Das Original

Die britische Fregatte HMS Terpsichore (F19) wurde ursprünglich im Zweiten Weltkrieg als Zerstörer der T-Klasse gebaut und zu Beginn des Kalten Kriegs zur Fregatte umgebaut. Die britische Royal Navy musste darauf reagieren, dass sowjetische U-Boote wie die des Projekts 613 ("Whiskey") unter Wasser schneller als viele eigene U-Jagd-Schiffe aus dem Zweiten Weltkrieg waren. Gleichzeitig waren die 112 Zerstörer des War Emergency Programms (O- bis Zr-Klasse) veraltet, u.a. wegen der Hauptgeschütze, die nicht gut als Flak geeignet waren. Deshalb bot es sich an, diese schnellen Zerstörer zu U-Jagd-Fregatten umzubauen. 1949-56 wurden 23 Zerstörer zu U-Jagd-Fregatten des Typs 15 umgebaut. Dieser Umbau war sehr umfassend, u.a. mit modifizierten Rumpf und neuen Aufbauten, und deshalb teuer. Deshalb wurde der Typ 16 als billigere Alternative entwickelt. 


Beim Umbau zum Typ 16 gab es kaum Änderungen bei den Aufbauten und dem Rumpf. Der Typ 16 erhielt aber neue Radar- und Sonargeräte. Ein Großteil der ursprünglichen Bewaffnung wurde entfernt. Lediglich eines der Vierlingstorpedorohre als Anti-Schiffsbewaffnung und die 4-cm-Bofors wurden beibehalten, letztere sogar noch zahlenmässig verstärkt. Außerdem kam eine 10,2-cm-Zwillingsflak auf der B-Position hinzu. Das achtere Deckshaus wurde modifiziert, um zwei Squid-U-Jagd-Werfer und deren Nachladevorrichtungen aufzunehmen. Drei der Typ 16, TeazerTumult und Terpsichore, erhielten eine neue geschlossene Brücke. Insgesamt zehn Typ 16 wurden 1949-55 aus Zerstörern der O-Klasse (ein Schiff), P-Klasse (zwei Schiffe) und T-Klasse (sieben Schiffe) umgebaut. Auch zwei pakistanische Zerstörer der O-Klasse wurden zu Typ 16 umgebaut. Ein kanadischer Zerstörer der V-Klasse wurde ähnlich umgebaut, behielt aber vorne die ursprünglichen Geschütze. Auch zwei südafrikanische Zerstörer der W-Klasse wurden ähnlich umbaut, erhielten aber statt der Squid-Werfer ein Hubschrauberdeck und -hangar für Westland Wasp-U-Jagdhubschrauber. Der Umbau zum Typ 16 war tatsächlich billiger, aber im Vergleich zum Typ 15 war der Typ 16 als U-Jagd-Schiff auch weniger leistungsfähig. Deshalb dienten die britischen Schiffe des Typs 16 nicht lange nachdem neuere U-Jagd-Fregatten der Typen 12 und 14 in Dienst kamen.


Terpsichore war 110,6 m lang, 11,5 m breit und verdrängte 2693 t. Der Antrieb bestand aus zwei Kesseln und zwei Dampfturbinensätze, die zusammen 40.000 PS leisteten, womit 36,8 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 175 Mann.

Bewaffnung 1953
2 x 10,2 cm Mk XVI (Mk XIX Zwillingslafette)
7 x 4 cm Bofors (eine Mk V Zwillingslafette und fünf Mk IX-Einzellafetten)
6 x 30,5 cm-Squid-U-Jagd-Mörser (zwei Drillingslafetten)
4 x 53,3 cm-Torpedorohre (ein Vierlingstorpedorohr)


Terpsichore (R33) wurde 1941-44 von Denny & Bros in Dumbarton gebaut. Sie diente nach dem Einfahren im Mittelmeer, erst in der Adria. Im August 1944 unterstützte sie die Landung in der Provence (Operation Dragoon). Danach wurde sie in die Ägäis verlegt. Am 18. September bombardierte sie Melos, am 19. September versenkte sie mit HMS Troubridge und ORP Garland das deutsche U-Boot U 407. Danach beteiligte sie sich an der Befreiung von Griechenland. Am 7. Oktober versenkte sie zusammen mit dem Leichten Kreuzer HMS Black Prince bei Velvos deutsche Landungsschiffe und Transportschiffe. Am 17. Oktober befreite sie mit dem Zerstörer HMS Cleveland Scarpanto. Im Januar und Februar 1945 wurde sie in Plymouth für den Einsatz im Pazifik modernisiert. Sie erreichte im Mai 1945 Australien. Ab Juni diente sie bei der British Pacific Fleet mit der Kennung D33. Am 15. Juni war sie Teil der Kräfte, die Truk bombardierten. Ab dem 17. Juni war sie auf Angriffe auf Japan nördlich von Tokio beteiligt. Auch am 24. Juni und 9., 13. und 15. August wurde sie bei weiteren Angriffen auf Japan eingesetzt. Sie war bei der Unterzeichnung der japanischen Kapitulation am 2. September 1945 in der Bucht von Tokio dabei. Danach wurde sie für die Rückführung von Soldaten aus japanischer Gefangenschaft genutzt. 1946 kehrte sie nach Großbritannien zurück und wurde in Devonport aufgelegt

1952-53 wurde sie von Thorneycroft & Co in Woolsten zur Fregatte des Typs 16 umgebaut. Sie erhielt die Kennung F19. Nach der Erprobung kam sie erneut zur Reserveflotte in Devonport. Nach einer Überholung kam sie 1960 zur Reserveflotte in Lisahally. 1964 wurde sie gestrichen und 1966 nach Troon zum Abwracken verkauft. Sie erhielt insgesamt drei Battle Honours für ihre Einsätze im Zweiten Weltkrieg.

Das Modell

Die britische Fregatte HMS Terpsichore habe ich aus dem Bausatz des Typ 16 von Starling Models gebaut (siehe Bausatzbesprechung). Der Bausatz ermöglicht den Bau von HMS Tenacious oder HMS Terpsichore. Ich entschied mich für letztere, da sich diese durch die neue geschlossene Brücke von den anderen Zerstörer-Klassen (O- bis Cr-Klasse) des War Emergency Programme optisch deutlicher unterscheidet (Tenacious behielt beim Umbau zum Typ 16 die alte Brücke).

Der Bausatz ermöglicht grundsätzlich ein gutes Modell. Allerdings gab es bei meinem Exemplar des Bausatzes ein paar kleinere Probleme. Einerseits war der Bug nicht komplett ausgeformt. Ich musste den unteren Teil des Stevens neu modellieren. Die Deckshäuser passten nicht auf die Passstifte an Deck. Außerdem hätte ich die Deckshäuser etwas mehr unten abschleifen sollen, da sie für die fotogeätzten Decksabstützungen so zu hoch waren. Bei dem kleinen Motorboot war die vordere untere Hälfte des Rumpfs nicht gedruckt, weshalb ich hier den Rumpf vorne neu modelliert habe.

Ankerketten waren im Bausatz nicht enthalten, ich ergänzte diese mit Fotoätzteilen von BJ-Modellbau. Terpsichore hatte keine Rettungsflöße an Bord, sondern stattdessen eine andere Form von Rettungsmitteln neben der Brücke. Die Kabelrollen ordnete ich nach Fotos neu an. Die fotogeätzten Rahen am Mast ersetzte ich durch Metallstäbe. Die Stabantennen stellte ich mit 0,05 mm dicken Kupferdraht da. Mittschiffs konnte man auf den Fotos die Position des Feuerleitgeräts nicht genau erkennen. Ich ergänzte hier einen kleinen Mast. 

Folgende Acrylfarben von Vallejo Model Colour benutzte ich: 153 (907) Hellblaugrau für den Rumpf, 73 (969) Türkisgrün für die meisten Decks und 139 (846) Mahagonibraun für die Brückendecks. Die Abziehbilder für die Kennung stammt aus dem Bausatz.

Hier ein Vergleich der Terpsichore mit zwei späteren in Großbritannien gebauten Fregatten: der chilenischen Almirante Lynch (1973) und der britischen HMS London (1987).


Terpsichore wurde als Zerstörer gebaut. Hier Vergleich mit ihrer Halbschwester, dem norwegischen Zerstörer HNoMS Stord (1943, britische S-Klasse) und dem polnischen Zerstörer ORP Błyskawica (1937).


Hier noch ein Vergleich mit zwei anderen U-Jagd-Fregatten, der portugiesischen NRP Almirante Gago Countinho (1966) und der italienischen Carlo Margottini (2014):

Quellen


Lars