben. Löten ist da übrigens so gar nicht mein Metier ...


Für den ausziehbaren Hangar brauchte ich zwei Versuche, bis er passte. Der gebogene Teil ist aus mit Sekundenkleber getränktem Papier hergestellt.

Ich begann sehr früh an der Basis zu arbeiten, mehr dazu siehe unten.

Sobald die Baugruppen soweit waren, ging es ans grundieren und bemalen. Bill Michaels hatte mir den Farbton Vallejo Model Color 70860 für die markante Farbe „Spar“ der USCG empfohlen. Das funktionierte sehr gut und wurde für viele Ausrüstungsgegenstände von Pollern bis zum Schornstein benötigt. Ich benutzte Grundierung von Stynylrez in Schwarz, Weiß, Grau und Rostrot, dazu diverse Vallejo-Farbtöne. Vieles musste gepinselt werden, aber wo ich konnte, wurde maskiert und mit der Airbrush lackiert. Die Holzdecks wurden mit rotbrauner Künstlerölfarbe charakterisiert.


Ich wusste, dass die Rumpffarbe um die Wasserlinie stark durch das Eis abgetragen wurde, und dass grundierte oder verrostete Bereiche weithin sichtbar waren. Also nutzte ich am Rumpf die rostrote Grundierung und die Salztechnik vor dem weiteren Farbauftrag, und es funktionierte sehr gut.

Es brauchte einige Versuche, bis ich die Wasserlinie bzw. die Oberkante des Wasserpasses richtig hinbekam. Ich schickte Frank Ilse Fotos mit Messungen, anhand derer er die Decals entwarf.

Die Decals wurden nach einem Glanzlacküberzug mit Future aufgetragen, um möglichst sauber aufzuliegen und ein „Silbern“ zu vermeiden. Sie passten gut von der Größe her und passten sich gut an die Oberfläche an, ich war sehr erfreut und erleichtert. Nach einer weiteren Schicht Future und einem Mattlacküberzug konnte ich den Rumpf weiter altern, wozu ich Künstlerölfarbe benutzte.

Weiter ging es mit dem Hubschrauber. Hier mussten die Sponsons vorverlagert und der Bereich über dem Cockpit auf die einmotorige Version umgebaut werden. Glücklicherweise passte die Gesamtgröße des 1/350er Sea King zu dem 1/285er Rotor, so dass ich wohl die Größe einigermaßen getroffen habe. Nach einigem Schleifen und Grundieren übergab ich den Hubschrauber an Frank, damit er auch diese Decals erstellen konnte.


Derweil arbeitete ich weiter an den Bootsdavits und den Netzen für das Flugdeck. Hier mussten einige Teile verändert und eins aus Material von Saemann neu erstellt werden. Zudem brachte ich Befestigungsstifte zum sicheren Sitz und einige Verstrebungen und Verstärkungen an. Schließlich bereitete ich die sehr schönen Niedergänge von Saemann und die diversen Relingssektionen vor. Das war im März.

Daraufhin passierte mehr als ein halbes Jahr – nichts. Es ging einfach nicht. Erst Ende November hatte ich wieder den Nerv, etwas zu basteln. Ich begann mit der nicht ganz einfachen Bemalung des Hubschraubers. Für die meisten Fenster nutzte ich diesmal dünne selbstklebende Alufolie, die ich im gewünschten Farbton lackierte, bevor ich sie zuschnitt. Das klappte besser als erwartet. Nun konnte ich die Decals aufbringen, was bei den Rumpfbändern natürlich mit Sorgen verbunden war, aber auch hier passte es gut.

Am Schiff brachte ich Belegpunkte für die Takelung aus Saemann-Schäkeln an. Das sollte mir die Arbeit erleichtern. Nun konnten meine vorbereiteten Baugruppen vom Zentrum des Modells aus angebracht werden. Tatsächlich gab es praktisch keine Kollateralschäden. Schließlich nahm ich meinen Mut zusammen und setzte den Mast. Nun war das Modell wirklich empfindlich und ich musste richtig aufpassen. Nachdem der Mast wirklich fest war, takelte ich das Modell binnen zwei Tagen. Ich benutzte schwarzen und beigen feinen Faden von UNI, die Isolatoren sind Kleckse aus Weißleim. Die Belegpunkte an Deck halfen mir sehr, die richtige Spannung der Takelung zu erzielen.

Die zahlreichen Stabantennen an den Aufbauten entstanden aus Ätzteilresten und 0,2-mm-Draht. Zusammen mit geätzten Grätings in den Brückennocken und Signalscheinwerfern machen sie den Bereich um die Brücke herum deutlich belebter und vorbildgetreuer. Die Details an den Bootsdavits und dem Kran entstanden aus Saemann-Ätzteilen (besonders die diversen Handräder sind sehr nützlich) sowie Draht und Ätzteilresten.


Nun konnte ich die verbleibenden Relings, die Fangnetze am Flugdeck, den Hubschrauber sowie die Figuren anbringen.

Was die Figuren angeht, hatte ich vor einigen Jahren einen Posten aus dem Architekturbedarf gekauft, unbestimmten Maßstabs und von Geschlecht und Posen her nur zum Teil geeignet. Dazu hatte jede Figur eine Auswerfermarke im Rücken, und sie waren von den Gussästen getrennt worden. Also viel Arbeit in Sachen versäubern, füllen der Auswerfermarke und befestigen an einem Zahnstocher, um überhaupt bemalt werden zu können. Sie wurden eher einfach bemalt mit blauer Montur, schwarzen Schuhen, weißen Kappen und fleischfarbenen Gesichtern und Händen.

Schließlich überzog ich das ganze Modell mit einem harmonisierenden Mattlacküberzug, nur die Brückenfenster und Suchscheinwerfer erhielten Glanzlack. Damit war ich mit dem Schiff fertig.

Die Basis

Schon sehr früh begann ich mit der Arbeit an der Basis. Ich tue das, um Schäden am Modell zu vermeiden. Am Liebsten habe ich den rohen unlackierten Rumpf. Wie schon erwähnt, sollte das Schiff auf die Eiskante gefahren gezeigt werden. Dazu brauchte ich eine zweischichtige Basis für das Wasser und das Eis. Zuerst legte ich die Größe fest, gemäß der Box, in der das Modell aufbewahrt werden würde. Dann legte ich in der Wasserfläche einen Ausschnitt für das Modell an. Da das Wasser ganz still sein sollte, blieb der Gasbrenner im Regal. Nun stellte ich aus dünnerem Styrodur den erhöhten Eisbereich her. Mit meinem Styrodurschneider was das alles kein Problem. Nachdem alle Teile mit Weißleim zusammengeklebt waren, wurde die Basis auf ihre endgültige Größe gebracht. Das ergibt saubere und gleichförmige Ränder.


Nun kam die weiße Wandfarbe ins Spiel – stippelnd auf die Wasserfläche aufgetragen, um ihr Textur zu verleihen, und aufgebürstet mit eingestreutem Seesand auf die Eisfläche. Die Eisfläche wurde dann noch mit reinweißer Grundierung aus der Airbrush behandelt. Nach dem Abkleben des Eisrandes lackierte ich die Wasserfläche in einem kalten Dunkelblau mit leichten Variationen. Nachdem das wirklich gut durchgetrocknet war (ein bis besser zwei Wochen) brachte lösungsmittelbasierter Hochglanzlack aus der Spraydose den Wassereffekt.

Die Eisschollen erwiesen sich als kniffliger in der Herstellung. Zuerst hatte ich beabsichtigt, sie aus Styrodur zu schneiden, aber die Kanten überzeugten mich nie. Deshalb goss ich mir eine dünne Platte aus Gips und zerbrach sie nachher – nun stimmten die Kanten. Bemalt wurde mit weißer Farbe. Die Eisschollen habe ich dann mit klarem hochglänzendem Acrylgel auf der Basis verklebt. Die feineren Teile wurden ebenfalls in Acrylgel auf der Basis verklebt.


Nachdem das Schiff komplett fertig war, wurde es in den Ausschnitt der Basis platziert und mit einigen Klecksen Acrylgel von der Unterseite befestigt. Das gleiche Gel, aus einer Spritze aufgetragen, verschloss den verbleibenden Spalt zwischen Rumpf und Basis.

Jetzt konnte ich die Vertäuung, die Leiter (von Saemann) sowie die Figuren aufkleben. Dazu benutzte ich Bindan-RS Weißleim, der matt durchtrocknet. Das Parkverbotssschild erstellte ich am Rechner und druckte es so klein wie möglich aus. Fehlten noch die Pinguine.

Zu diesem Zweck verbrachte ich einen sehr schönen Sonntagmorgen im nahen Tierpark Sababurg und schaute mir die dortigen Pinguine von nahem an, nicht ohne einige Fotos zu machen. Es sind zwar nur sehr kleine Humboldtpinguine, aber man kommt sehr nahe an sie heran und kann sie gut beobachten. Nachher machte ich mich daheim an meine eigenen kleinen Pinguine. Ich begann mit einem Styrolrundstab von 1 mm Durchmesser. Dessen eines Ende wurde abgerundet, und ich feilte zwei Kerben in den Stab. In die eine kam der Schnabel, in die andere die Füße. Diese Teile sowie die Stummelfügel schnitt ich aus 0,25 mm Styrolplatten aus. Alles wurde mit Tamiya Extra Thin verklebt. Etwas dentales Gusswachs gab dem Pinguin Körper. Nach dem Aushärten wurden die Pinguine weiß grundiert und dann mit dem Pinsel schwarz (für die Hinterseite des Körpers und der Stummelfügel), orange (für den Schnabel) sowie dunkelgrau (für die Füße) bemalt. Sie sollen keine bestimmte Spezies darstellen. Ich stellte insgesamt sechzehn Pinguine her und verteilte sie abschließend auf dem Diorama. Damit war das Projekt komplett.

Quellen

Fazit

Das Projekt hat mir wieder einmal sehr viel Spaß gemacht. Ich stelle fest, dass mir die individuelle Optimierung alter Bausätze mehr liegt als die neusten Wunderwerke, die uns angeboten werden. Mir gefällt das fertige Modell, und es ist eines, das man selten gebaut sieht.

Mein Dank gilt Lars Scharff, Bill Michaels und Frank Ilse

Frank Spahr