Das Original
Die Consolidated PBY Catalina war ein zweimotoriges See- und Patrouillenflugzeug der US Navy, das in den 1930er-Jahren entwickelt wurde, um den wachsenden Bedarf an weitreichenden Seeaufklärern zu decken. Die Entwicklung begann bei der Consolidated Aircraft Corporation im Rahmen der zwischen den Weltkriegen laufenden Modernisierungsprogramme der US-Marinefliegerkräfte, die robuste Flugboote mit großer Reichweite und langer Einsatzdauer für maritime Überwachungs-, Bomben- und Rettungsaufgaben forderten. Charakteristisch für die Catalina waren der als Bootsrumpf ausgelegte Rumpf, die hoch angebrachte Tragfläche mit einziehbaren Stützschwimmern sowie – in der Version PBY-5A – ein einziehbares Fahrwerk, das Starts und Landungen sowohl auf dem Wasser als auch auf Land ermöglichte. Ab ihrer Einführung im Jahr 1936 wurde die Catalina in großem Umfang eingesetzt und spielte im Zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle, insbesondere in der U-Boot-Bekämpfung im Atlantik, der Seeaufklärung im Pazifik sowie bei Such- und Rettungseinsätzen. Insgesamt wurden zwischen 1937 und 1945 4.051 Flugzeuge der PBY-Familie gebaut. Von der PBY-5A-Amphibienversion wurden zwischen 1941 und 1945 802 gefertigt.
Die PBY-5A Catalina hatte eine Länge von 19,5 m und eine Spannweite von 31,7 m. Das maximale Startgewicht betrug 16 t. Angetrieben wurde das Flugzeug von zwei luftgekühlten Pratt & Whitney R-1830-92 „Twin Wasp“-Sternmotoren mit jeweils 1.200 PS Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 314 km/h (170 kn), die Reisegeschwindigkeit bei 201 km/h (109 kn). Die reguläre Besatzung bestand aus acht Mann, darunter Pilot, Copilot, Navigator, Funker und Bordschützen. Zur Bewaffnung gehörten drei 7,62-mm-Maschinengewehre in Bug- und Heckpositionen sowie zwei 12,7-mm-Maschinengewehre in seitlichen Rumpfständen. Zusätzlich konnte die PBY-5A eine Außenlast von bis zu 1,8 t in Form von Bomben, Minen oder Wasserbomben mitführen.
Die Consolidated PBY-5A Catalina mit der Bureau Number 33968 wurde während des Zweiten Weltkriegs für die US Navy gebaut. Nach Kriegsende verblieb sie zunächst im militärischen Bestand und wurde später ausgemustert und in zivile Nutzung überführt, wobei sie unter anderem die Kennzeichen N5582V und N84857 trug. Im Jahr 1985 erlitt das Flugzeug bei einem Bodenunfall während eines Rollvorgangs in Lewistown, Montana, schwere Schäden, bei denen die Bugsektion zerstört wurde. In den 1990er-Jahren begann ein Wiederaufbau unter Verwendung von Teilen anderer Catalina-Zellen. Am 25. Juni 2010 wurde die Maschine per CH-47-Schwerlasthubschrauber zum Pacific Northwest Naval Air Museum in Oak Harbor, Washington, transportiert, wo sie seither als statisches Ausstellungsstück erhalten ist.
Das Modell
Nun bin ich endlich dazu gekommen, die schon seit Jahren in meinem Stack schlummernde Catalina fertigzustellen! Damals ist sie mir recht günstig als Halbfertig-Modell von J-Wings in die Hände gefallen. Klar, man hätte auch gut auf die Bausätze von Minicraft zurückgreifen können, die das berühmte Flugboot in verschiedenen Versionen und Anstrichen wiedergeben. Aber man will ja den Stapel ungebauter Bausätze nicht noch weiter vergrößern…
So war beim vorliegenden Muster erst einmal ein Entlacken in Bremsflüssigkeit angesagt, anschließend ein Abschrubben mit Flüssigscheuermittel. Die Neulackierung im Hinblick auf die zu gestaltende Version war schnell gefunden: Im Archiv von Wings-Aviation.ch stieß ich auf die Bu.No. 33968, die taktische 202, welche 1948 beim NARW-67 (Naval Air Reserve Wing) New York flog. Das orangene Rumpfband, das die Reserve-Einheiten aufweisen, sah ich als einen schönen Kontrast zur ansonsten „sea blue“ lackierten Maschine.
Beim Zusammenbau der entlackten Teile war auf eine „Entwaffnung“ der Cat zu achten. Der vordere MG-Stand musste umgebaut werden, die seitlichen MGs in den Kuppeln ließ ich einfach weg und setzte dünne Plastikplatten ein.
Die Lackierung erfolgte mit Vallejo- und Tamiya-Farben. Die Decals – mit Ausnahme der Hoheitsabzeichen (sie stammen aus einem generischen Bogen von Mark 1 Models) - wurden bei Taylormadedecals in toller Qualität gedruckt.
Schon beim Bau musste ich mich entscheiden, ob ich das Fahrwerk eingezogen oder ausgefahren bauen wollte. Eine startende Cat war mir dabei lieber als ein weiterer, großer Brummer, plan auf dem Vitrinenboden stehend. So pflanzte ich die Catalina auf einen 0,6 mm starken Acrylstab, der durch die modellierte Styrodur-See in die Rückwand eines Bilderrahmens geklebt wurde. Wassergestaltung mittels Acrylgel, Klarlack und Watte.
Die Propeller sind drehend gelagert und per Fön (Kaltstufe!) angepustet worden, so dass ich mit dem ersten Bild den Eindruck einer startenden Cat vermitteln wollte. Ich hoffe, es gibt das Vorbild halbwegs authentisch wieder!
Seit ein paar Tagen spiele ich ein wenig mit KI und greife dabei auf die Möglichkeiten zurück, die sich dem Modellbauer hier bieten. Auch wenn ich immer „aus eigener Kraft“ versuche, mein Modell so realistisch wie möglich zu präsentieren, geht’s mittels KI doch nochmal ein Ticken besser. Hier also zwei Bilder, die mit ChatGPT bearbeitet wurden:
Das ganze nochmal etwas dramatischer und im Look der 40er Jahre:
Ich finde diese Spielereien recht nett, zumal es bei ChatGPT in der Basis-Version kostenlos möglich ist. Lediglich die Anzahl der Bilder, die man pro Sitzung bearbeiten lässt, ist pro Tag auf vier begrenzt. Ala Alternative zum Ausprobieren habe ich schon mit Gemini mit ähnlich guten Ergebnissen gearbeitet. Entscheidend sind dabei nur die genaue Beschreibung, was man wie haben möchte. Probiert’s einfach mal aus!
Matthias Pohl
PMC Fritzlar-Homberg e.V.








