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FlyHawk: deutsches Schlachtschiff Bismarck (1/2000) Drucken
Dienstag, 16. Januar 2018 um 06:00

Modell: German Battleship Bismarck
Hersteller: FlyHawk
Ma├čstab: 1/2000
Material: Polystyol (Spritzguss)
Art.Nr.: FH9001
Preis: ca. 11 ÔéČ

Das Original

Im Juli 1936 wurde der Kiel des Ersatzbaus "F" f├╝r das alte Linienschiff Hannover bei Blohm und Voss gestreckt. Nachdem sich, durch den Bau des Panzerschiffs Deutschland, die R├╝stungsspirale zwischen Deutschland und dem damals als wahrscheinlichster Gegner angesehenen Frankreich zu drehen begann, stellte das Schlachtschiff "F" den bisherigen H├Âhepunkt dieses Wettr├╝stens dar, war es doch als Gegner f├╝r die neue Dunkerque-Klasse entworfen worden, wobei es diese jedoch deutlich ├╝bertraf. Beim Stapellauf im Februar 1939 wurde das Schiff von Dorothea von Loewenfeld, der Enkelin des Namenspatrons, auf den Namen Bismarck getauft. Nach der Endausr├╝stung erfolgte im August 1940 die Indienststellung und im Anschluss daran begann die ├╝blichen Einfahr- und ├ťbungsperiode, wenn auch noch ohne einige wesentlich Elemente der Feuerleitung. Ab M├Ąrz 1941 galt Bismarck als einsatzbereit.

Nach der Erlangung der Einsatzbereitschaft fiel bald der Entschluss sie im Atlantik gegen die alliierten Geleitz├╝ge einzusetzen. Begleitet wurde sie dabei vom Schweren Kreuzer Prinz Eugen. Urspr├╝nglich gingen die Planungen sogar soweit, auch Tirpitz sowie Scharnhorst und Gneisenau mit einzubeziehen. Aber Erstere war noch nicht einsatzbereit gemeldet worden und die beiden anderen durch Bombensch├Ąden nicht einsatzklar.

Somit liefen Bismarck und Prinz Eugen von Gotenhafen gen Norwegen aus und von hier, nach einem Bunkerstop, weiter gen Stra├če von D├Ąnemark um hier den Durchbruch in den Atlantik zu wagen. Da der Verband aber bereits fr├╝h von der britischen Aufkl├Ąrung erfasst worden war, warteten bereits starke ├ťberwasserstreitkr├Ąfte auf die beiden deutschen Schiffe. Darunter unter anderen der Inbegriff des Empire, die HMS Hood sowie die nagelneue HMS Prince of Wales. Mit jenen kam es auch zum Gefecht, in dessen Verlauf die Hood versenkt und die Prince of Wales stark besch├Ądigt wurde. Allerdings erlitt auch Bismarck schwere Sch├Ąden im Vorschiffsbereich. Diese waren so schwerwiegend, dass der Entschluss gefasst wurde, Prinz Eugen zum selbstst├Ąndigen Kreuzerkrieg zu entlassen und den Marsch nach Saint-Nazaire anzutreten. Es gelang Bismarck die britischen Verfolger abzusch├╝tteln, allerdings setzte Admiral L├╝tjens nunmehr einen langen Funkspruch ab, der die Verfolger wieder heranf├╝hrte, die alle verf├╝gbaren Kr├Ąfte f├╝r die Jagd aufboten. Darunter auch den Tr├Ąger HMS Ark Royal, dessen alten Swordfish Torpedobomber schlie├člich der entscheidende Treffer gelang, mit dem sie die Ruderanlage der Bismarck au├čer Funktion setzten.

Somit war ein Entkommen nicht mehr denkbar. Am 27. Mai 1941 kam es zum letzten Gefecht mit den britischen Schlachtschiffen HMS King George V und HMS Rodney sowie den Kreuzern HMS Dorsetshire und HMS Norfolk. Im Verlaufe des ├╝ber 1 1/2 Stunden dauernden Gefechts schossen die Briten Bismarck komplett zusammen, ohne sie jedoch versenken zu k├Ânnen, denn sie waren so dicht herangegangen, dass die Geschosse auf den starken G├╝rtelpanzer trafen ohne aber die gegen Steilfeuer empfindlichen Decks durchschlagen zu k├Ânnen. HMS Dorsetshire sollte das brennende Wrack mit Torpedos versenken, woraufhin drei verschossen wurden, von denen aber nur einer Wirkung zeigte. Gleichzeitig griffen auch die getroffenen Ma├čnahmen der Besatzung Bismarcks zur Selbstversenkung. Das Schiff kr├Ąngte nach Backbord und versank kieloben, ├╝ber 2100 Mann der Besatzung mit sich in die Tiefe nehmend. Lediglich 113 Mann konnten geborgen werden.

Im Juni 1989 wurde durch eine Expedition unter Leitung von Robert Ballard das Wrack, aufrecht auf dem Meeresgrund liegend, in 4800 m Tiefe gefunden.

Der Bausatz

Der vorliegende Bausatz im Ma├čstab 1/2000 aus Flyhawks Pocket Fleet Serie verteilt sich auf gerade einmal sechs Spritzlinge, allesamt in einer kleinen Faltschachtel untergebracht. Die empfindlichsten Kleinteile sind mit Schaumstofffolie eingeschlagen. Alle Teile sind sauber ausgeformt und weisen weder Gussn├Ąhte noch Fischhaut oder ├ähnliches auf. Auch sind in den sichtbaren Bereichen keine st├Ârenden Auswerfermarken zu finden. Alle Details sind randscharf und sauber ausgef├╝hrt. Der Bausatz ist als Steckbausatz ausgelegt, so dass kein Kleber f├╝r den Bau ben├Âtigt wird. Eine Trockenpassung zeigte, dass diese Verbindungen auch sehr stabil sind. Die Bauteile weisen f├╝r die geringe Gr├Â├če, der Rumpf misst gerade einmal 12,5 cm ├╝ber Alles, sehr sch├Âne Strukturen auf, von denen einige aber etwas gr├Â├čer ausgef├╝hrt sind als tats├Ąchlich ma├čst├Ąblich richtig w├Ąre. Allerdings ist dies auch notwendig um bei der geringen Gesamtgr├Â├če ├╝berhaupt etwas erkennen zu k├Ânnen. Vergleiche hierzu die 2400er Micronauts von GHQ.

Spritzling G:
Dieser Spritzling stellt das Unterwasserschiff dar. Der Rumpf ist glatt und sauber ausgef├╝hrt, die Ruder sind mit angegossen und lediglich die Wellen samt Propeller sind, von einem anderen Spritzling kommend, noch zu montieren. In der Mittschiffslinie sind bereits die Aufnahmel├Âcher f├╝r den St├Ąnder mit ausgef├╝hrt.

Spritzling H:
Hier sind die oben kurz erw├Ąhnten Propeller samt Wellen und deren Durchf├╝hrungen zu finden. Die Propeller sind zwar stark vereinfacht dargestellt, was f├╝r den Ma├čstab aber vollkommen in Ordnung ist.

Spritzling I:
Das ├ťberwasserschiff mit dem kompletten Oberdeck findet man hier. Es sind bereits alle Teile, die sich auf Hauptdecksniveau befinden, komplett mit angegossen. Also sowohl die Buganker samt Ketten, Wellenbrecher, Oberlichter und Barbetten als auch die Seiltrommeln. Die Details sind sehr sch├Ân ausgef├╝hrt, was man gerade bei der gesamten Ankereinrichtung sehr gut sehen kann. Auch die Plankenstruktur ist f├╝r diesen Ma├čstab gut gelungen.

Spritzling J-1:
Dies ist der Aufbautenblock mit allen notwendigen Details wie Katapulten und leichter FlaK, wobei letztere etwas hinter den Rest den Bausatzes zur├╝ckf├Ąllt, wie auch die achteren Entfernungsmesser f├╝r die schwere FlaK und die Scheinwerfer.

Spritzling K:
Der Gro├čteil der restlichen Anbauteile ist hier zu finden. Von der Mittelartillerie bis hin zum Gefechtsturm und den Masten sind alle Teile sehr sch├Ân detailliert ausgef├╝hrt und d├╝rften bei entsprechenden Bemalung durchaus zu ├╝berzeugen wissen.

Spritzling L:
Der letzte Spritzling enth├Ąlt sowohl den Schornstein als auch die T├╝rme Anton bis Dora der schweren Artillerie. Auch der Sockel des Modells ist enthalten, allerdings f├Ąllt er recht gro├č aus und d├╝rfte daher das fertige Modell erschlagen. Hier bietet es sich an, f├╝r filigranen Ersatz zu sorgen.

Die Anleitung

Die Anleitung beschr├Ąnkt sich auf die Packungsr├╝ckseite. Hier sind eine Teile├╝bersicht sowie eine Explosionszeichnung zu finden, erg├Ąnzt um zwei Detailzeichnungen f├╝r einzelne Schritte. Allerdings ist dies bei der geringen Teilezahl auch v├Âllig ausreichend. Hinzu kommt noch eine Bemalungsanleitung auf der Packungsseite, welche Bismarck im letzten Farbschema zeigt. Die Farbangaben beziehen sich auf keinen Hersteller sind mit Angaben wie Medium Grey, Light Grey, etc. recht allgemein gehalten.

Quellen

Koop/Schmolke - Die Schlachtschiffe der Bismarck-Klasse
M├╝llenheim-Rechberg - Schlachtschiff Bismarck
Ballard - Die Entdeckung der Bismarck
Archiv M.Carl

Fazit

Der Bausatz richtet sich eher an den Zwischendurchbauer, und auch die Aufmachung der Verpackung zeigt, dass wohl eher der Nachwuchs angesprochen werden soll. Nichtsdestotrotz l├Ąsst sich in diesem kleinen Ma├čstab einiges machen und darstellen, so dass auch anspruchsvollere Modellbauer hier eine gute Grundlage vorfinden.

alt guter Durchschnitt


Mathias Carl

Wir danken FlyHawk f├╝r das Bausatzmuster