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Römische Quinquereme - Teil 1: Vorbemerkungen und Rumpf Drucken
Sonntag, 29. Januar 2006 um 12:45




Nachdem ich den Bausatz Trireme Imperator von Zvezda bereits auf Modellmarine vorgestellt habe, möchte ich auch den Bau meines Modells beschreiben. Ursprünglich wollte ich den Bausatz streng oob und nach Bauanleitung bauen, doch bei der Beschäftigung mit dem Vorbild fielen mir einige Ungereimtheiten auf, die mir dann doch keine Ruhe ließen.
Neben der Trireme Imperator und der römischen Trireme wird der Bausatz auch als griechische Triere sowie (aktuell angekündigt) als punische Trireme angeboten. Die Grundform ist bei allen Modellen gleich. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Schiffen werden durch Austausch eines Spritzlings erreicht. Der Rumpf stellt einen generalisierten Grundtyp eines dreireihigen Kriegsschiffes dar, der über 400 Jahre Schiffsbaugeschichte von den alten Griechen bis zur römischen Kaiserzeit abdeckt.
Je nach Epoche kann der Bausatz eine Trireme oder auch eine Quinquereme, den Hauptschiffstyp der römischen Flotte zur Zeit der Punischen Kriege, darstellen. Beide Schiffstypen waren dreireihige Ruderschiffe. Während bei der Trireme jeder Riemen von einem Ruderer bedient wurde, saßen an den oberen beiden Riemen bei der Quinquereme je zwei Ruderer.



Der Maßstab


Die Option das Modell als Wasserlinienmodell mit einigen Matrosen, Ruderern und Soldaten zu bauen, faszinierte mich. Daher kaufte ich mir noch passende Figurensätze.
Als ich die ersten Figuren probehalber auf das Deck gesetzt bzw. einen Ruderer in die Seitenkästen platziert hatte, fiel mir auf, dass die Ruderer für die Seitenkästen viel zu groß waren. Auch auf dem Gefechtsturm ließ sich die vorgesehene Bewaffnung, ein catapultae (leichtes Pfeilgeschütz) und die benötigten Soldaten nicht platzieren.
Während eine Trireme eine Länge von etwa 35m besaß, war eine Quinquereme etwa 45 bis 47m lang. Bei einer Modelllänge von 47cm erhält man einen Maßstab von etwa 1:100. Die Proportionen des Modells hielt ich bei diesem Maßstab glaubwürdiger. Daher habe ich mich entschieden, das Modell als Quinquereme des ersten punischen Krieges mit einem Corvus im Bereich des Bugs zu bauen. Da ich keine passenden Figuren finden konnte, musste ich die Idee eines Wasserlinienmodells fallen lassen.


Zusammenbau des Rumpfes


Wie schon in der Bausatzvorstellung beschrieben, ist der Zusammenbau von Über- und Unterwasserschiff kniffelig. Während der Großteil des Übergangs zwischen Überwasserschiff und Unterwasserschiff durch die unteren Barkhölzer verdeckt wird, bleibt im Bereich des Hecks die Naht sichtbar. Minimale Ungenauigkeiten, die sich beim Bau einschleichen, fallen an dieser Stelle sofort ins Auge.


Während bei der griechischen Triere die Anzahl der Riemen in den Ebenen unterschiedlich ist, ist sie bei der römischen Trireme in allen Ebenen gleich. In „Die römische Flotte“ werden 25 Riemen pro Reihe angegeben. Diese Zahl lässt sich ohne größere Umbauten am Rumpf nicht erreichen. Zvezda hat bei seinem Modell in der oberen Reihe 22, in der mittleren 19 und in der unteren 17 Riemen vorgesehen. Um mein Modell vorbildgetreuer zu gestalten werde ich die unteren Reihen auf 22 Riemen ergänzen. Hierzu ist es nötig die Ruderpforten im Ausleger sowie die Bohrungen in der Bordwand zu ergänzen. Um die Bohrungen möglichst gleichmäßig anzubringen, erstelle ich mir aus Plastikstreifen anhand der Aufteilung der Bordwand eine Schablone.


Hierzu müssen zuerst die Bohrungen in der Bordwand sowie die Halterung für die unteren Riemen entsprechend ergänzt werden. Um die Abstände und Lage möglichst präzise zu erstellen, habe ich mir aus Plastikresten eine kleine Lehre gebaut und dann die entsprechenden Bohrungen ergänzt.




Im Bereich, bei dem die Seitenkästen an den geschlossenen Rumpf des Modells geklebt werden, sitzen im Original die Ruderer. Von daher ist dort die Bordwand offen. Um die Illusion einer räumlichen Tiefe zu erreichen, habe ich einige dünne Plastikstreifen zurechtgeschnitten und eingeklebt, um die Holzkonstruktion des Schiffskörpers zu imitieren. Anschließend wurden die Zwischenräume mattschwarz lackiert.
Ansonsten wurde der Rumpf ohne weitere Umbauten zusammengebaut.