Das Original
Die französische Lenkwaffenfregatte Suffren (D602) war das Typschiff der gleichnamigen 1962-70 gebauten Suffren-Klasse und wurde als großes Lenkwaffenschiff für die französische Marine entwickelt. In Frankreich wurden die Schiffe der Klasse offiziell als „frégates lance-engins" (FLE) (Lenkwaffenfregatten) bezeichnet; international werden sie aufgrund ihrer Größe, Bewaffnung und Einsatzrolle häufig als Lenkwaffenzerstörer eingeordnet und sie erhielten auch bei der französischen Marine Zerstörer-Rumpfnummern. Die Suffren-Klasse entstand aus der Forderung nach einem leistungsfähigen Begleitschiff für die Flugzeugträger Clemenceau und Foch, das insbesondere deren Flugabwehr übernehmen und zugleich gegen U-Boote und Überwasserziele eingesetzt werden konnte. Die beiden Schiffe waren die ersten französischen Kriegsschiffe, die von Beginn an für den Einsatz von Lenkwaffen konzipiert wurden. Ursprünglich war eine größere Serie vorgesehen, doch finanzielle Belastungen durch das französische Nuklearwaffenprogramm begrenzten das Bauprogramm auf zwei Schiffe: Suffren und Duquesne.
Die Suffren war 157,6 m lang und 15,5 m breit. Ihre Verdrängung betrug 6.090 t bei voller Zuladung. Der Antrieb bestand aus vier ölbefeuerten Dampfkesseln und zwei Getriebe-Dampfturbinen, die zusammen 72.500 PS leisteten und das Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 34 kn brachten. Die ursprüngliche Besatzungsstärke lag bei 426 Mann. Zur Bewaffnung gehörten ein Zwillingsstarter für 48 Masurca-Flugabwehrraketen, ein Starter für Malafon-U-Boot-Abwehrraketen, zwei 10-cm-Mehrzweckgeschütze sowie vier Torpedorohre für U-Boot-Abwehrtorpedos. Im Zuge späterer Modernisierungen kamen außerdem vier Startgeräte für MM38-Exocet-Seezielflugkörper und vier 1,27-cm-Maschinengewehre hinzu.
Die Suffren wurde am 21. Dezember 1962 in Lorient auf Kiel gelegt, am 15. Mai 1965 vom Stapel gelassen und am 20. Juli 1968 in den aktiven Dienst übernommen. Nach ihrer Indienststellung wurde sie zunächst der Atlantikflotte zugeteilt und in Brest stationiert. 1975 wechselte sie mit den Flugzeugträgern der Clemenceau-Klasse zur Mittelmeerflotte und erhielt Toulon als neuen Stützpunkt. Während ihrer mehr als drei Jahrzehnte dauernden Dienstzeit nahm sie unter anderem an Einsätzen vor dem Libanon, im Persischen Golf während des Iran-Irak-Krieges und in der Adria im Zusammenhang mit dem Bosnienkrieg teil. Am 2. April 2001 wurde die Suffren aus dem aktiven Dienst genommen. 2009 wurde das Schiff endgültig aus der Liste der französischen Kriegsschiffe gestrichen und anschließend als Wellenbrecher vor der Île du Levant eingesetzt. 2023 begann schließlich die Verschrottung in Bordeaux.
Das Modell
Das Modell der französischen Fregatte Suffren wurde aus dem Bausatz von Niko Model gebaut (siehe Bausatzbesprechung) und stellt den Zustand von 1990 dar.
Norbert Thiel
(Text über Original von Lars)










