
Die italienische Patrouillenfregatten Francesco Morosini (P431) und Raimondo Montecuccoli (P432) gehören zu neun Schiffen der Thaon di Revel-Klasse (Pattugliatore Polivalente d’Altura, PPA), die seit 2016 für die italienische und indonesische Marine gebaut wurden bzw. werden. Die Klasse wurden als Patrouillenschiffe entworfen, die modular ausgelegt sind. Es gibt zwei Mehrzweckbereiche: mittschiffs zwischen den Aufbauten und achtern unter dem Hubschrauberdeck. Hier können Module in der Größe von acht bzw. fünf 20-Fuß-Containern untergebracht werden, z.B. für die humanitäre Hilfseinsätze oder die Unterstützung von Spezialkräften. Aufgabe war z.B. die Überwachung großer Seegebiete, z.B. zur Bekämpfung von Piraten und Interventionen mit leichten Kräften, d.h. ähnliche Aufgaben wie die deutsche Baden-Württemberg-Klasse. Die Thaon di Revel-Klasse wurde allerdings von Anfang so entworfen, dass sie zu vollwertigen Kampfschiffen ausgerüstet werden können. Es wurden auch drei Varianten bestellt: Light (nur mit Geschützen bewaffnet und nur Nahbereichsradar Kronos-X-Band), Light Plus (auch Flugabwehrraketen, weiter reichender Radar Kronos-C-Band) und Full (voll bewaffnet, beide Radartypen, Schleppsonar). Eine EVO-Variante mit besseren Sensoren und stärkerer Bewaffnung wurde entwickelt. Ursprünglich sollten bis zu 16 Schiffe bestellt werden, die Bestellung wurde auf sieben reduziert, um die Patrouillenfregatten der Soldati-Klasse und ein Teil der Korvetten der Minerva-Klasse zu ersetzen. Statt weiterer Schiffe werden European Patrol Corvettes (EPC) und Patrouillenschiffen der Vivaldi-Klasse (PPX) gebaut. Charakteristische Merkmale der Thaon di Revel-Klasse sind der Bug mit dem zusätzlichen rammspornartigen Vorsatz (Z-Form), der eine höhere Geschwindigkeit ermöglichen soll, sowie das "Cockpit", das den Einsatz des Schiffs mit nur zwei Personen ermöglichen soll.
Paolo Thaon di Revel (P 430) und Francesco Morosini (P 431) wurden als Light-Variante gebaut. Raimondo Montecuccoli (P 432), Marcantonio Colonna (P 433) und Ruggiero di Lauria (P 435) wurden als Light Plus-Variante gebaut. Die letzten beiden wurden aber unfertig 2024 an Indonesien verkauft und als KRI Brawijaya (320) und KRI Prabu Siliwangi (321) 2025 in Dienst gestellt. Giovanni delle Bande Nere (P 434) und Domenico Millelire (P 436) wurden als Full-Variante gebaut. Die beiden an Indonesien verkauften Schiffen sollen durch zwei gleichnamige Schiffe ersetzt werden, die ab 2026 aber als Full-Variante gebaut werden. Die restlichen drei italienischen Schiffe sollen auch zur Full-Variante hochgerüstet werden.
Die Thaon di Revel-Klasse ist 143 m lang, 16,5 m breit und verdrängt voll beladen 5830 t (Francesco Morosini, Light-Variante) bzw. 5880 t (Raimondo Montecuccoli, Light Plus-Variante). Der Antrieb besteht aus einer Gasturbinen, zwei Dieselmotoren, vier dieselgetriebenen Generatoren und zwei Elektromotoren und leistet insgesamt 77.800 PS, womit 31,6 kn erreicht werden (10 kn diesel-elektrisch, 18 kn mit einem Dieselmotor, 25 kn mit zwei Dieselmotoren, 27 kn nur mit der Gasturbine). Die Besatzung besteht aus 90 (Light, Light+) bzw. 120 Personen (Full), plus 24 falls Hubschrauber eingeschifft sind. Es können bis zu 173 Personen unterbracht werden (203, wenn der achtere Mehrzweckbereich für die Unterbringung genutzt wird).
Von der Thaon di Revel-Klasse gibt es im Maßstab 1/700 Bausätze von Delphis (Bausatzbesprechung) und EVModel.
Bei einer Besichtigung des italienischen Flugzeugträgers Cavour (siehe Fotogalerie) im September 2026 in Taranto (Tarent) war im Hintergrund auch die Francesco Morosini (P431) der Light-Variante zu sehen:











Im gleiche Hafenbecken lag neben der Cavour die Raimondo Montecuccoli (P432) der Light Plus-Variante (man beachte das Vorhandensein des Sylver A50-Senkrechtstarters vor der Brücke und die andere Anordnung der Kronos-C-Band-Radarantennen über der Brücke im Vergleich zu den Kronos-X-Band-Antennen der Francesco Morosini):




























Weitere Foto der Thaon di Revel-Klasse (PPA):
Lars