Fujimi: japanischer Schwerer Kreuzer Mogami 1943-44 (1/700) Drucken
Dienstag, 06. Juni 2017 um 05:00

 

06.06.1942 - 75 Jahre Schlacht von Midway/Operation MI

 

Schwerer Kreuzer Mogami Deckelbild

Heute vor 75 Jahren, am 6. Juni 1942, wurden die beiden japanischen Schweren Kreuzer Mogami und Mikuma, die beschädigt hinter dem Rest ihres Verbands zurückgeblieben waren, von Flugzeugen der Flugzeugträger USS Enterprise und USS Hornet angegriffen (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die Angriffe versenkten die Mikuma, während die Mogami zwar weitere Treffer erhielt aber entkommen konnte. Das schwer beschädigte Schiff wurde nach seiner Rückkehr nach Japan zu einem Hybridträger umgebaut, um so den Verlust der vier japanischen Flugzeugträger in der Schlacht von Midway und den Verlust von zwei weiteren leichteren Trägern im gleichen Jahr teilweise zu kompensieren.

Modell: Imperial Japanese Aircraftcarrier Cruiser Mogami 1943-1944
Hersteller: Fujimi
Maßstab: 1/700
Material: Spritzguss
Art.Nr.: 431130 (73)
Preis: 35,1 € (bei NNT)

Das Original

Der japanische Schwere Kreuzer Mogami (最上) war das Typschiff einer Klasse von vier Schiffen, die ursprünglich als Leichte Kreuzer in Reaktion auf den Londoner Flottenvertrag von 1930 entworfen worden waren. Dieser Vertrag begrenzte nicht die Zahl der Schiffe, sondern setzte eine maximale Gesamtverdrängung fest. Bei den Schweren Kreuzern hatte die japanische Marine diese Grenze mit der Takao-Klasse bereits erreicht. Bei den Leichten Kreuzern waren jedoch Ersatzbauten möglich. Dem Vertrag nach durften Leichte Kreuzer eine Standardverdrängung von maximal 10.000 ts haben. Um die maximale Zahl an Schiffen bauen zu können, strebte die japanische Marine eine Standardverdrängung von 8.500 ts an. Gleichzeitig setzte sie aber auf maximale Kampfkraft. Auch die britische und französische Marine stieß den Bau kleinerer Kreuzer an, allerdings eher aus finanziellen Gründen: Ziel war es möglichst kostensparend möglichst viele Schiffe zu bauen, und entsprechend fiel auch die Bewaffnung schwächer aus als bei den japanischen Kreuzern.

Die Mogami-Klasse erhielt eine für Leichte Kreuzer sehr schwere Bewaffnung aus fünf Drillingstürmen mit dem maximal erlaubten Kaliber, 15,5 cm. Die Schiffe waren aber von Anfang an dazu vorgesehen, zu Schweren Kreuzern modifiziert zu werden, wenn es die politischen Umstände erlaubten. Bei der sonstigen Bewaffnung und Panzerung versuchte man auf dem Niveau der letzten japanischen Schweren Kreuzer zu bleiben. Um dies mit der geringen Verdrängung zu ermöglichen, wurde der Rumpf möglichst leicht gebaut. Das Ergebnis war, dass die Schiffe toplastig ausfielen - trotz diverser Versuche die Gewichte hoch im Schiff zu reduzieren (die Anordnung der Türme, kleinere Brücke, nur noch einen Schornstein). Die beiden Schiffe, die noch im Bau waren, Suzuya und Kumano, wurden noch während des Baus modifiziert und erhielten u.a. kleinere Brücken und geringere Deckshöhen. Spätestens nachdem die Mogami und ähnlich konstruierte Schiffe der neueren Generation 1935 in einem Sturm schwere Schäden davontrugen ("4. Flotte Zwischenfall"), wurde erkannt, dass der Rumpf viel zu schwach gebaut war und der Entwurf völlig überarbeitet werden musste. Mogami, Mikuma und Suzuya wurden wieder außer Dienst gestellt und der Bau von Kumano eingestellt. Nach Überarbeitung der Pläne, wurden alle vier Schiffe modifiziert, d.h. der Rumpf erheblich verstärkt. Die maximale Verdrängung, die schon während der Entwurfsphase angewachsen war, stieg hierdurch noch mal um über 1.000 t. 1939 wurden schließlich die 15,5 cm-Türme durch 20,3 cm-Türme sowie die Katapulte und Torpedos durch stärkere Exemplare ersetzt.

Die Mogami wurde 1942 nach den schweren Schäden, die sie in der Schlacht von Midway erlitten hatte, zu einem Hybridträger umgebaut. Die achteren beiden 20,3 cm-Türme wurden entfernt (einer war sowieso zerstört). Stattdessen wurde das Flugdeck bis nach achtern verlängert, um bis zu elf Flugzeuge unterbringen zu können. Die beiden ursprünglichen Katapulte wurden beibehalten. Das größere Deck konnte nur zur Lagerung von Wasserflugzeugen genutzt werden, die weiter auf dem Wasser neben dem Schiff landen mussten. Ein Hangar war nicht vorhanden.

Die Mogami war 200,6 m lang, 20,6 m breit und verdrängte 1943 14.142 t (2/3 Probefahrtverdrängung, d.h. voll beladen, aber nur 2/3 des Treibstoffs und Vorräte an Bord). Der Antrieb bestand aus zehn Kesseln und vier Dampfturbinensätzen, die insgesamt 152.000 PS leisteten, womit 35,5 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand ab 1943 aus 930 Mann.

Bewaffnung 1943
6 x 20,3 cm L/50 Typ 3 No. 2 (drei Zwillingstürme)
8 x 12,7 cm L/40 Typ 89 (vier Zwillingslafetten)
30 x 2,5 cm L/60 Typ 96 (zehn Drillingslafetten)
12 x 61 cm Typ 90-Torpedorohre (vier Drillingsrohre, 24 Typ 93-Torpedos)
11 Bordflugzeuge (möglich; tatsächlich 1943 vier Aichi E13A und drei Mitsubishi F1M)

Die Mogami wurde 1931-35 von der Marinewerft Kure gebaut. Von April 1936 bis Februar 1938 musste sie zurück in ihre Bauwerft, um die Defekte des ursprünglichen Entwurfs zu korrigieren. Von Januar 1939 bis April 1940 war sie erneut in ihrer Bauwerft, dieses Mal um zum Schweren Kreuzer umgebaut zu werden. Dabei wurden ihre 15,5 cm-Drillingstürme durch 20,3 cm-Zwillingstürme sowie ihre Katapulte und Torpedos durch stärkere Modelle ersetzt. Mitte 1941 war die Mogami an der Besetzung von französischen Kolonien in Indochina beteiligt. Im Zweiten Weltkrieg war sie anfangs meist mit ihren Schwesterschiffen im Einsatz. Im Dezember 1941 sicherte sie die Landungen in Malaya, im Februar 1942 die Landungen in Niederländisch-Indien. Bei letzteren kam es am 28. Februar zur Schlacht in der Sundastrasse, in der Mogami daran beteiligt war, den australischen Leichten Kreuzer HMAS Perth und den US-amerikanischen Schweren Kreuzer USS Houston zu versenken. Allerdings versenkte sie wahrscheinlich mit ihren Torpedos auch einen japanischen Minensucher und vier japanische Transporter. Im April 1942 war sie am Vorstoß in den Indischen Ozean beteiligt, im Juni an Operation MI, die zur Schlacht von Midway führte. In dieser wurde sie durch die Kollision mit ihrem Schwesterschiff Mikuma beschädigt und später von Flugzeugen der Träger USS Hornet und USS Enterprise mit sechs Bomben getroffen. Hierbei starben 81 Mann der Besatzung, das Schiff wurde aber wahrscheinlich dadurch gerettet, dass die eigenen Torpedos schon davor ausgestoßen worden waren. Die Mikuma wurde bei den gleichen Luftangriffen versenkt, ihre eigenen Torpedos explodierten und zerstörten das Schiff. Die Mogami konnte dagegen entkommen.

Das schwer beschädigte Schiff wurde in Sasebo repariert und zum Flugzeugkreuzer umgebaut. Die Mogami war im April 1943 wieder einsatzbereit. Als sie im November 1943 auf dem Weg war, die US Navy bei Bougainville anzugreifen, wurde sie am 5. November in Rabaul von einer Dauntless der USS Saratoga mit einer Bombe getroffen, wodurch 19 Mann starben. Im Juni 1944 war sie an der Schlacht in der Philippinensee beteiligt, im Oktober 1944 an der Schlacht um Leyte. Die Mogami war Teil der Flotte von Nishimura, die durch die Surigao-Straße angriff. Sie wurde bei einem Luftangriff am 24. Oktober von Flugzeugen von USS Franklin und USS Enterprise leicht beschädigt. Am nächsten Tag wurde sie in der Surigao-Straße erst von 20,3 cm-Granaten US-amerikanischer Kreuzer beschädigt, beim Rückzug kollidierte sie mit dem Schweren Kreuzer Nachi. Durch ein ausgebrochenes Feuer ausgelöst, explodierten ihre eigenen Torpedos. Das brennende Schiff wurde von US-Kreuzern weiter beschädigt und später noch von Avenger von US-Geleitträgern mit zwei Bomben getroffen. Darauf wurde das Wrack von dem japanischen Zerstörer Akebono selbst versenkt. In der Schlacht verloren 192 Mann der Mogami ihr Leben, 700 konnten durch den Zerstörer gerettet werden.

Der Bausatz

Der Bausatz der Mogami von Fujimi stellt das Schiff nach dem Umbau zum Flugzeugkreuzer im Zustand vom April 1943 dar. Der hier besprochene Bausatz enthält keine Fotoätzteile, die nur als extra Satz erhältlich waren (Besprechung siehe unten). Für Juli 2017 ist eine Version des Bausatzes in der DX-Serie angekündigt, in dem die Fotoätzteile bereits beiliegen werden und der voraussichtlich billiger sein wird, als wenn man den Bausatz und die Fotoätzteile einzeln kauft.

Dies ist einer der neueren Bausätze von Fujimi, die von der Qualität her deutlich besser als die alten Bausätze der Waterline-Serie sind, insbesondere massiv besser als die alten Bausätze von Fujimi dieser Serie. Der Rumpf ist recht gut detailliert und liegt nur in der Wasserlinienvariante bei. Die Rinnen über den Bullaugen sind etwas massiv. Die Zahl der Bullaugen stimmt mit der Zeichnung in Japanese Cruiser of the Pacific War überein, aber nicht mit der Model Art Waterline Special No. 8. Eventuell wurden zahlreiche Bullaugen auf dem Aufbautendeck überplattet, genauso ein Teil der Bullaugen achtern. Der Schraubenschutz ist massiv dargestellt und für diesen gibt es auch keine alternativen Fotoätzteile in dem extra erhältlichen Satz. Auffallend ist, dass die Wülste am Rumpf aus Extrateilen bestehen. Das Entmagnetisierungskabel ist nicht dargestellt (auch nicht im Fotoätzteilsatz). Die Details der Decks sind sehr schön und fein, bei der Ankerkette vielleicht etwas zu fein.

Spritzlinge A, D, E Spritzling A
Spritzling A Spritzling A Spritzling A
Spritzling E Spritzling E

Auch das Flugzeugdeck ist gut detailliert, selbst die Struktur darunter dürfte für 1/700 vollkommen ausreichend sein. Die Kanten des Flugzeugdecks werden in Model Art Super Illustration als Lochplatten dargestellt, auf dem Deckbild sieht man solche Strukturen nur als Verstärkungen der Stützen. Ich habe keine Fotos gefunden, die die eine oder andere Variante bestätigen würden. Die Leitstände an den Torpedorohren haben sehr dicke Schanzkleider, auch die Details des Oberdecks, wo diese Torpedorohre standen, sind relativ einfach. Allerdings beim fertigen Modell weder die Leitstände noch andere Details dieses Decks sichtbar, da man an den Torpedorohren vorbei praktisch nichts sieht. Der kleine Mast am Heck und die anderen Antennenträger achtern sind als Spritzgussteile sehr dick und können mit dünneren Drahtteilen besser dargestellt werden.

Spritzlinge B, C Spritzling C Spritzling C
Spritzling C Spritzling C Spritzling C

Die auf den Spritzlingen F, G, I, J und K enthaltenen Kleinteile sind teilweise für Spritzgussteile außergewöhnlich gut detailiert, z.B. die Anker, Otter und die Motorboote. Die geruderten Beiboote haben zwar gute Rümpfe, aber ihre Decks sind etwas hoch, die Ruderbänke zu fein. Die 2,5 cm-Flak ist meiner Meinung nach etwas zu groß und massiv, die von FineMoulds sind besser. Die Rohre der 20,3 cm- und 12,7 cm-Geschütze kann man eventuell durch Messingrohre ersetzen. Die Rohrhosen an den 20,3 cm-Geschützen sind schon recht gut gemacht. Für einige Teile auf den Spritzlingen gibt es auch feinere Alternativen auf der extra erhältlichen Fotoätzteilplatine, z.B. die Katapultschlitten für die Bordflugzeuge.

Spritzlinge F, G, I, J und K Spritzling F Spritzling G
Spritzling I Spritzling J Spritzling K

Die restlichen Teile für die Aufbauten sind überwiegend sehr gut detailliert. Wahrscheinlich kann man die Masten, insbesondere die Toppspieren und Rahe, durch Metallteile noch besser darstellen. Einige Teil, die sich auf Spritzling H befinden, sind auch auf der alternativen Fotoätzteilplatine und dort wesentlich feiner dargestellt, u.a. die Katapulte, der Flugzeugkran, die Scheinwerferstände, Schornsteingrille, Peilantenne und die Typ 21-Radarantenne.

Spritzlinge H, L und N Spritzling H Spritzling H
Spritzling H Spritzling H Spritzling L

Einige Teile findet man an Spritzlingen aus durchsichtigem Plastik, darunter acht Aichi E13A, vier Mitsubishi F1M, Scheinwerfer, Brückenfenster und Teile für die Beiboote. Dieses Plastik lässt sich meist deutlich schlechter verarbeiten und durchsichtige Teile haben in diesem Maßstab auch allgemein nur wenig Sinn.

Spritzlinge M, P und Q Spritzling M
Spritzling P Spritzling Q

Die Abziehbilder

Die Abziehbilder umfassen neben Flaggen überwiegend Markierungen für die Bordflugzeuge. Letztere sind nur generisch, spezifische Markierungen fehlen.

Abziehbilder

Die Anleitung

Die Anleitung umfasst eine Teileübersicht, die Angaben für die Bemalung und die Abziehbilder sowie die eigentliche Bauanleitung, die in 14 Schritte gegliedert ist. Die eigentliche Bauanleitung ist sehr übersichtlich und sollte keine Fragen offen lassen - vielleicht abgesehen von der Frage, was die japanischen Kommentare darin bedeuten (aber dafür gibt es ja inzwischen Apps). Die Farbangaben könnten sich auf Mr. Hobby beziehen. Da die Fotoätzteile bei dieser Version des Bausatz nicht enthalten sind, sondern extra gekauft werden müssten, ist natürlich auch nicht klar, für welche Teile es alternative Teile gibt. Das könnte bei der angekündigten DX-Version anders sein.

Anleitung Anleitung Anleitung Anleitung
Anleitung Anleitung Anleitung Anleitung

Wer die Mogami im letzten Zustand vom Oktober 1944 darstellen will, muss einige Ergänzungen vornehmen. Sie erhielt vier zusätzliche 2,5 cm-Drillingsflak, von denen zwei neben der Brücke und zwei achtern an Erweiterungen des Flugzeugdecks standen. Außerdem bekam sie 18 2,5 cm-Einzelflak: zwei neben Turm 2, zwei neben der Brücke und 14 auf dem Flugzeugdeck. Am Fockmast kamen noch zwei Typ 22-Radarantennen und am Großmast eine Typ 13-Radarantenne hinzu. Auch die Antennenträger (Rahe) am Großmast waren modifiziert. Zuletzt hatte sie acht Aichi E16A-Flugzeuge an Bord.

Die Fotoätzteile (extra Satz)

Modell: IJN Mogami Photoetched parts Premium Option Parts
Hersteller: Fujimi
Maßstab: 1/700
Material: Fotoätzteile
Art.Nr.: G-up 79 (11395)
Preis: 22,6 € (bei NNT)

Die extra verkaufte Fotoätzteilplatine ist sehr umfangreich und fein detailliert. Sie enthält u.a. Reling, Scheinwerferstände, Details für den Schornstein, Katapulte, den Flugzeugkran, Türen, Drehteller für das Flugzeugdeck, Propeller für die Flugzeuge, Niedergänge, Peilantenne, Typ 22 Radarantenne...

extra erhältliche Fotoätzteile

Einige Teile fehlen leider, so der Schraubenschutz, das Entmagnetisierungskabel und weitere Details für die Bordflugzeuge, z.B. die Verstrebung der Schwimmer.

Die Anleitung ist eine Mischung aus Zeichnungen und Fotos eines gebauten Modells. Wahrscheinlich wäre sie übersichtlicher, wenn sie nur aus Zeichnungen bestehen würde.

Anleitung für extra erhältliche Fotoätzteile Anleitung für extra erhältliche Fotoätzteile

Quellen

Fazit

Dieser 2012 erschiene Bausatz des japanischen Kreuzers Mogami im Zustand von 1943, also dem Zustand nach der Reparatur der Schäden aus der Schlacht von Midway, bietet immer noch eine sehr gute Grundlage. Es gibt einige Teile, die man besser darstellen kann, insbesondere die Masten und die 2,5 cm-Flak, aber das gilt praktisch für jeden Spritzgussbausatz. In Kombination mit der extra erhältlichen Fotoätzeilplatine, dürfte eine sehr gute Detaillierung möglich sein. Diese Platine wird wahrscheinlich der angekündigten DX-Version des Bausatzes beiliegen. Insgesamt ist der Bausatz

alt sehr empfehlenswert

Lars