Modellsuche

Suchen


Römische Quinquereme - Teil 2: Bemalung Drucken
Samstag, 18. November 2006 um 15:08

Bemalung des Rumpfes und des Decks


Für die Bemalung der Schiffe verwendeten die Römer eingebrannte Wachsfarben. Diese Art des Anstrichs war unempfindlich gegen Sonnenlicht und Salzwasser. Vorherrschende Farben waren Weiß, Blau, Gelb, Braun, Grün und Rot. Der Rumpf erhielt einen rotbraunen Schutzanstrich. Das Unterwasserschiff wurde mit einer Teergetränkten Wollbespannung überzogen. Größere Schiffe erhielten zusätzlich eine Beplankung aus Bleiplatten. Purpur, rot und blau wurden bevorzugt zur Bemalung der Schmuckelemente verwendet.
Bei der Bemalung meiner Quinquereme stand weniger die korrekte Farbgebung des antiken Vorbildes, über die ich mit obiger Ausnahme keine Informationen besitze, als vielmehr der Charakter eines Holzschiffes im Vordergrund. Farbig angelegt wurden nur die Schmuckelemente des Schiffs; der Unterwasserrumpf bekam einen schwarzbraunen Anstrich. Die Bemalung erfolgte mit Ölfarben auf einer Acrylgrundierung.



Bemalung der Decks


Wie kann man Holz realistisch darstellen? Diese Fragestellung übt auf mich einen besonderen Reiz bei der Bemalung historischer Segelschiffe aus. Am Beispiel des Decks möchte ich meine Vorgehensweise vorstellen.
Zuerst mischte ich mir aus weißer und etwas schwarzer Acrylfarbe ein helles grau und lackierte das Deck mit der Airbrush. Anschließend hob ich einige Stellen des Decks mit einem stark verdünnten schwarz hervor, um etwas Tiefe zu erhalten und einzelne Strukturen zu betonen. Wichtig ist das der Auftrag nicht deckend ist.



Als nächstes bemalte ich das gesamte Deck mit Ölfarbe (Schmincke 656, Attish light ochre). Nach Antrocknen der Ölfarbe bürstete ich das Deck mit einem flachen Borstenpinsel.


Sobald die Ölfarbe gut durchgetrocknet war, hob ich einzelne Planken durch Abtönen mit einer Mischung aus Schmincke 656 und 670 (raw umbra light) hervor und bürstete das Deck erneut. Für die nächsten Arbeitsschritte war es sehr wichtig, dass die Ölfarbe ausreichend Zeit hatte, um gründlich durchzutrocknen.
Um die Kalfaterung der Fugen zu imitieren, zog ich diese mit einem 0,25 mm Tuschefüller nach. Überschüssige Farbe nahm ich mit einem feuchten Lappen und viel Wasser ab. Hierbei blieb etwas Farbe in den Vertiefungen der geprägten Holzstruktur des Decks haften und gab diesem ein leicht verwittertes Aussehen.


Zuletzt erhielt das Deck ein Washing mit einer hellgrauen Ölfarbe. Überschüssige Farbe nahm ich mit einem fusselfreien Lappen ab und bürstete das Deck erneut mit einem flachen Borstenpinsel.


Bemalung des Rumpfes


Die Bemalung des Rumpfes erfolgte in der gleichen Technik. Je nach Farbe verwendete ich für die Acrylgrundierung verschiedene Ocker- und Brauntöne. Am schwierigsten war das Abkleben der fertigen Bordwände, um die Barkhölzer und Ornamente abzusetzen. Zwischenzeitlich erinnerte mich das Modell an einen frühen Christie.


Abschließend noch ein Bild des seitlichen Auslegers vor dem Zusammenbau, auf dem man den Holzeffekt sehr gut erkennen kann.