Ich denke, jeder kennt das: irgendwann ist die Zeit reif, dass in der Wohnung allgemein und im Bastelzimmer speziell mal ausgemistet, aufgeräumt und alles neu sortiert werden muss. Diese Aktion stand bei mir im abgelaufenen Winterhalbjahr an und dabei kamen aus einigen hinteren Ecken in Regalen und Schubladen ein paar mehr oder weniger alte Bausätze und angefangene, aber nie beendete Modelle zu Tage, die ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Neben ein paar Japanern (siehe auch Beitrag Fiktive japanische Trägerkampfgruppe Anfang/Mitte 1945) waren es Bausätze amerikanischer Schiffe, nämlich

  • von Tamiya des Flugzeugträgers Enterprise
  • von HP Models des Schlachtschiffes Idaho
  • von Trumpeter des schweren Kreuzers San Francisco
  • von Revell des Flak-Kreuzers Oakland
  • von Samek eines Fletcher-Klasse-Zerstörers
  • von Midship Models eines Sims-Klasse-Zerstörers
  • von Pit-Road eines Benson-Klasse-Zerstörers


Nach einigen Überlegungen entschied ich mich trotz der Tatsache, dass einige davon uralt und nicht mehr zeitgemäß waren, diese nicht zu verschrotten oder zu verkaufen, sondern zu bauen und zu versuchen, ob man nicht doch ein paar nette Modelle und ein interessantes Diorama daraus hinkriegt. Als ich dann bzgl. der Lebensläufe recherchierte, fiel mir auf, dass alle diese Schiffe u.a. Teil der amerikanischen Armada waren, die Ende November 1943 die Invasion der Gilbert-Inseln durchführte (Operationen „Galvanic“ und „Kourbash“). So entschloss ich mich, ein Diorama herzustellen, dass sie gemeinsam auf dem Marsch Richtung Gilbert Islands zeigt, auch wenn sie damals zu verschiedenen Task Groups gehörten:

  • von der Northern Carrier Group (Task Group 50.2)
    Enterprise, Oakland und Zerstörer Fletcher
  • von der Northern Attack Force (Task Group 52)
    Idaho, San Francisco und Zerstörer Morris der Sims-Klasse
  • von der Relief Carrier Group (Task Group 50.4)
    Zerstörer Edwards der Benson-Klasse


Für weitere Infos zum Lebenslauf der einzelnen Schiffe verweise ich auf entsprechende Einträge z.B. in Wikipedia oder auf der Seite NavSource Naval History - Photo Archive Main Index.


Alle Modelle habe ich überwiegend aus dem Karton gebaut, wobei ich die Revell Oakland, die HP Idaho und den Samek Fletcher mit Bauteilen von Pit-Road, Shapeways, selbst gebauten Teilen oder Photoätzteilen aus der Restekiste ordentlich modifizierte. Auch die anderen Modelle wurden zum Teil auf diese Art verfeinert, alle dann mit gezogenem Gussast getakelt.


Anstrich, wie immer, mit dem Pinsel und Revell-Emailfarben, Meeresoberfläche, ebenfalls wie immer, mit feingekörnter Rauhfasertapete, Pappmachée, Wasserfarbe und einigen Schichten hochglänzendem Klarlack.


Noch eine Anmerkung: den US-Navy-Experten unter den Betrachtern fällt eventuell auf, dass die Tarnanstriche und Konfiguration einiger Schiffe (z.B. Enterprise oder Fletcher) nicht mit dem Zeitraum des Dioramas (Ende 1943) übereinstimmen. Diese Unkorrektheit möge man mir verzeihen – ich hatte einfach Lust, die Vielzahl der unterschiedlichen Tarnanstriche der US Navy darzustellen und die Bausätze zu verwerten.


Hoffe, das Diorama mit seinen Modellen gefällt trotzdem. Es hat mir jedenfalls Spaß gemacht und ich bin froh, dass ich die Bausätze beim Aufräumen wiedergefunden und nicht verkauft oder verschrottet, sondern gebaut habe.


Ein großes „Dankeschön“ geht an Ingolf Chojniczki für das „Aufpimpen“ einiger Fotos mit Photoshop !


Thomas Träger (Text, Fotos), I. Chojnicki (Photoshop Überarbeitung)