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Französischer Großzerstörer Le Terrible (1/350, Kombrig) von Ulf Lundberg Drucken
Mittwoch, 12. Oktober 2016 um 05:00

Das Original

Le Terrible war eines der sechs Schiffe der Fantasque-Klasse. Das waren sehr beeindruckende Schiffe. Le Terrible lief 1933 vom Stapel und 1935 stellte sie bei ihren Probefahrten mit 45 Knoten einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Zerstörer auf, der erst 2010 von den amerikanischen LCS-Schiffen geschlagen wurde.

Ihre starke Hauptartillerie von fünf 13,8 cm-Geschützen trug zur Entscheidung der deutschen Flottenleitung bei, die Zerstörer der 1936 A-Klasse mit 15 cm-Geschützen zu bewaffnen, eine schicksalhafte Entscheidung (siehe hier).

Am Anfang des Zweiten Weltkriegs war sie ein Teil der "Force de Raid", die den deutschen Frachter Santa Fe eroberte. Als Teil der Vichy Flotte nahm sie im Juli 1940 an der Schlacht von Mers-el-Kébir teil. Sie lief aus dem Hafen aus, um einen Torpedoangriff zu versuchen, wurde aber zurückgerufen, um das Schlachtschiff Strasbourg nach Toulon zu begleiten, was ihr auch gelang. Im September 1940 nahm sie an der Schacht von Dakar teil.

Nach der alliierten Landung in Nordafrika wurde sie Teil der Freien Französischen Flotte und wurde nach Boston geschickt, um modernisiert zu werden. Nach der Modernisierung wurde sie zu einem Leichten Kreuzer umklassifiziert. Danach bildete sie zusammen mit ihrem Schwesterschiff Le Malin einen Leichten Kreuzerverband, der im Februar 1944 an der Schlacht von Ist teilnahm. Dabei wurden der deutsche Frachter Kapitän Diederichsen und die Korvette UJ 201 versenkt. In August 1944 nahm sie an den Landungen in Südfrankreich teil.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente sie in Indochina und dann als Ausbildungsschiff in Frankreich, ehe sie 1962 verschrottet wurde.

Schiffsdaten:
Länge: 132 m
Breite: 12 m
Tiefgang: 5,3 m
Maschinerie: 4 Kessel Typ Penhoet, 2 Turbinen Typ Rateau.
Maschinenleistung: nominell 74 000 PS, bei Probefahrten 100 000 PS
Höchstgeschwindigkeit: nominell 37 Kn, bei Probefahrten 45 kn.
Bewaffnung: 5 x 13,8 cm Geschütze, 6 x 40 mm Bofors Kanonen, 10 x 20 mm Maschinenkanonen, 6 Torpedorohre
Besatzung 210 Mann

Quellen: Französisches Wikipedia, Englisches Wikipedia, Whitley: Zerstörer

Das Modell

Der Bausatz von Kombrig ist grundsätzlich sehr gut.

Der Rumpf ist aber leider in ein Oberteil und ein Unterteil geteilt, was natürlich Probleme verursachte. Beim Zusammenleimen brauchte ich fünf Schraubzwingen.

Um die Fuge zu verstecken, musste ich ziemlich viel Material von der Backbordseite wegschleifen, wobei Luftblasen im Guss zum Vorschein kamen. Ich verspachtelte die Fuge und die Rumpfseiten mit Milliput, aber nach dem Schleifen waren die Blasen immer noch sichtbar.

Ich verspachtelte die Rumpfseiten noch einmal, dieses Mal mit Mr Surfacer, aber die Luftblasen beharrten darauf, immer noch sichtbar zu sein. Ich wiederholte die Prozedur noch einmal und dieses Mal war das Ergebnis zufriedenstellend. Währen der Schleifarbeit gelang es mir, einige Poller abzubrechen, die ich aber einfach mit Polystyrolstab reparieren konnte.

Die Fugen zwischen dem Oberdeck und den Schotten der Aufbauten waren auch schwer zu verstecken. Hier entstand das Standardproblem. Wie verspachtelt und verschleift man eine Fuge, ohne die Oberflächendetails zu zerstören? Leider gelang es mir nicht, eine perfekte Fuge hinzukriegen.

Sonst verlief der Bau ohne nennenswerte Probleme. Die Fotoätzteile waren aus einer ungewöhnlichen Legierung hergestellt, die ein bisschen schwer zu biegen war. Die Bauteile für die Artillerie waren schön gegossen und passten gut zusammen. Die einzige Schwäche waren vielleicht die gegossenen Rohre für die 13,8 cm-Geschütze, die nicht perfekt gerade waren. Die Rohre für die 20 mm-Maschinenkanonen ersetzte ich durch 0,2 mm-Gitarrensaiten.

Der Bauplan enthielt keine Anweisungen, wie das Modell getakelt werden soll. Wenn man sich die Bilder vom Schiff anschaut, wird auch schnell klar, dass sie vielmals umgetakelt wurde. Ich entschied mich für die Takelage der späteren vierziger Jahre und baute dementsprechend die Ausleger am achteren Schornstein aus 0,2 mm-Gitarrensaiten.

Um zu verhindern, dass die Rah des Großmasts sich beim Takeln verbiegt, verstärkte ich sie auf der Unterseite mit einige Stückchen 0,2 mm-Gitarrensaiten.

Um die Dreifachantenne zu bauen, baute ich erst eine kleine Bauhilfe aus Sperrholz und Zahnstochern. Um die gleiche Spannung bei den drei Antennenleinen hinzukriegen, spannte ich jede Leine mit einer Krokodilklemme als Gewicht. Übrigens denke ich, dass die Bilder den Bauverlauf besser beschreiben, als ich es mit Wörtern kann.

Um die Reusenantenne zu bauen, baute ich eine Bauhilfe aus einem Stück Holz und zwei Plastikstückchen, in die ich je ein Loch bohrte. Durch die Löcher fädelte ich dann meine Antennenleinen. Auch hier benutzte ich Krokodilklemmen als Gewichte, um die Leinen gleich stramm zu spannen. Die Ringe stellte ich aus Kupferdraht her, den ich um eine Nadel wickelte.

Das Modell stellte ich im März 2015 fertig. Es war mein erstes Resinmodell und es diente als Übung für meinen Bau von Kombrigs SMS Seydlitz.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Wasserlinienfugen verboten werden sollten.

Ulf Lundberg