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Deutscher Schlachtkreuzer SMS Derfflinger (1/700, FlyHawk) von Christian Höltge Drucken
Mittwoch, 15. Juni 2016 um 05:00

 

31.05.1916 - 100 Jahre Skagerrakschlacht/Battle of Jutland

 

20:13 am 31. Mai 1916: vor 100 Jahren befahl Scheer den Schlachtkreuzern, die britische Linie anzugreifen, um die dritte Gefechtswende der deutschen Schlachtflotte zu decken und so diese aus der erneuten Umklammerung durch die britische Flotte zu befreien. Dieser Angriff der Schlachtkreuzer, geführt von der SMS Derfflinger, wird auch als "Todesritt der Schlachtkreuzer" bezeichnet (siehe Jahrestage auf Modellmarine): Um 19:55 drehte die I. Aufklärungsgruppe steuerbord zum Feind hin (Karte). Während der Wende um 20:05 erhielt die Derfflinger Treffer (Karte). Da die Lützow außer Gefecht war, übernahm der Kapitän der Derfflinger, Hartog, das Kommando der I. AG bis Hipper ein anders Schiff betreten hatte. Die deutschen Schiffe befanden sich nun auf direkten Kurs ins Zentrum der britischen Grand Fleet (Karte). Als Vizeadmiral Scheer dies erkannte, befahl er den Schlachtkreuzern den Feind anzugreifen. Er berichtigte den Befehl eine Minute später nur die Spitze des gegnerischen Flotte anzugreifen. Dies kam aber zu spät und die Derfflinger kam unter schweren Beschuss und erhielt dabei 14 Treffer (Karte). Die Türme C und D wurden außer Gefecht gesetzt. Es wurden auch die Barbette von Turm A und die Brücke getroffen. Trotz der vielen Treffer bei diesen starken Beschuss entstanden ansonsten nur leichte Schäden. Alle vier beteiligten Schlachtkreuzern gelang es aber zu entkommen.

Das Original

Der deutsche Schlachtkreuzer (Großer Kreuzer) SMS Derfflinger war das Typschiff seiner Klasse. Erstmals erhielte diese als Hauptbewaffnung acht Stück 30,5 cm-Geschütze. In der Anzahl war dies zwar ein Rückschritt, aber so waren leichter Kosten- und Größenvorgaben einhalten. Gebaut wurde die Derfflinger auf der Blohm & Voss Werft in Hamburg. Der erste misslungene Stapellauf war am 14.03.2013. Am 12.07.1913 fand dann der geglückte zweite Stapellauf statt. In Dienst gestellt wurde sie am 1. September 1914. Wegen Turbinenschäden war sie aber erst im November 1914 beim I. Aufklärungsgeschwader einsatzbereit.

Die Bewaffnung bestand aus vier Türmen mit 30,5 cm-Zwillinggeschützen. Dazu kamen zwölf 15 cm-Geschütze in Kasematten im Rumpf. Zur Torpedobootabwehr waren acht 8,8 cm SK-Geschütze installiert. Davon waren vier Stück in Kasematten unterhalb der Brücke und weitere vier achtern mit Schutzschilden verbaut. Dazu kamen vier 8,8 cm Flugabwehrgeschütze die sich Back- und Steuerboard vom vorderen Schornstein befanden. Ebenso waren noch vier 50 cm-Torpedorohre im Rumpf verbaut.

Eingesetzt war die Derfflinger bei allen größeren Unternehmungen in der Nordsee. Bei der Doggerbankschlacht und bei der Schlacht am Skagerrak wurde sie jeweils schwer beschädigt.

Bei der Skagerrakschlacht versenkte die Derfflinger zusammen mit der Lützow den britischen Schlachtkreuzer Invincible. Sie wurde während der Schlacht von 17 Großkaliber und neun Mittelkalibergeschoßen getroffen. Dabei sind 157 Besatzungsmitglieder gefallen. Sie konnte aber im Gegensatz zu ihren Schwesterschiff, der Lützow, immer wieder nach Kiel zurückkehren.

Das Modell

Das Modell ist von der neuen chinesischen Firma Flyhawk und enthält neben ausgezeichneten Spritzgußteilen auch die nötigsten Ätzteile für die Reling und diverse Plattformen. Allerdings sind die Ätzteile aus dem später erschienenen Lützow-Bausatz vollständiger.

Der Bausatz stellt aus dem Kasten gebaut, den Bauzustand vor der Skagerrakschlacht 1916 dar. Allerdings waren zu dem Zeitpunkt vier Flugabwehrgeschütze verbaut. Achtern waren, im Gegensatz zur Bauanleitung vier 8,8 cm SK verbaut. Diese sind durch ein anderes Schild zu erkennen. Ebenso fehlt der Kran, der zum Verladen eines Bordflugzeuges im August 1914 ergänzt wurde. Dieser bleib danach an Bord, auch wenn keine Flugzeuge mitgenommen wurden. Dazu ist die Reling aus dem Bausatz nicht ganz korrekt, da diese keine Kettenreling darstellt wie auf den Hauptdecks üblich.

Aber zum Glück gibt es ein passendes Zubehörteilset von Flyhawk, dem die richtige Reling beiliegt. Dazu sind im Set weitere sinnvolle Teile enthalten, wie die Schornsteingitter oder Teile für die Kräne, dazu neue Scheinwerferplattformen und Detailierungsteile für die Boote. Allerdings war ein Teil davon schon bei der Lützow mit dabei und bei der Derfflinger kommt man fast nicht darum das Set extra zukaufen. Aber es entschädigt auch mit gedrehten Rohren für die 15 cm- und 8,8 cm-Geschütze. Die 30,5 cm-Geschütze liegen der ersten Ausgabe des Bausatzes bei. Und es gibt noch ein Lederband, um die zusammengerollten Torpedonetze dar zustellen. Dieses hebe ich mir für einen späteren Kombrig-Bausatz auf, in dem diese fehlen. Resinteile für die Rettungsflöße liegen auch bei, waren aber erst nach dem Umbau 1916 an Bord. Diese wandern also auch in Restekiste.

Lackiert ist die Derfflinger wieder mit LifeColor-Farben, auch wenn ich diesmal eine helle Farbe wählte. Das Deck wurde diesmal mit Vallejofarben bemalt und bekam anschließend ein Washing mit brauner Öflarbe. Dies Ganze gefällt mir besser als das Holzdeck der Lützow und war nicht viel aufwendiger. Die Details wurden wieder mit Vallejos bemalt und die Turmdecken mit Tamiya Nato Schwarz.

Die Masten sind aus Messingdrähten nachgebaut. Die Schilde der achternen 8,8 cm-Geschütze habe ich neu gebaut, die Form ist zum Glück recht einfach. Der Kran für das Bordflugzeug habe ich natürlich auch noch ergänzt. Die Takelage ist wieder von Uschi.

Das Torpedoboot

Das Torpedoboot G 37 gehört zur G 37-Klasse, von der die Boote G 37 bis G 42 gebaut wurden. Vom Stapel lief das Boot 1914 in der Germaniawerft in Kiel. Mit seinen Schwesterschiffen war das Boot in der Skagerragschlacht dabei, wo z.B. das G 39 den Admiral Hipper auf sein neues Flaggschiff brachte. G 38 hat dann später sein altes Flagschiff, die SMS Lützow, versenkt.

Das Modell ist von Flyhawk und liegt einer limitierten Ausgabe der SMS Lützow bei. Dies ist das idealle Modell zum Einstieg in den Schiffsbau. Es sind auch alle wichtigen Ätzteile enthalten, was auch keine Selbstverständlichkeit ist. Dazu ist es mit der SMS Derflinger, ebenfalls von Flyhawk, aktuell die einzigen Spritzgussbausätze der Hochseeflotte in 1/700.

Bemalt ist das Boot mit Tamiya Nato Schwarz, welches einen guten maßstablichen Effekt gibt. Die Takelage ist von Uschi und funktioniert super, wenn man den Dreh raus hat.

Das Diorama

Auf meiner Grundplatte ist die Derfflinger ankernd dargestellt. Ein Torpedoboot der G 37-Klasse passiert es gerade. Die Mannschaft der Derfflinger ist aber gerade damit beschäftigt ein Wasserflugzeug an Bord zu heben. Das Flugzeug, eine Friedrichshafen FF.33, liegt der Erstausgabe bei. Dies ist natürlich sehr passend für mein Diorama.

Für die Besatzung nahm ich die japanischen Matrosen und Offiziere von Shelf Oddity. Da die Uniform ähnlich waren, passen diese wunderbar. Es sind so etwa 50 Figuren verbaut und alle wurden drei bis fünffarbig bemalt. Für das Wasser nahm ich wieder das Water Effects von Vallejo.

Christian Höltge