Das Original
Der Supermarine Seafang war ein britisches Marinejagdflugzeug mit Rolls-Royce Griffon-Motor, das von Supermarine nach der Air Ministry Spezifikation N.5/45 entworfen wurde. Sie basierte auf der Spiteful, einer Weiterentwicklung des Spitfire mit Griffon-Motor von Supermarine. Zu diesem Zeitpunkt war das Design der Spitfire zehn Jahre alt, in einer Zeit rascher technischer Entwicklung in der Luftfahrt. Der Seafang war von Strahlflugzeugen überholt, und es wurden nur 18 gebaut. Das Modell 383 Seafang war im Wesentlichen eine als Trägerflugzeug für die Royal Navy überarbeitete Supermarine Spiteful, an der ein Fanghaken für die Trägerlandungen und zwei gegenläufige Propeller installiert wurden. Die gegenläufigen Luftschrauben sollten das bei nur einem Propeller auftretende große Drehmoment (Schlingerbewegung) eliminieren. Die Mark F32 hatte faltbare Flügel, eine erhöhte Treibstoffkapazität und einen Griffon-89-Motor mit 2.350 PS, der die beiden gegenläufigen Dreiblatt-Propeller antrieb. Zwei dieser Typen wurden fertiggestellt, die VB893 und VB895. Bis jetzt sind keine Belege bekannt geworden, die einen Erstflug vor dem Ende der Kampfhandlungen bestätigen können.
Der erste (belegte) Flug einer Seafang fand 1946 statt. Eine Serienproduktion dieses Flugzeugtyps wurde nie aufgenommen. Insgesamt wurden 18 Prototypen und Versuchsmuster gefertigt, die aber nicht alle fertiggestellt und geflogen wurden. Die Seafang FR 32, VB895 wurde vom Testpiloten Mike Lithgow im Mai 1947 für Testlandungen auf dem Flugzeugträger Illustrious geflogen. Im Vergleich zur Seafire Mk47 galt die Steigerung der Flugleistung auch nicht als ausreichend, um eine Serienproduktion der für die Anforderungen der Marine angepassten, strahlgetriebenen Gloster Meteor und De Havilland DH.100 Vampire zu verhindern. Auch die Langsamflugeigenschaften der Seafang entsprachen nicht den Erwartungen, und daher wurde die zeitgleich entwickelte Hawker Sea Fury als Marineflugzeug für die Flotte ausgewählt.
Während der Flugversuche soll eine Seafang mit einer Geschwindigkeit von 794 km/h geflogen sein. Wenn diese Aussage zutreffen würde, wäre die Seafang das schnellste Kolbenmotorflugzeug, das jemals im Vereinigten Königreich gebaut wurde. Eine weitere Besonderheit der Seafang war, dass die Flügel für die spätere, strahlgetriebene Supermarine Attacker Verwendung fanden.
Technische Daten:
Länge: 10,39 m
Spannweite: 10,67 m (gefaltet 8,23 m)
Höhe: 3,82 m
Flügelfläche: 19,5 m²
Leermasse: 3636 kg
max. Startmasse: 4750 kg
Höchstgeschwindigkeit: 765 km/h
Dienstgipfelhöhe: 12500 m
Triebwerk: 1 x Rolls-Royce Griffon 89 12-Zylinder V-Motor)
Leistung: 2350 PS (1730 kW)
Propeller: 6-blättriger, gegenläufig rotierender Konstantdrehzahlpropeller
Bewaffnung:
2 x 454 kg Bomben
4 x 20 mm Hispanon Mk Maschinenkanonen
Zitat: Wikipedia
Bausatz
Supermarine Seafang F.MK.32
Trägergestütztes Jagdflugzeug
Hersteller: Trumpeter
Kit Nr: 02851
Maßstab: 1:48
Preis: ca. 35,- €
Der Bausatz der Supermarine Seafang F.MK.32 besteht aus drei grauen und einem klarem Spritzling sowie fünf Fotoätzteilen. Die Qualität der Bauteile würde ich als durchschnittlich bezeichnen. Es besteht die Möglichkeit, die Tragflächenspitzen nach dem Abtrennen in hochgeklappter Position anzukleben. Weiterhin ist eine detaillierte Aufklärungskamera enthalten, die im montierten Zustand allerdings nicht zu sehen ist. Als Besonderheit liegen drehbare und gegenläufige Doppelpropeller bei. Der klare Spritzgussrahmen enthält die zweigeteilte Cockpithaube, Positionslichter, die Kameralinse und die Zieleinrichtung. Weiterhin findet sich im Karton eine kleine Fotoätzteilenplatine für die Kühlergitter, ein Decalbogen für drei Ausführungen, die nicht näher beschrieben sind, ein Bauplan sowie eine Lackieranleitung.










Das Modell
Der Bau begann mit dem sechsteiligen Cockpit. Die Lackierung erfolgt in Dark Green und Flat Black. Für das Armaturenbrett liegt ein Decal bei. Im zweiten Bauschritt wird die Beobachtungskamera zusammengeklebt. Diese besteht aus acht Bauteilen und wurde laut Anleitung ebenfalls in Mattschwarz lackiert. Bevor das Cockpit und die Kamera in den Rumpf geklebt werden konnten, musste ein Loch für die Kameraabdeckung in den Rumpf gebohrt werden. Es wäre geschickter gewesen, wenn Trumpeter diese Öffnung schon vorgesehen hätte und diese, falls nicht benötigt, mit einem Teil verschlossen werden kann.
Der durch Zahnräder drehbare und gegenläufige Doppelpropeller machte mir etwas Kopfzerbrechen. Es müssen zwei Propeller sowie vier Spinnerteile verschieden lackiert und dann mit drei Zahnrädern zusammengeklebt werden. Anschließend muss diese Baugruppe in den Rumpf geklebt werden. Das Ganze hat sich etwas schwierig gestaltet.
Aus Platzgründen und weil es interessanter aussieht, sollten bei meinem Modell die Tragflächen hochgeklappt werden. Dies ist im Bausatz vorgesehen, allerdings müssen die Spitzen selbst abgetrennt werden. Der Schnitt ist nicht gerade, sondern hat an den Höhenrudern einen kleinen Versatz. Die stirnseitigen vier Bauteile passen sehr gut in die Tragflächen. Die Befestigung untereinander ist mit einem filigranen Kunststoffwinkel umgesetzt.
Die Lackierung erfolgt mit Hobby Color Farben. Die Oberseite wurde in Dark Seagray und die Unterseite in Light Grey Green (Duckegg) lackiert. Die einzige Herausforderung bestand im Lackieren der drei Rumpf-, bzw. Tragflächenbänder in gelber und schwarzer Farbe. Hier sollte man sorgfältig abkleben und auf die Parallelität der Linien achten. Diesen Farbbändern liegen allerdings auch Decals bei. Auf eine Alterung und Washing habe ich verzichtet, da der Erstflug nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte, in der Nachkriegszeit wurden die Flieger besser gepflegt. Einzig einen leichten Abgasstrahl habe ich auflackiert.
Fazit
Eigentlich ein sehr schöner Flieger, der es nie zur Einsatzmaschine geschafft hat. Von Trumpeter hätte ich etwas mehr erwartet: zum Beispiel bessere Passgenauigkeit, detailliertere Panel Lines und eine bessere Auswahl der Decals.
Eberhard Sinnwell










