Das Original

Die dänische Korvette Triton (F347) war das Typschiff einer Klasse von vier 1953-57 gebauten Schiffen. Ihre Schwesterschiffe waren Diana, Flora und Bellona. Die dänische Triton-Klasse beruhte auf der italienischen Albatros-Klasse, von der 1953-56 auch drei für die italienische Marine, zwei für die indonesische Marine und eines für die niederländische Marine gebaut wurden. Letzteres wurde 1961 an die italienische Marine abgegeben. Die Albatros-Klasse wurde aus den Korvetten der Gabbiano-Klasse entwickelt. Sie erhielten aber, wie die parallel gebauten Fregatten der Centauro-Klasse, einen Glattdeckerrumpf mit ausgeprägten Deckssprung. Die Korvetten wurden mit Hilfe von Mitteln aus dem Mutual Defense Assistance Program der USA gebaut. Dänemark sollte ursprünglich zwei in Italien gebaute Korvetten und zwei in den USA gebaute Patrol Craft Escort (PCE, Geleitschiffe auf der Basis der Minensucher der Admirable-Klasse) erhalten. Der italienische Entwurf war schneller und hatte modernere Ausrüstung, weshalb sich die die dänische Marine entschied, nur vier Schiffe des italienischen Entwurf zu übernehmen. Die PCE gingen an die Niederlande als Roofdier-Klasse. Die Triton-Klasse waren als Geleitschiffe mit einer Bewaffnung gegen Flugzeuge, U-Boote sowie gegen kleinere Schiffe gedacht.  


Nach der Ablieferung stellte sich heraus, dass die Triton-Klasse relativ leicht und schlecht gebaut war. Die Wohn- und Sanitäreinrichtungen mussten in Dänemark verbessert werden, genauso die Heizung. Als größte Problem stellte sich aber die neuen 7,6-cm-Geschütze, das italienische SMP 3-Modell (in Dänemark als M/55 bezeichnet), heraus. Dies war zwar auf dem Papier sehr fortschrittlich, aber in der Realität gab es große Probleme mit der Bedienung, dem Betrieb und der Wartung. Diese Probleme traten bei der dänischen, italienischen und niederländischen Marine auf. Die niederländische Marine gab ihr einzelnes Schiff an Italien ab. Sowohl die dänische als auch die italienische Marine ersetzten das Geschütz durch andere Modelle. Die dänischen Schiffe fuhren 1959-61 zeitweise nur mit zwei oder drei 4-cm-Geschützen als Bewaffnung. Danach kamen zwei US-amerikanische 7,6-cm-Geschütze auf Mk 22-Lafetten an Bord (in Dänemark als M/60 bezeichnet). Diese hatten am Anfang nur einen Wetterschutz aus Segeltuch, später ein Schutzschild aus Aluminium. Der 4-cm-Zwillingsgeschütz wurde gegen eine Einzellafette ausgetauscht, einerseits um das Gewicht zu reduzieren, andrerseits um das Material innerhalb der Marine zu vereinheitlichen. Die Brücke erhielt größere Brückenflügel und auf der Brücke kam ein neues, größeres Radar. Weitere Modernisierungen unterblieben, so dass die Korvetten als sie 1974-79 außer Dienst gestellt wurden, auch entsprechend veraltet waren.


Triton war 76,1 m lang, 9,6 m breit und verdrängte 876 t. Der Antrieb erfolgte über zwei Dieselmotoren mit zusammen 4330 PS, womit 20,4 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 108 m.

Bewaffnung 1955
2 x 7,6 cm L/62 M/55 LvSa Geschütze (zwei Einzeltürme)
2 x 4 cm M/48 LvSa2 Flak (eine Zwillingslafette)
2 Hedgehog-24fach-U-Jagd-Mörser
100 Wasserbomben (etwa, ein Ablaufgestell, vier Wasserbombenwerfer)


Triton wurde 1953-55 von Cantiere Navali Taranto in Tarent gebaut. Sie wurde überwiegend in der Ostsee eingesetzt - abgesehen von einen Werftaufenthalt 1956 in Italien sowie Besuchen in Rotterdam, Amsterdam und Chatham und einer Dienstzeit 1963 zum Fischereischutz um die Färöer. Teilweise diente sie auch als Schulschiff. 1978 wurde sie außer Dienst gestellt und in Frederikshavn aufgelegt. 1982 wurde sie zusammen mit dem Schwesterschiff Bellona zum Abwracken nach Vigo, Spanien verkauft.

Das Modell

Die Triton baute ich aus dem Bausatz der italienischen Albatros von MRY-SFW (früher hat dieser Anbieter die Bausätze unter der Marke SSModel verkauft). Eigentlich passt diese Klasse nicht so wirklich in meine Sammlung. Ich habe sie nur gekauft, da überhaupt mal wieder ein Bausatz für ein dänisches Schiff erhältlich war und ich das Heft über die Triton-Klasse aus der Serie Flådens skibe schon hatte. Der Bausatz stellt die Albatros zu Beginn der Dienstzeit in italienischen Diensten dar. Ich entschied mich für den Bauzustand der Triton von 1955. Für spätere Bauzustände wären einige Umbauten notwendig.

Der Bausatz besteht aus 3D-gedruckten Teilen. Die Druckqualität ist ok. Der Rumpf hat wieder eine Tendenz zu einer Banane. Die Gravuren auf den Decks und den Rumpfseiten sind etwas heftig. Die Passgenauigkeit der wenigen Teilen war nicht optimal, viele der Passstifte passten nicht. Die 7,6-cm-Geschütze waren nicht ganz passend - zumindest für ein dänisches Schiff. Das hinteren Ende des Turms machte ich glatt, oben auf dem Turm entfernte ich etwas, was eventuell zur Feuerleitung dienen sollte. Ich ergänzte die sehr prominenten, runden Platten seitlich des Rohrs. Ansonsten baute ich den Bausatz überwiegend aus dem Kasten, nur den Kran auf dem Achterschiff ordnete ich etwas anders an und ließ die beiden kleinen seitlichen Kräne weg. Von den Wasserbombenwerfern (K-Gun) fehlten zwei. Auch das vordere Lager für die Rettungsflöße fehlte, genauso wie die Rettungsflöße selbst. Letztere ergänzte ich aus einem Set für britische Flöße (RN Craft II) von Heavy Hobby. Triton erhielt teilweise auch mindestens eine 2-cm-Oerlikon auf dem Achterdeck, eventuell noch zwei weitere neben dem vorderen 7,6-cm-Geschütz. Da ich auf einem Foto eines frühen Zustands in Flådens skibe og fartøyer 1945-1995 keines der Oerlikons erkennen konnte (und kein Foto fand, auf dem es eindeutig war, ob die vorderen beiden an Bord waren) ergänzte ich diese nicht. Die Stabantennen sind aus schwarzen 0,047-mm-Metalldraht von Very Fire.

Für die Bemalung benutzte ich 156 (905) Hellblaugrau von Vallejo Model Color - sowohl für die Seiten als auch die Decks. Dies ist das frühe dunkle Grau der dänischen Marine, später wurden die Korvetten der Triton-Klasse hellgrau gestrichen. Die Seiten und Decks waren im frühen Zustand in der gleiche Farbe gestrichen. Farblich auffällig sind die rot-weiß bemalten Flöße (4 (820) Cremeweiß und 28 (909) Verkehrsrot). Die Abziehbilder für die frühen schwarzen Rumpfnummern und das Namensschild zeichnete ich selbst und Tailormade Decals druckte sie für mich. 

Hier Triton mit zwei späteren dänischen Schiffen, den Fregatten Peder Skram (1966) und Niels Juel (2011), die auch als Geleitschiffe dienten bzw. dienen:


Triton war ein relativ kleines U-Jagd-Schiff. Hier mit späteren U-Jagd-Fregatten, der portugiesischen NRP Almirante Gago Countinho (1966) und der italienischen MMI Carlo Margottini (2014):


Triton diente zeitweise als Patrouillenschiff zum Fischereischutz bei den Färöern und war sicher im Nordatlantik kein optimales Schiff für diese Aufgabe. Hier mit zwei späteren dänischen Patrouillenschiffen, die für solche Aufgaben gebaut wurden, der Knud Rasmussen (2008) und Thetis (1991):

Quellen


Lars