Lenkwaffenfregatte Almirante Juan de Borbón

Die Almirante Juan de Borbón (F102) ist eine spanische Lenkwaffenfregatte der Álvaro de Bazán-Klasse (F-100) und wurde als zweites Schiff dieser Klasse gebaut. Die Álvaro de Bazán-Klasse umfasst insgesamt fünf 1999-2012 gebauten Einheiten. Die Klasse wurde entwickelt, um die Fähigkeiten der spanischen Marine im Bereich der Luftverteidigung erheblich zu stärken, insbesondere im Rahmen multinationaler Einsatzverbände der NATO. Ein zentrales Merkmal ist das integrierte Aegis-Kampfsystem, das eine leistungsfähige Luftraumüberwachung und -abwehr ermöglicht. Neben der Flugabwehr gehören auch die Bekämpfung von Überwasserschiffen und U-Booten sowie die Unterstützung von Landoperationen zu den Aufgaben dieser Mehrzweckfregatten. Die plattformseitige Entwicklung erfolgte dabei in europäischer Zusammenarbeit: Seit 1994 arbeiteten Spanien, Deutschland und die Niederlande bei der Konzeption moderner Luftverteidigungsfregatten zusammen, woraus parallel auch die deutsche Sachsen-Klasse und die niederländische De Zeven Provinciën-Klasse hervorgingen. Aus der Álvaro de Bazán-Klasse wurde die australische Hobart-Klasse entwickelt.

Die Almirante Juan de Borbón hat eine Länge von 146,7 m und eine Breite von 18,6 m bei einer Verdrängung von 5.800 t. Der Antrieb erfolgt über ein CODOG-System mit zwei Dieselmotoren und zwei Gasturbinen des Typs General Electric LM2500, die zusammen eine Leistung von 58.000 PS erreichen. Damit erzielt das Schiff eine Höchstgeschwindigkeit von 28,5 kn. Die Besatzung umfasst bis zu 240 Personen. Zur Bewaffnung gehören ein vertikales Startsystem Mk 41 für Flugabwehrraketen SM-2 und ESSM, acht Seezielflugkörper Harpoon, ein 12,7-cm-Geschütz Mk 45, zwei 2-cm-Phalanx-Nahbereichsverteidigungssysteme, Torpedorohre vom Kaliber 32,4 cm sowie ein Bordhubschrauber des Typs SH-60B Seahawk.

Die Almirante Juan de Borbón wurde bei Navantia in Ferrol gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 27. Oktober 2000, der Stapellauf am 28. Februar 2002 und die Indienststellung am 3. Dezember 2003. In ihrer Einsatzgeschichte wurde sie wiederholt in internationale Krisenregionen entsandt. Dazu zählen Einsätze im Mittelmeer im Rahmen von NATO-Verbänden während der Spannungen im Zusammenhang mit dem Syrienkonflikt, bei denen sie Aufgaben der Luftraumüberwachung und des Verbandschutzes übernahm. Ebenso war sie im Indischen Ozean und vor dem Horn von Afrika im Einsatz, insbesondere im Rahmen der EU-Antipirateriemission Operation Atalanta. Darüber hinaus nahm sie mehrfach an Einsätzen der Standing NATO Maritime Groups teil, die auch in sensiblen Seegebieten wie dem östlichen Mittelmeer oder dem Schwarzen Meer operierten. Dabei übernahm die Fregatte wiederholt Führungsaufgaben innerhalb multinationaler Verbände. Das Schiff befindet sich im aktiven Dienst der spanischen Marine.

Von der Klasse gibt es im Maßstab 1/700 einen Bausatz von BigBlueBoy (siehe gebaute Modelle hier und hier).

Almirante Juan de Borbón besuchte im Juni 2024 Kiel:

Weitere Fotos von Fregatten der Álvaro de Bazán-Klasse:

Falk Pletscher (Fotos), Lars (Text)