Modellsuche

Suchen


Revell: Flugzeugträger USS Forrestal (1/542) Drucken
Donnerstag, 04. Oktober 2018 um 05:00

USS Forrestal Deckelbild

Modell: USS Forrestal (CVA-59)
Hersteller: Revell
Maßstab: 1/542
Material: 203 Plastikteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 05156
Preis: 29,99 €

Das Original

Die Kiellegung des Trägers USS Forrestal fand im Jahr 1952 statt, drei Jahre später wurde das Schiff als erster „Superträger“ der US-Navy in Dienst gestellt. Ebenfalls war sie der erste Träger mit einem Winkeldeck, so war erstmals CTOL-Flugbetrieb auf See möglich (konventioneller Start- und Landebetrieb). Um bei den Superlativen zu bleiben, die Forrestal war der erste Träger auf dem viermotorige Transportflugzeuge gelandet und gestartet sind. In 1963 erfolgten 21 Landungen und 29 „touch and gos“ von C-130 Hercules-Maschinen auf der Forrestal.

Die Haupteinsatzgebiete des Schiffes waren der Atlantik und das Mittelmeer. Während des Vietnamkrieges lief die Forrestal ins südchinesische Meer um dort aktiv in Kämpfe einzugreifen. Wegen eines verheerenden Brandes musste sie jedoch nach einigen Wochen für umfassende Reparaturen nach Norfolk zurücklaufen. Bei der Brandkatastrophe – ausgelöst durch eine Verkettung unglücklicher Umstände – starben 134 Besatzungsmitglieder, weitere 161 Seeleute wurden zum Teil schwer verletzt. 21 Flugzeuge wurden zerstört.

Der 325 Meter lange Flugzeugträger hatte eine Besatzung von etwa 5200 Mann. Das Schiff trug über 70 unterschiedliche Flugzeuge, in frühen Jahren noch die Propellermaschinen wie Douglas A-1 Skyraider oder Jets wie die Vought F-8 Crusader, die sogar auf der Forrestal erprobt wurden. Weitere Flugzeuge des Forrestal-Airwings waren Phantom, Skyhawk, Corsair, Tomcat und zuletzt Hornet als Angriffswaffen. Weitere Maschinen waren Intruder und Viking als Erdkampf- oder Anti-U-Boot-Waffen. Auch waren verschiedene Hubschrauber an Bord. Das Personal des Air Wings bildete fast die Hälfte der Besatzung des Schiffes. Mit seinen 260.000 PS aus vier Dampfturbinen auf vier Schrauben erreichte der 81.000 Tonnen verdrängende Träger eine Höchstgeschwindigkeit von 33 Knoten (etwa 61 km/h). Seine maximale Reichweite lag bei rund 8000 Seemeilen bei 2/3 AK.

Nach knapp 40 Dienstjahren, etlichen Umbauten, vielen Manövern und zwei humanitären Einsätzen wurde der Flugzeugträger 1993 außer Dienst gestellt und erst 20 Jahre später „for one penny“ an ein texanisches Recyclingunternehmen verkauft und ist mittlerweile wohl komplett zerlegt.

Die Geschichte des Schiffes von seiner „Geburt“ bis zum Abwracken in Brownsville ist sehr schön auf der Seite NavSource Online Aircraft Carrier Photo Archive dokumentiert.

Der Bausatz

Der Bausatz stammt aus der zweiten Hälfte der 1950er Jahre. Kurz nach Indienststellung des Vorbildes erschien auch das Plastikmodell im „Boxscale“ - Maßstab 1/542. Bei genauerem Nachmessen stellt sich allerdings heraus, das die Maßstabsangabe, wie so oft, nicht ganz korrekt ist. Die Länge des Originals über alles beträgt laut NavSource 1039 ft, rund 325 m. Bei einer Länge im Flugdeck von 57,3 cm des Modells wäre der Maßstab dann eher mit 570 anzugeben, dies ist jedoch eher nebensächlich, gewinnt erst an Bedeutung, wenn der geneigte Modellbauer das Schiff mit Zurüstteilen aus dem Zubehörmark supern möchte.

Seit der Erstauflage kam das Modell mehrfach leicht erweitert wieder auf den Markt. Neben neuer Boxart wurde das Air Wing „modernisiert“, Teile der Abwehrbewaffnung und der Ortungssysteme wurden ergänzt und der Abziehbilderbogen wurde erweitert. Aktuell liegen dem Bausatz Intruder, Prowler, Vikings, Hornet, Tomcats und Sea Kings bei.

Der Bausatz liegt in einem etwa 70 x 30 x 7 cm großem Stülpdeckelkarton mit gemalter Boxart. Das Bild zeigt den Träger von backbord vorn mit startenden F-14, über dem Deck schwebenden Sea King Helikopter und abgesenktem Backbordfahrstuhl mit einer F-18. Der Karton ist innen nicht unterteilt, da er gut gefüllt ist rutschen die in Plastiktüten verpackten Gussäste mit den Einzelteilen jedoch kaum herum. Dennoch sind einzelne Kleinteile von den rahmenlosen Ästen abgebrochen und lagen lose in den Tüten.

Die 203 Plastikteile sind meist sauber gespritzt. Der Detaillierungsgrad entspricht dem relativ hohen Alter des Kits von 62 Jahren (!). An einigen Stellen waren jedoch Sinkstellen, Auswerfermarken, Gussgrate und teilweise große Fischhaut zu sehen, alle in geringem Maß und ohne Probleme behebbar. Meiner Meinung nach sehr schön, vielleicht etwas zu üppig detailliert ist das Flugdeck. Leicht erhaben sind Katapulte, Fangseile und tie downs (die eigentlich im Deck versenkt sind) abgebildet. Auch die Positionen der Abziehbilder sind leicht erhöht dargestellt. Alle vier Fahrstühle sind einzeln zu verbauen, das heißt, der Modellbauer kann allein hier schon viele Variationen darstellen.

Die Abziehbilder

Der Abziehbilderbogen beinhaltet die Flugdeckmarkierungen, die Trägernummer an der Insel, den Schiffsnamen am Heck sowie die Hoheitszeichen für das Air Wing.

Die Anleitung

Der farbige, 20-seiteige Bauplan enthält Basteltipps, eine Liste der benötigten Farben und eine Teileliste. Der Bau des knapp 59 cm langen Modells selbst beginnt auf Seite 8 und ist nach 47 Baustufen abgeschlossen. Letzter Schritt ist die Aufstellung der Flugzeuge und Hilfsfahrzeuge an Deck. Die letzten beiden Seiten erläutern die Anbringung der Abziehbilder und die Bemalung des Modells.

Fazit

Nach dem angegebenen Skill – Level 4 ist das Modell eher für erfahrene Modellbauer gedacht. Das ist sicherlich richtig so, allerdings wird auch ein besonnener Anfänger mit dem Bausatz fertig. Der Preis mit maximal 30 € ist durchaus gerechtfertigt. Durch die vielfältigen Angebote des Zubehörmarktes und mit etwas Fantasie ist es möglich, das Modell erheblich zu erweitern, die oben erwähnte Internetseite NavSource zeigt viele Bilder als Vorschläge, was aus diesem Bausatz alles zu bauen wäre. Durchaus reizvoll ist dabei auch die Farbgebung während des Zerlegungsprozesses. Etwas schade ist, das im Rahmen des Bauplanes nicht mehr auf die Geschichte des Schiffes eingegangen wird. Auch hinsichtlich der Verpackung, also einer Unterteilung der Kartons, sollte man sich mehr Gedanken machen. Andere Hersteller geben sich da mehr Mühe. Ich würde den Bausatz mit vier Sternen weiterempfehlen.

alt empfehlenswert

Frank Brüninghaus
Modellbauclub Koblenz

Wir danken Revell für das Bausatzmuster