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Dirk Nottelmann & Lothar Wischmeyer: Das Kanonenboot Iltis (II) Drucken
Samstag, 19. Mai 2018 um 05:00

Das Kanonenboot Iltis (II) Titel

Titel: Das Kanonenboot Iltis (II) - seine VorgÀnger und Nachfolger. Eine technikgeschichtliche Dokumentation
Autor: Dirk Nottelmann und Lothar Wischmeyer
Verlag: Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V.
Erscheinungsjahr: 2018
ISBN: 978-3-00-058814-9
Umfang: 150 Seiten mit schwarz-weißen und farbigen Fotos, PlĂ€nen und einer CD-R mit weiteren Informationen und PlĂ€nen
Preis: 26 € (18 € fĂŒr Mitglieder)

Inhalt

Der Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V. hat seinen 19. Sonderdruck herausgebracht: Thema ist das Kanonenboot SMS Iltis (II) von 1898 der Kaiserlichen Marine. Die Autoren behandeln aber nicht nur die Iltis, sondern auch alle anderen Kanonenboote (ausgenommen der Panzerkanonenboote und Flusskanonenboote) der Kaiserlichen Marine sowie die ihrer VorlÀufermarinen im 19. Jahrhundert.

Die Autoren beginnen mit der Frage, was ein Kanonenboot ĂŒberhaupt ist, was nicht trivial ist, da es in vielen Marinen mindestens zwei Entwicklungsrichtungen gab: Kanonenboote mit sehr schweren Kanonen fĂŒr den KĂŒstenschutz und Kanonenboote, die deutlich leichter bewaffnet waren und fĂŒr das (teilweise auch sehr gewalttĂ€tige) "Zeigen der Flagge", u.a. in den Kolonien, gedacht waren. Danach widmen sich die Autoren der Geschichte der Kanonenboote in den VorlĂ€ufern der Kaiserlichen Marine und der Kaiserlichen Marine selbst. Von den frĂŒhen geruderten Booten bis zu dem ursprĂŒnglich als Kanonenboot entworfenen Meteor werden alle Klassen behandelt - wie gesagt, mit Ausnahme der Flusskanonenboote und -monitore sowie des Panzerkanonenboote der Wespe- und Brummer-Klasse sowie den oft bei den Kanonenbooten gefĂŒhrten StationĂ€r in Istanbul, der Loreley. Dabei sind dafĂŒr die Kreuzer IV. Klasse der Schwalbe- und Bussard-Klasse dabei, die spĂ€ter zu Kanonenbooten umklassifiziert wurden. Behandelt werden die EntwĂŒrfe und auch kurz die Geschichte der Schiffe. Sehr ausfĂŒhrlicher wird natĂŒrlich auf SMS Iltis (II) eingefangen, sowohl in Bezug auf ihre Eigenschaften und AusrĂŒstung als auch auf ihre Geschichte, u.a. natĂŒrlich ihr Einsatz wĂ€hrend des Sturms der Taku-Forts bei der westlichen Intervention in China 1900 gegen den Boxeraufstand. SelbstverstĂ€ndlich werden auch die anderen fĂŒnf Schiffe der Iltis-Klasse beschrieben, einer Klasse, die eigentlich aus drei Unterklassen je Ă  zwei Schiffe bestand.

Illustriert sind die Kapitel mit vielen schwarz-weißen Fotos (siehe Beispielseite oben), einigen farbigen Bildern und zahlreichen PlĂ€nen. Hier finden sich sowohl von den Autoren neu gezeichnete PlĂ€ne als auch PlĂ€ne aus verschiedenen historischen Quellen, u.a. WerftplĂ€ne. Viele Klassen sind durch PlĂ€ne abgedeckt (siehe Beispielseite oben), so dass der Leser gut die Entwicklung verfolgen kann. Im Falle der Iltis findet man eine große Sammlung an OriginalplĂ€nen sowie von den Autoren neu gezeichnete PlĂ€ne. Von letzteren findet man einige PlĂ€ne von AusrĂŒstungsgegenstĂ€nden, u.a. der Bewaffnung, in den entsprechenden Abschnitten (siehe Beispielseite unten links), die PlĂ€ne selbst auf DIN A4 gedruckt im Anhang (siehe Beispielseite unten rechts). Die PlĂ€ne kann man bei Lothar Wischmeyer auch im Maßstab 1/50 erhalten.

Im Anhang findet man Anmerkungen, ein Register, farbige Modellfotos von zwei Modellen der Iltis, einen Bericht ĂŒber das Gefecht des Kanonenboots Meteor 1870 gegen den französischen Aviso Bouvet, ein Kapitel ĂŒber die Verzierungen der Kanonenboote mit zahlreichen Detailfotos und Zeichnungen, ein zeitgenössisches Bild der Iltis mit der britischen Algerine wĂ€hrend der StĂŒrmung der Taku-Forts, ein tabellarischer Lebenslauf der Iltis, die schon erwĂ€hnten neu gezeichneten PlĂ€ne der Iltis sowie ein Literatur- und Quellenverzeichnis.

ZusÀtzlich ist noch eine CD-R enthalten. Auf dieser findet man die OriginalplÀne der Iltis als pdf-Dateien mit hoher Auflösung und einen Anhang mit 134 Seiten. In diesem Anhang ist u.a. der Vertrag mit der Bauwerft und die Bauvorschriften enthalten. Hier wird sehr detailliert auf technische Details eingegangen und man findet weitere PlÀne der Iltis.

Aktuelle Mitglieder des Arbeitskreises historischer Schiffbau e.V. haben dieses Buch kostenlos erhalten, neue Mitglieder bekommen es gĂŒnstiger.

Fazit

Dieser Band ĂŒber SMS Iltis und die Geschichte der Kanonenboote der Kaiserlichen Marine ist sowohl fĂŒr die marinehistorisch Interessierten sehr interessant, da die Entwicklung gut beschrieben und durch zahlreiche PlĂ€ne und Fotos illustriert ist, als auch fĂŒr den Schiffsmodellbauer. Die zahlreichen Fotos inklusive Detailfotos der Iltis und die noch zahlreicheren OriginalplĂ€ne und neu gezeichneten PlĂ€ne der Iltis, sind eine gute Grundlage fĂŒr den Bau eines Modells. Die, die ein Modell in grĂ¶ĂŸeren MaßstĂ€ben bauen wollen, dĂŒrften aber besser die PlĂ€ne im grĂ¶ĂŸeren Maßstab extra kaufen, aber fĂŒr kleinere MaßstĂ€be reichen die enthaltenen Zeichnungen aus. Auch von einigen anderen Kanonenboot-Klassen findet man PlĂ€ne, aber meist keine kompletten SĂ€tze. Insgesamt ist das Buch

alt sehr empfehlenswert

Lars