Das Original

Das Panzerkanonenboot SMS Crocodill wurde im Rahmen des Flottenaufbauplans für eine gesamtdeutsche Marine aus dem Jahr 1873 wurde der Bau kleinerer Panzerkanonenboote zur Verteidigung der deutschen Küsten und Flussmündungen gebaut. Von 1875 bis 1881 entstanden bei der Bremer Werft AG Weser insgesamt elf baugleiche Einheiten. 

Das Modell

Das Wasserlinienmodell der SMS Crocodill ist das zweite Boot der Klasse (siehe den Bericht über SMS Wespe), das ich basieren auf dem HMV-Bogen aus den 1990er Jahren gebaute habe. Ich habe es in ein kleines Diorama eingebettet. Details wie die korrekte Anzahl der Schornsteinringe habe ich anhand von Fotos ergänzt. Dargestellt ist der Zustand nach dem Umbau von 1883, jedoch noch nicht im finalen Ausrüstungsstand als Kriegsschiff – später wurde der Aufbau offenbar noch nach achtern verlängert. Das Modell des Panzerkanonenboots ist 18,4 cm lang und aus Karton, Papier, Draht, Kunststoffborsten und Serafilgarn gebaut; die von HMV angebotenen Lasercut-Teile habe ich sehr gerne verwendet. Der HMV-Bogen gibt den Zustand der Schiffe nach dem Umbau 1883 im 96er Grau wider.


An einem Sommertag im Jahr 1900 liegt S.M.S. Crocodill vor der Nordseeküste auf Reede. Die ausgebrachte Ankerkette hält das Boot an einer Festmachertonne. An Backbord passiert eine Spitzmutte unter Segeln, von Steuerbord nähert sich ein Marine-Dampfbeiboot Kl. 1 mit einem Offizier in der Plicht. Das Panzerkanonenboot ist von einer Übung im Wattenmeer zurückgekehrt; das Flaggensignal am Mast weist auf einen defekten Kessel hin, Hilfe wird erwartet (eine durchaus realistische Situation bei den störungsanfälligen Schiffen). Die Mannschaft nutzt das gute Wetter, um gewaschene Kleidungsstücke im Wind zu trocknen, auf dem Backdeck wird aufgeklart. Die Manöverfahrten haben Schmutzspuren hinterlassen, und dort, wo die Mannschaft nicht herankommt, macht sich bereits Rost breit. Die Beiboote liegen seefest unter Persenningen, nur ein Kutter liegt fertig zum Ausschwenken auf seinen Barrings. Oberlichter und Türen stehen zum Lüften offen.

Klaus Lingenauber