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Kinetic: Jagdflugzeug Suchoi Su-33 Flanker D (1/48) Drucken
Donnerstag, 29. Juni 2017 um 05:00

Seitentitel

Modell: Su-33 Flanker D
Hersteller: Kinetic
Maßstab: 1/48
Material: Polystyrol, Fotoätzteile
Art.Nr.: K48062
Preis: ca. 70,- ‚ā¨

Das Original

Anfang der 1980er Jahre wurde in der Sowjetunion der Beschluss gefasst, f√ľr die geplanten Flugzeugtr√§gerneubauten des Projekts 1143.5 (heutige Admiral Kusnetzow) navalisierte Kampfflugzeugen der Typen MiG-29 und Su-27 als Bordfliegergruppe einzusetzen. Beide Hersteller entwickelten daraufhin entsprechende Prototypen, welche ab 1982 auf dem NITKA-Komplex getestet wurden. Bei letzterem handelt es sich um eine Versuchsstelle auf der Krim zur Landung mit Fanghaken und Bremsseilen sowie einer Ski Jump-Schanze f√ľr Kurzstartversuche. Dabei gewonnene Erfahrungen flossen in das Layout der neuen Tr√§ger ein.

F√ľr die Su-27 war hierbei, wie auch schon f√ľr die sowjetische Luftwaffe, die Rolle als Jagdflugzeug in der Verbandsabwehr vorgesehen, w√§hrend der MiG haupts√§chlich die Bodenangriffsrolle zugedacht war. Es dauerte schlie√ülich bis 1989 bis die Serienreife erreicht war und Suchoi begann mit dem Bau der Su-27K. 1998 wurde die Typenbezeichnung vom russischen Pr√§sidenten auf Su-33 ge√§ndert. Gegen√ľber der Ursprungsvariante Su-27 besitzt die Su-33 eine gr√∂√üere Fl√ľgelfl√§che ohne dabei die Spannweite zu erweitern. Auff√§lligster Unterschied sind die Canards. Diese tragen neben der Fl√ľgelfl√§che nicht nur zu mehr Auftriebe bei, sondern erlauben dem Luft√ľberlegenheitsj√§ger eine Wendigkeit und damit einhergehend Flugman√∂ver, welche bis dato f√ľr nicht m√∂glich gehalten wurden.

Da die Su-33 fast schon zu gro√ü f√ľr den Flugzeugtr√§ger Admiral Kusnetzow ist, zumindest was die Handhabung an und unter Deck betrifft, musste konstruktiv daf√ľr Sorge getragen werden. So sind neben den Tragfl√§chen ebenfalls die H√∂henruder einfaltbar, um auf eine maximale Breite in Parkposition von 7,4 m zu kommen. Um auch in der Gesamtl√§nge gleichwertige Abmessungen wie die der tr√§gertauglichen MiG-29K zu erlangen, k√∂nnen der sowieso schon k√ľrzere Heckausleger (dies erm√∂glicht h√∂here Anstellwinkel f√ľr Tr√§gerstarts bzw. -landungen) ebenso wie das Staurohr an der Nasenspitze hochgeklappt werden.

Da die Suchoi als Luft√ľberlegenheitsj√§ger geplant und gebaut wurde, waren keine Mittel zum Einsatz gelenkter Waffen zur Bek√§mpfung von Bodenzielen vorgesehen. So konnten zun√§chst nur ungelenkte Raketen oder Freifallbomben mitgef√ľhrt und eingesetzt werden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entwickelte Suchoi die Su-27 logischerweise stetig weiter, um das √úberleben der Firma mit neuen Kunden zu sichern. Also wurden auch neue elektronische Bordsystem entwickelt und eingebaut, damit Lenkwaffen der neusten Generation gegen Schiffe oder Bodenziele zum Einsatz kommen k√∂nnen.

Technische Daten:

Länge:                    21,2 m
Spannweite:            14,7 m / 8,35 m
Fl√ľgelfl√§che:¬†¬† ¬† ¬† ¬† ¬†¬† 68 m¬≤
Höhe:                     5,7 m
Reichweite:             3.000 km
Dienstgipfelhöhe:    17.000 m
Waffenzuladung:     6.500 kg

Quelle: Wikipedia de/eng; Su-27 von Andy Gröning, Motorbuchverlag 2017, ISBN 978-3-613-03951-3

Der Bausatz

Urspr√ľnglich war die Su-33 f√ľr 2015 vom Hersteller ‚ÄěAviation Art‚Äú angek√ľndigt, erschien jedoch schlie√ülich 2016 in Deutschland von Kinetic.

Die St√ľlpschachtel ist randvoll mit einzeln in T√ľten eingeschwei√üten Spritzlingen. An zwei Seiten finden sich in extra Kartons verpackte zus√§tzliche Spritzling.

Beim ersten Betrachten fallen als erstes die durchweg feinen, unterschiedlich tief ausgef√ľhrten Gravuren und Nietenreihen auf, welche ohne ‚ÄěVerwaschungen‚Äú sind. Grat bzw. √úberspritzungen sucht man genauso vergebens wie Einfallstellen. Wo m√∂glich kommen Schieber in der Spritzform zum Einsatz, um Hinterschneidungen respektive seitliche √Ėffnungen einzubringen wie z.B. bei den Lufteinl√§ssen der Triebwerke oder auch den Seitenleitwerken. Ganz klares Highlight des Modells ist der Faltmechanismus der Tragfl√§chen nebst den verschiedenen Klappen.

Der Rumpf ist in Ober- und Unterschale getrennt. Die Innenseiten der Fahrwerkssch√§chte werden mit einzelnen fein detaillierten Paneelen dargestellt. Selbes gilt f√ľr das Cockpit. Das Instrumentenbrett schlie√üt sich dem an und muss vom Modellbauer bemalt werden. Die Rundinstrumente sind als deutlich Pr√§gung wiedergegeben. Aus 21 Teilen wird der K-36 Schleudersitz zusammengebaut. Interessant ist, dass dieser doppelt vorhanden ist, was auf eine sp√§ter folgende Formvariante hindeuten k√∂nnte.

√Ąhnlich umfangreich sind die Fahrwerksbeine. Positiv f√§llt bei diesen neben den belastet dargestellten Hauptreifen die solide Verbindung zum Rumpf hin auf.

Die hintere Triebwerksöffnung setzen sich aus je vier, teils ineinander zu steckende, mit zwei Fotoätzteile zu ergänzende Spritzgussteile zusammen. Die Bauteile stellen den geöffneten Nachbrenner dar, so wie die Su-33 meist an Deck stehend zu sehen ist.

Alle Vorfl√ľgel und Klappen sollen oder m√ľssen ausgelenkt angebaut werden. Zumindest wird in der Anleitung auf nichts gegenteiliges, Optionales hingewiesen. Sicherlich wird dadurch das Erscheinungsbild des Modells, gepaart mit den gefalteten Tragfl√§chen umso interessanter. W√§hrend die Vorfl√ľgel jeweils aus einem St√ľck bestehen sind die Klappen entweder ein- oder vierteilig. Der im Original einklappbare Heckstei√ü ist ebenfalls entsprechend wiedergegeben.

Etwas sp√§rlich f√§llt die Bewaffnung aus. Neben zwei R-73 (AA-11 Archer) sind vier R-27 (AA-10 Alaom), je zwei mit Infrarot- und Radarsuchkopf, beigelegt. Gemessen an den insgesamt zw√∂lf m√∂glichen Au√üenstationen h√§tte es ruhig die doppelte Menge sein d√ľrfen. Daf√ľr wird man allerdings mit hervorragend modellierten Raketen belohnt. Die R-27 ist am St√ľck geformt und muss lediglich bemalt und angeh√§ngt werden. Die R-77 besteht aus dem Raketenk√∂rper, an welchen die D√ľse und acht Foto√§tzteile angebracht werden m√ľssen.

Alternativ liegen dem Bausatz ECM-Beh√§lter bei, welche optional an Stelle der Startschienen an den Fl√ľgelenden befestigt werden k√∂nnen.

Die Klarsichtteile f√ľr die Cockpithauben weisen auf der Oberseite eine Formtrennnaht auf, welche verschlliffen und poliert werden muss. Des weiteren sind Positionslampen, IRST-Abdeckung und das HUD transparent wiedergegeben.

Die Fotoätzteile

Neben den abgesprochenen Teilen f√ľr die Triebwerksausl√§sse sind Foto√§tzteile f√ľr das vordere Ende des selben, dem Cockpit und Gitterstrukturen der Lufteinl√§sse vorhanden.

Decals

Wie im Original auch fallen die Stencils relativ sp√§rlich aus. Diese sind von Cartograf gedruckt und von entsprechend hervorragender Qualit√§t. Daneben sind noch Hoheitsabzeichen und Zahlen f√ľr die Bordnummer in verschiedenen Gr√∂√üen und St√ľckzahlen vorhanden. Welche taktischen Nummern tats√§chlich an den wenigen gebauten Maschinen zu finden sind bleibt allerdings der Recherche des Modellbauers √ľberlassen.

Die Anleitung

Die Anleitung schwächelt. Diese ist nur in schwarz/weiß gedruckt. Gezeigt werden die Bauteile in unterschiedlichen Betrachtungswinkeln, allerdings als Screenshots aus Computergrafiken. Dadurch geht manchmal der Überblick etwas verloren bzw. die Orientierung von Bauteilen wird erschwert. Positiv ist, dass pro Seite der DIN A4 formatigen Anleitung jeweils nur ein Bauschritt gezeigt wird. Wo nötig wird die Montage von Unterbaugruppen in nebenstehenden Kästchen gezeigt.

Insgesamt f√ľhren 30 Schritte zum fertigen Modell. Daran schlie√üen sich zwei Seiten mit Drauf- und Seitenansichten der Maschine an, an Hand welchen der Verlauf des Tarnschemas und die Positionen der Decals gezeigt werden. Wiederum ist hierbei die s/w Abbildung eher hinderlich.

Die Farbangaben in den einzelnen Baustufen beziehen sich auf das Vallejo-Sortiment. Eine farbliche Erläuterung des Tarnschemas findet sich nur auf der Bausatzschachtel und bezieht sich auf das Enamel System von Gunze Sangyo.

Zu Beginn der Anleitung findet sich zusätzlich eine Auflistung anderer Farbsystem. Dabei handelt es sich neben Vallejo und Mr. Color (Gunze) um Ammo of Mig, Italeri Acryl, Humbrol, Tamiya sowie Akan.

Fazit

Selten war ich von einem Bausatz so begeistert, wie diesem hier. Der Formenbau √ľberzeugt auf ganzer Linie mit seiner Detailsch√§rfe und -tiefe. Auch dem Hauptkriterium f√ľr Tr√§gerflugzeuge, gefaltet darstellbaren Tragfl√§chen, wird voll und ganz Rechnung getragen. Trotz der leichten Schw√§chen in der Anleitung

alt uneingeschränkt empfehlenswert

Sven

Wir danken Glow2B f√ľr das Bausatzmuster