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Landungsschiff USS Saipan (LHA-2) in 1/350 - Teil 2 Drucken
Montag, 16. Januar 2006 um 14:30
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Die sehr prominente Insel auf den Schiffen der „Tarawa“-Klasse bietet Platz für alle wesentlichen Kommandoaufgaben des Schiffs: Die Brücke für den Kommandanten und die jeweilige Brückenbesatzung, die den Hubschrauberträger fährt, darüber die Brücke für den Kommandeur der amphibischen Gruppe und seinen Stab. Achtern der Kontrollturm für den Flugbetrieb, das so genannte Prifly, in dem der „Air Boss“ sein Reich hat. Dazu in der Insel verschiedene Lagezentren, die Operationszentrale und Besprechungsräume für die Schiffsführung. Die rechteckige Form der Insel ist typisch für das Layout der Aufbauten von US-Marineschiffen, die in den 70er Jahren gebaut wurden. Ähnliche Aufbauten- und Mastformen finden sich auch bei den Zerstörern der Spruance-Klasse, den Ticonderoga-Kreuzern oder den Perry-Fregatten. Alle Typen wurden bei Ingalls gebaut. Die Werft in Pascagoula ist mit knapp 11 000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im US-Bundesstaat Mississippi.
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Meine Insel wurde bei mir zu Hause gebaut und ist in der Grundkonstruktion ähnlich einfach wie der Rumpf: ein rechteckiger Kasten. Ich begann wieder mit den Seitenwänden, die ich nach Abnahme von Form und Größe aus Plan und vom 1:700 Vorbild aus Styrene-Platten Stärke 1 mm schnitt. Auch die Insel hat an der Steuerbordseite eine Übernahmestation für die Versorgung in See. Sie sitzt später direkt über der größeren Station im Schiffsrumpf. Die Öffnungen wurden in die Steuerbordwand geschnitten, wobei ich zunächst Bohrungen in den Ecken setzte und dann von Loch zu Loch mit dem Messer schnitt. Dann werden die Decks eingezogen, es folgen die Seitenwände der Station. Dann wurden Decks und Wände mit Feilen und selbstgebauten Schmirgelstäben geschliffen. Dafür eignen sich besonders gut Umrührstäbe aus dem Coffeeshop oder von McDonalds, die ich mit einer Lage Schleifpapier in entsprechender Körnung beklebe. Das gibt prima schmale Schmirgelstäbe. Erst nach dem Verschleifen wurde die Rückwand angesetzt.
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Anschließend wurden die Außenleitungen entlang der Seitenwände angebracht. Sie bestehen aus 0,5 und 0,75 mm Rundstäben. Die Türen sind vom Standard-GMM Türenset. Die kleinen Regenabweiser über den Türen sind 0,25 mm Profil, in kleine Stückchen geschnitten, geknickt und angeklebt, anschließend noch flach geschliffen.
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Eine ganz andere Nummer sind die Brückenverkleidungen. Ich habe nächtelang wach gelegen und mir Gedanken darüber gemacht, wie ich die Fensterreihen am besten angehe. Schließlich kam ich auf folgendes Verfahren, bei dem ich den üblichen Weg umgekehrt habe und nicht zunächst die Rahmen konstruierte, um sie dann mit transparentem Plastik zu hinterkleben, sondern die Umrandung Stück für Stück auf die Fensterfolie aufgeklebte:
Auf ein Stück Papier wurde die Fensterreihe in 1:1 aufgezeichnet, mit genauer Markierung der Rahmen. Anschließend befestigte ich einen Streifen Klarsicht-Plastik in der passenden Breite mit Tesafilm über der Zeichnung. Die Rahmenstückchen zwischen den Fenstern wurden nun aus 0,25x0,25 mm Profilen entlang der Markierungen vorsichtig mit Sekundenkleber auf das Klarplastik geklebt, die Enden ließ ich zunächst oben und unten überstehen und schnitt sie ab, nachdem der Kleber richtig dfurchgetrocknet war.
Danach wurde jeweils ein Streifen 0,25x0,5mm oben und unten am Klarplastik entlang geklebt - wie eine Umrandung - und damit der Rahmen geschlossen. Die transparenten Streifen geben der gesamten Konstruktion den entscheidenden Halt. Die kompletten Fensterreihen wurden anschließend mit Neigung nach außen auf die entsprechenden Sockel geklebt. Von innen habe ich die Fensterreihen mit Tamiya Blau transparent bemalt. Der Aufbau erfolgt von untern nach oben: unterer Sockel, untere Brücke, dann das Dach der unteren Brücke, oberer Sockel, obere Brücke, oberes Dach. Das Prifly entstand nach derselben Methode. Leider habe ich vergessen, davon Fotos zu machen. Vielleicht liefere ich sie bei späterer Gelegenheit einmal nach.
Wird die Insel später mit der Spritzpistole lackiert, werden die Fensterreihen mit Streifen Abdeckfolie verschlossen und die Rahmen anschließend mit dem Pinsel bemalt.ins06
Aus unterschiedlichen Profilen entstand die Plattform für das Phalanx-Geschütz vor der Brücke. Und auch ein erster Schornstein krönt mittlerweile die Insel, entstanden aus 3x6mm Profilen, die entsprechend in Form geschliffen wurden. Nr. 2 wird folgen. Wie auch der nächste Teil dieser Reihe, der sich mit den weiteren Arbeiten am Rumpf und dem Ausbau des Schwimmdocks im Heck des Landungsschiffs befassen wird.

Frank Ilse
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