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Baubericht Schnellboot S-38 1/72, Teil 10 Drucken
Sonntag, 19. MĂ€rz 2006 um 18:04
Das Schnellboot nĂ€herte sich mit großen Schritten seiner Fertigstellung, doch bevor ich mit der Endmontage begann, wurde die Besatzung angeheuert.
Die Mehrzahl der Figuren stammt von GFL, Preiser und Airfix, wobei ich nach Belieben Köpfe und Gliedmaßen ausgetauscht habe. Das Verfahren habe ich schon vor lĂ€ngerer Zeit hier beschrieben, deshalb erspare ich mir die Wiederholung.
Die abgebildete Gruppe wird im Bereich der BrĂŒcke aufgestellt und stammt aus einem U-Boot-Set von GFL.
BesatzungNur noch eine kleine ErgÀnzung zur Herstellung. Ich habe diesmal Fehlstellen an den Figuren (Weichplastik) mit der 2-Komponenten Modelliermasse Magic Sculp repariert und aus demselben Material Schwimmwesten geformt.
Das Verfahren ist extrem schnell und die Haftung der Modelliermasse auf dem weichen Grundmaterial ist sehr gut. Die Figur auf dem Foto gehört eigentlich zu einem alten RAF-Groundcrew Set von Airfix, bei der die Ärmel und die Schwimmweste mit Magic Sculp neu aufgebaut wurden.RAF UmbauNachdem alle Teile angebaut waren, stellte ich RelingstĂŒtzen aus 0,8mm Messingstangen her und bohrte zwei 0,5mm Querbohrungen hindurch. Als RelinglĂ€ufe mussten –wie immer- eine .017 G (0,43mm) und eine .010 E (0.25mm) Gitarrenseite herhalten.RelingsDiesmal sollten die Relings mit Segeltuch bespannt werden. Nach einigen Versuchen mit verschiedenen Materialien kristallisierte sich Transparentpapier fĂŒr technische Zeichnungen als ideales 1/72 Segeltuch heraus.
Nachdem ich es in passende Streifen geschnitten habe, wurden zunĂ€chst 0,5mm Löcher fĂŒr die Verseilung gebohrt.
PapierzuschnittAnschließend wurde die Oberseite (und nur die Oberseite) erst Weiß grundiert und dann mit dem Tarnmuster des Rumpfes lackiert. Die Tarnfarben wurden hierbei geringfĂŒgig und willkĂŒrlich abgetönt, damit durch den leichten Kontrast der Verlauf der Rumpflinie besser erkennbar bleibt. Auch wichtig: Die Farben mĂŒssen wasserfest sein. In meinem Fall: Alles Humbrol.Lackierte ZuschnitteUm dem glatten Papier eine unregelmĂ€ĂŸige OberflĂ€che zu geben, wurden die lackierten Streifen einige Minuten gewĂ€ssert. Und das ist auch der Grund, warum ich die RĂŒckseite nicht lackiert habe. Von dort kann sich das Papier jetzt gleichmĂ€ĂŸig voll saugen. Die Farbe darf dabei noch nicht richtig ausgehĂ€rtet sein, sonst gibt es Risse, weil sich das Papier stark einrollt. 30min bis 60min Trockenzeit reichen.WasserbadWenn das Papier vollstĂ€ndig durchnĂ€sst ist, rollt es sich von ganz allein wieder auseinander. Dann nimmt man es aus dem Wasserbad, streicht es so gut es geht glatt und presst es, in Zellstoff eingelegt, zwischen einigen BĂŒchern platt bis es trocken ist.NassAnschließend wurden die Streifen an die Reling genĂ€ht. Die FĂ€den wurden mit Sekundenkleber fixiert, wodurch sie hart wurden und die Spannung dauerhaft halten. Das Papier ist durch die Wasserbehandlung nirgendwo ausgefranst und hat annĂ€hernd seine ursprĂŒngliche Festigkeit behalten. Auf einer LĂ€nge von 20cm ist es um 5mm geschrumpft.VernĂ€henDas Erscheinungsbild ist um einiges natĂŒrlicher als bei Kunststofffolien oder Taschentuch/Weißleim-Planen.Stellenweise tritt sogar die feine Siebstruktur vom Papierherstellungsprozess ganz leicht hervor, wodurch der Tuchcharakter noch verstĂ€rkt wird.

Um die Sicht auf die optisch interessanten Bereiche zu erhalte,habe ich die Relings Backbord im Bereich des Reservetorpedos und Steuerbord beim Nachladen des Torpedorohres „blank“ gelassen. Die fertigen Verkleidungen sehen so aus:BespanntDie Restarbeiten beschrĂ€nkten sich danach nur noch auf die BestĂŒckung mit den Figuren und ein leichtes Altern, da das Boot welches als Vorbild diente, knapp einen Monat nach seiner Indienststellung auf eine Mine lief und sank.
Allzu schmutzig kann es also nicht gewesen sein. Wahrscheinlich habe ich eher schon zu viel „Verschleiß“ aufgepinselt. Endmontage2Zum Altern selbst habe ich ausschließlich schwarze und weiße Ölfarben verwendet.
Die Abrieb- und Schleifspuren von den Anlegern und Gummipollern wurden satt aufgemalt.
Die senkrechten Ablaufspuren sind erst trocken gemalt und teilweise im Anschluss mit einem benzingetrĂ€nkten Pinsel verwaschen worden.S-38Das war’s.
Zum Abschluss noch ein Bild der beiden WaffenbrĂŒder Typ S100 und Typ S38 Seite an Seite . Galleriebilder gibt es in KĂŒrze.S-Boot Rotte

Ende des Bauberichtes