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Torpedobomber Heinkel He 111 H-6 (1/48, ICM) von Jens Gerber Drucken
Freitag, 31. Mai 2019 um 05:00

Das Original

Die Heinkel He 111 war eines der Flugzeuge, die in der ersten Hälfte der 1930er als Passagierflugzeug und Bomber entworfen wurde, wobei die Funktion als Bomber trotz des Verbots von militärischen Flugzeugen durch den Versailler Vertrag Priorität hatte. Die Version H-6 war die meistgebaute Variante, 1745 Maschinen von insgesamt 7603 gebauten He 111. Diese Version diente auch als Torpedobomber. Diese wurden im Nordmeer gegen alliierte Konvois eingesetzt, u.a. gegen den Konvoi PQ-17 im Juni 1942, aus dem He 111 der I./KG 26 drei Schiffe versenkten und drei beschädigten. Auch im Schwarzen Meer und Mittelmeer kamen He 111 als Torpedobomber gegen Schiffe zum Einsatz.

Die Heinkel He 111 H-6 war 16,4 m lang, hatte eine Spannweite von 22,6 m und ein maximales Abfluggewicht von 14 t. Der Antrieb erfolgte mit zwei Reihenmotoren mit insgesamt 2600 PS, womit 238 kn (440 km/h) erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus fünf Mann. Die Bewaffnung bestand aus einer 2 cm-Kanone, einem 1,3 cm- und bis zu fünf 0,79 cm-Maschinengewehre. Es konnten zwei Torpedos oder bis zu 2,5 t Bomben als Außenlasten mitgeführt werden.

Das Modell

Die Heinkel He 111 H-6 hatte als Original einen recht guten Ruf als stabiles zuverlässiges Flugzeug, der Bausatz von ICM im Maßstab 1/48 ist weit entfernt von solchen Komplimenten. In den Besprechungen werden die rauhen Rumpfschalen an den Trennstellen angesprochen. Dazu gehören auch "verwaschene" Gravuren, dazu kommen sehr schlecht passende Fensterreihen, die man besser Fenster für Fenster einzeln verklebt, aber auch die Cockpitverglasung macht beim Verkleben absolute Sorgen. Man sollte das ganze "Gewächshaus" auf einer Form anpassen, verkleben und dann im Ganzen ans Modell anpassen. Der Sorgen aber nicht genug, denn das Fahrwerk und die Fahrwerkschächte wollen sich auch nicht so fügen wie von ICM angedacht. Die Abstrebung für die Flächenaufnahme muss jeweils um 1,5 mm abgetragen werden, ansonsten hat man an der Nasenkante einen Spalt in gleicher Grösse. Positiv fallen an dem Modell eigentlich nur die Details in Rumpf und Cockpit auf.

Auch wenn die He 111 von Promodell oder Revell USA schon etwas in die Jahre gekommen ist, mit etwas Zubehör ist dieses Modell deutlich einfacher in Form zu bringen. Zudem fehlen an diesen Modellen die Formfehler, die sich ICM aus Unwissenheit am Fahrwerk erlaubt hat. Laut einer Bausatzbesprechung sind die Raddimensionen zu schmal und zu klein ausgefallen. Da ich aber die Modelle baue und dann erst über die Sorgen und Fehler des Bausatzes meinen Senf gebe, bin ich in echte Fallgruben gestolpert, die in der Modellvorstellung absolut verschwiegen werden.

Am Ende sind aber wohl auch die größten Sorgen mit den Bildern vergessen und man freut sich einfach wieder dem Plastik das Beste für sich abgewonnen zu haben.

Lackiert ist diese He 111 H mit Farben von Gunze Mr. Color auf der Oberseite Standard RLM 70/71 die Unterseite hat ein RLM 65 von AKAN bekommen, die Innenseiten sind mit dem RLM 02 von Tamiya eingefärbt. Markiert ist das Modell als eine He 111 vom vom Stab I./KG 26 1942 in Norwegen im Einsatz gegen die Konvois nach Russland.

Jens Gerber

(Text über Orignal von Lars)