Modellsuche

Suchen


Deutscher Schlachtkreuzer SMS Von der Tann (1/700, Kombrig) von Christian Höltge Drucken
Dienstag, 21. Juni 2016 um 05:00

 

31.05.1916 - 100 Jahre Skagerrakschlacht/Battle of Jutland

 

03:37 am 01. Juni 1916: vor 100 Jahrer musste Schlachtkreuzer SMS Von der Tann abdrehen, um einem Torpedo auszuweichen. Von der Tann war mit Derfflinger am Ende der deutschen Schlachtlinie als der britische Zerstörer Moresby angriff und sie knapp verfehlte (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Dies war der letzte Zusammenstoß zwischen den britischen Zerstörern in der Nachhut der britischen Flotte und der deutschen Schlachtflotte selbst. Scheer hatte sich entschlossen durch die britische Nachhut zu brechen, um bei Tagesanbruch bei Horns Riff zu stehen, um die Minenfelder zu passieren und eine erneute Schlacht bei Tageslicht zu vermeiden. Jellicoe dagegen dachte, dass Scheer eine westlichere Route nehmen würde und versuchte sich in eine Position zu bringen, um bei Tagesanbruch die Schlacht wieder aufzunehmen. Er stationierte seine Zerstörer hinter der Flotte, um die eigene Schlachtflotte vor deutschen Torpedoangriffen zu schützen. In der Nachtschlacht spielten die deutschen Zerstörer fast keine Rolle, während es zu zahlreichen Gefechten zwischen Kreuzern sowie zwischen der deutschen Schlachtflotte und britischen Zerstörern kam (siehe Karte hier und hier). Dabei wurden das alte Pre-Dreadnought-Schlachtschiff Pommern, der Leichte Kreuzer Rostock und der Geschützte Kreuzern Frauenlob durch Torpedos versenkt. Dazu ging der Leichte Kreuzer Elbing verloren, als er beim Ausweichen vor Torpedos von dem Schlachtschiff SMS Posen gerammt wurde. Auf britischer Seite gingen der Panzerkreuzer Black Prince, der Flottillenführer Tipperary sowie die Zerstörer Sparrowhawk, Fortune und Ardent während der Nachtgefechte verloren.

Das Original

Die SMS Von der Tann war der erste Schlachtkreuzer der Kaiserlichen Marine und die Reaktion auf die britischen Schlachtkreuzer der Invincible-Klasse. Im Vergleich zu dem letzten Panzerkreuzer, der Blücher, kamen vier 28 cm-Zwillingstürme statt sechs 21 cm-Türme zum Einbau, die Panzerung wurde verstärkt und durch den erstmaligen von Turbinen auf einem deutschen Großkampfschiff konnte die Geschwindigkeit um 2 kn gesteigert werden. Im Vergleich zur Invincible-Klasse war sie schneller, hatte eine stärkere Mittelartillerie und war besser gepanzert, hatte aber eine schwere Artillerie mit einem schwächeren Kaliber (28 cm statt 30,5 cm).

Die Von der Tann war 171,7 m lang, 26,6 m breit und verdrängte 21.300 t. Der Antrieb erfolgte über 18 Kessel und vier Dampfturbinen, die insgesamt 79.007 PS leisteten, womit 27,4 kn erreicht wurden. Die Besatzung setzte sich aus 923 Mann zusammen.

Bewaffnung
8 x 28 cm L/45 (vier Zwillingstürme)
10 x 15 cm L/45 (Einzellafetten in Kasematten)
16 x 8,8 cm L/45 (zwölf in Kasematten und vier Flak)
4 x 45 cm-Torpedorohre (am Bug, an beiden Seiten und am Heck, alle unter Wasser)

Die Von der Tann wurde 1908-10 von Blohm & Voss in Hamburg gebaut. Sie war danach Teil der I. Aufklärungsgruppe. Im Ersten Weltkrieg nahm sie an diversen Vorstößen in die Nordsee teil. Darunter war der Beschuss von Yarmouth am 2./3. November 1914 sowie von Scarborough und Whitby am 15/16. Dezember 1914. Im August 1915 war sie im Ostsee im Einsatz, wo sie einen Treffer von einer Küstenbatterie auf Utö erhielt. 1916 wurde wieder die englische Ostküste angegriffen, dieses Mal am 24./25. April Lowestoft und Yarmouth.

In der Skagerrakschlacht erhielt sie vier Treffer und verfügte über eine Stunde während der Schlacht über keine schwere Artillerie. Sie nahm aber trotzdem, mit nur Turm D wieder betriebsklar, am sogenannten Todesritt der Schlachtkreuzer teil. Durch die Treffer wurden elf Mann der Besatzung getötet und 35 verwundet.

Nach zwei weiteren Vorstößen 1916, einem 1917 und zwei 1918 wurde die Von der Tann 1918 in Scapa Flow interniert, wo sie am 21. Juni 1919 von der eigenen Besatzung versenkt wurde. Das Wrack wurde 1930 gehoben und ab 1931 abgewrackt.

Das Modell

Das Modell ist ein Resinmodell der Firma Kombrig. Der einfache Aufbau des Originals findet sich auch beim Bausatz wieder. Von daher ging der Bau zügig vonstatten. Ätzteile liegen dem Bausatz bei. Bei mir sogar doppelt, da beide Platinen leichte Schäden hatten, man erhielt aber einen kompletten Satz plus ein paar Ersatzteile. Wo es ging nahm ich Niedergänge von Flyhawk. Nur an der Kompassbrücke war es sehr eng. Da nahm ich beiliegenden Niedergänge. Diese sind auch sehr fragil und vielleicht der einzige Grund, das Modell keinen Anfänger zu empfehlen ist.

Bemalt ist das Modell wieder in Lifecolor Farben für den Rumpf und Vallejos für die Aufbauten und Details. Als Zubehör nahm ich noch die 28 cm-Rohre und 15 cm-Rohre von NNT. Die Reling stammte teilweise von Flyhawk und von Lion Roar. Die Takelage geschah wieder mit den elastischen Garn von Uschi und für die Dreiecke bei den Antennen nahm ich diesmal 0,06 mm Draht von Shelf Oddity. Nun bin ich erstmals damit zufrieden.

Christian Höltge

(Text über Original von Lars)