Das Original
Die Junkers Ju 52 gehörte zu den bekanntesten Flugzeugen der deutschen Luftfahrtgeschichte. Neben ihrer ursprünglichen Verwendung als Fracht- und Passagierflugzeug gab es verschiedene militärische Versionen. Eine besonders ungewöhnliche Variante war die Ju 52/3m MS, die zur Bekämpfung von Seeminen eingesetzt wurde.
Die Ju 52 wurde Ende der 1920er-Jahre unter der Leitung des Junkers-Konstrukteurs Ernst Zindel zunächst als einmotoriges Frachtflugzeug entwickelt. Bereits 1932 absolvierte die dreimotorige Ju 52/3m ihren Erstflug. Sie entwickelte sich zu einem erfolgreichen Verkehrsflugzeug und wurde später zum wichtigsten Transportflugzeug der Luftwaffe. Ihre Aufgaben umfassten den Transport von Soldaten und Nachschub, den Einsatz als Sanitäts- und Schulflugzeug sowie den Schlepp von Lastenseglern. Insgesamt entstanden rund 4.850 Ju 52/3m, wobei die Produktion in Deutschland von 1931 bis 1944 dauerte und nach Kriegsende in Frankreich und Spanien fortgesetzt wurde. Eine besondere militärische Ausführung war die Ju 52/3m MS, wobei MS für Magnetspule stand. Sie wurde von der Maschinenfabrik Niedersachsen Hannover (MNH) umgerüstet und erhielt einen elektrisch betriebenen Ring mit einem Durchmesser von 15 Metern unter dem Rumpf und den Tragflächen. Das erzeugte Magnetfeld sollte magnetisch gezündete Seeminen zur vorzeitigen Explosion bringen. Die Flugzeuge operierten dabei in geringer Höhe über dem Wasser und dienten der Freihaltung wichtiger Schifffahrtswege. Bis Oktober 1944 wurden insgesamt 151 Ju 52 zu dieser Version umgebaut.
Die Junkers Ju 52/3m MS hatte eine Länge von 18,90 m und eine Spannweite von 29,25 m. Ihr maximales Startgewicht betrug 10.990 kg. Als Antrieb dienten drei luftgekühlte BMW-132-Sternmotoren mit jeweils 715 PS, die eine Gesamtleistung von 2.145 PS erbrachten. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 155 kn beziehungsweise 287 km/h. Die Besatzung bestand aus vier Personen. Als Bewaffnung hatte sie zwei 0,79-cm-MG-15-Maschinengewehre. Die Minensuchausrüstung bestand aus der unter dem Flugzeug montierten Magnetspule, die von einem separaten, durch einen Kraftfahrzeugmotor angetriebenen Generator mit elektrischer Energie versorgt wurde. Dieser Generator leistete 15 kW.
Die Minensuchgruppe 1 der Luftwaffe wurde 1940 als Minensuchgruppe Mausi aufgestellt und 1941 in Minensuchgruppe 1 umbenannt. Sie diente zur Bekämpfung magnetischer Seeminen und zur Sicherung wichtiger Schifffahrtswege. Die Minensuchgruppe 1 war an verschiedenen europäischen Kriegsschauplätzen eingesetzt, darunter die Nord- und Ostsee, die französische Atlantikküste, das Mittelmeer sowie das Schwarze Meer.
Das Modell
Das Modell der Junkers Ju 52/3m MS mit der Kennung 3K+HF der Minensuchgruppe 1 ist aus dem Bausatz der Minensuchversion der Ju 52 von Italeri gebaut.
Norbert Thiel
(Text über Original von Lars)




