Das Original

Die USS Missouri (BB-63) gehörte zur 1940-44 gebauten Iowa-Klasse, die als schnelle Schlachtschiffklasse für den Einsatz mit den schnellen Flugzeugträgerverbänden der US Navy entwickelt wurde. Ausschlaggebend für den Entwurf war insbesondere die Forderung, mit den neuen schnellen Flugzeugträgern Schritt halten zu können. Die Schiffe sollten als schnelle Schlachtschiffe feindliche Überwasserstreitkräfte bekämpfen und zugleich die Trägerverbände gegen Angriffe durch feindliche Überwasserschiffe schützen. Die hohe Geschwindigkeit war damit ein wesentliches Merkmal des Entwurfs. Insgesamt wurden sechs Schiffe der Iowa-Klasse in Auftrag gegeben; tatsächlich fertiggestellt wurden jedoch nur vier: Iowa, New Jersey, Missouri und Wisconsin. Illinois und Kentucky wurden während des Baus gestrichen und nicht vollendet. 


Im Zustand von 1945 war die Missouri 270,4 m lang und 33,0 m breit. Ihre Standardverdrängung betrug 45.000 t, die volle Einsatzverdrängung 57.600 t. Die Antriebsanlage bestand aus acht ölbefeuerten Babcock-&-Wilcox-Wasserrohrkesseln und vier Getriebe-Dampfturbinen von General Electric, die zusammen 212.000 PS leisteten. Damit erreichte das Schlachtschiff eine Höchstgeschwindigkeit von 33 kn. Die Besatzung umfasste im Kriegszustand 189 Offiziere und 2.978 Mannschaften, insgesamt also 3.167 Personen. Die Hauptbewaffnung bestand aus neun 40,6-cm-Geschützen in drei Drillingstürmen. Hinzu kamen zwanzig 12,7-cm-Geschütze in zehn Zwillingstürmen sowie achtzig 4-cm- und 49 2-cm-Flugabwehrkanonen.


Die Missouri wurde auf der New York Navy Yard in Brooklyn gebaut. Ihre Kiellegung erfolgte am 6. Januar 1941, der Stapellauf am 29. Januar 1944 und die Indienststellung am 11. Juni 1944. Damit war sie das letzte Schlachtschiff, das die US Navy während des Zweiten Weltkriegs in Dienst stellte. Nach Erprobungs- und Ausbildungsfahrten erreichte sie Anfang 1945 den Pazifik und nahm an den Operationen gegen Iwo Jima und Okinawa sowie an Angriffen auf die japanischen Hauptinseln teil. Am 11. April 1945 wurde sie von einem japanischen Kamikaze-Flugzeug getroffen, erlitt dabei jedoch nur geringe Schäden. Historische Bedeutung erlangte das Schiff vor allem am 2. September 1945: An Bord der Missouri wurde in der Bucht von Tokio die japanische Kapitulationsurkunde unterzeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb sie zunächst im Dienst und nahm später am Koreakrieg teil. Am 26. Februar 1955 wurde sie erstmals außer Dienst gestellt. 1986 wurde sie modernisiert und erneut in Dienst gestellt; im Golfkrieg 1991 setzte sie ihre 40,6-cm-Geschütze und Tomahawk-Marschflugkörper gegen irakische Ziele ein. Am 31. März 1992 wurde sie endgültig außer Dienst gestellt und 1995 aus dem Schiffsregister gestrichen. Seit 1999 liegt die Missouri als Museumsschiff in Pearl Harbor (siehe Fotogalerien hier, hier und hier).

Das Modell

Das Modell des Schlachtschiffs USS Missouri ist aus dem alten Tamiya-Bausatz 78018 gebaut, der trotz seines Alters noch immer die Qualität der verwendeten Materialien erkennen lässt, auch wenn er inzwischen von neueren Bausätzen anderer Hersteller übertroffen wird.

Für den Bau des Modells verwendete ich den Ätzteilsatz 5302 von Eduard, der einige Lücken des Tamiya-Bausatzes schließt, unter anderem bei Türen, Fenstern und Details der Aufbauten. Die Konstruktion erforderte jedoch umfangreiche Recherchen und wurde durch zahlreiche im Eigenbau angefertigte Details ergänzt, die weder im Bausatz noch im Ätzteilsatz enthalten waren. Dies betraf insbesondere die Brücke, die Schornsteine und die Masten. Die Masten wurden aus Metall neu aufgebaut und anhand der verfügbaren Dokumentation mit zahlreichen Details versehen. Die Haupt- und Sekundärgeschütze bestehen aus Metall; die Rohrmanschetten der Geschützrohre wurden aus Teflon gefertigt. Das Hauptradar wurde nicht als Ätzteil ausgeführt. Stattdessen wurde dafür ein 3D-Modell erstellt, was das Erscheinungsbild des gesamten Modells deutlich verbessert.

Der Eduard-Satz enthält auch Zubehör für die 4-cm-Vierlingsgeschütze. Dieses wurde jedoch als unzureichend beurteilt und durch 3D-gedruckte Teile ersetzt. Für die 2-cm-Geschütze wurden dagegen die Zubehörteile aus dem Tamiya-Bausatz verwendet, die sich als durchaus geeignet erwiesen.

Für die Lackierung kamen Vallejo- und Atom-Farben, Ölfarben und Aquarellstifte in verschiedenen Kombinationen zum Einsatz, um die Tarnanstrichschema des Schiffes von 1945 wiederzugeben. Das Modell wurde in Fahrt dargestellt und auf einer Polystyrolplatte montiert, wobei ich für die Gestaltung der Wasserfläche wie gewohnt meine übliche Methode für Schiffsmodelle verwendete.

Es war ein aufwendiges und intensives Projekt, aber ich bin der Meinung, dass das Ergebnis durchaus gelungen ist.

Manuel González

(Text über Original von Lars)