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Russischer Minenleger Amur (1/350, Kombrig) von Thomas Sperling Drucken
Dienstag, 15. März 2016 um 06:00

Das Original

Der russische Minenleger Amur I (Амур) und sein Schwesterschiff die Yenisei I (Енисея) waren Zweischornsteinschiffe mit einem Rammbug und einem stark eingezogenen Heck. Über das Heck wurden durch zwei Türen die Minen abgeworfen. In ihrer äußeren Erscheinung glichen sie den kleinen Kreuzern der russischen Marine der damaligen Zeit. Beide Schiffe wurden 1902 der pazifischen Flotte übergeben. Die Yenisei ging am 11.2.1904 auf ihrer eigenen Mine verloren. Die Amur führte am 14. Mai 1904 eine der erfolgreichsten Minenoperationen im russisch-japanischen Krieg durch. Auf einem von ihr verlegten Minenfeld mit 50 Minen sanken die japanischen Schlachtschiffe Hatsuse und Yashima. Die Amur wurde während eines Dockaufenthaltes Ende 1904 durch Haubitzenfeuer so stark beschädigt, dass sie abgebrochen wurde. Weiteres über die Geschichte der Schiffe wurde in der Bausatzvorstellung im Dezember 2014 auf Modellmarine berichtet.

Nach dem Verlust der beiden Minenleger baute Russland 1907 zwei in Größe und Leistungsparametern fast völlig gleiche Nachbauten der Schiffe. Auch sie erhielten die Namen Amur und Yenisei. Die Yenisei II sank 1915 durch einen Torpedotreffer. Die Amur II wurde erst 1950 abgebrochen. Sie diente zuletzt als Schulschiff.

Technische Daten:
Verdrängung: 3010 t
Länge: 91,4m
Breite: 12,5 m
Tiefgang: 6,49
Höchstgeschwindigkeit: 19 Knoten
Besatzung: 300
Bewaffnung: 5 x 11 Pfünder (7,5 cm L/50), 7 x 3 Pfünder (4,7 cm L/43), 1 x 38,1 cm Torpedorohr, 500 Minen

Das Modell

Modell: Amur I, 1898
Maßstab: 1/350
Hersteller: Kombrig
Preis: 134 € (Wasserlinienmodell) und 178,60 € (Vollrumpfmodell) (bei NNT)

Vom Bausatz der Amur war ich angenehm überrascht. Alle Resinteile sind wie üblich sehr sauber gegossen, selbst kleine Teile wie Davits und die Bewaffnung sind fein herausgearbeitet und sind diesmal auch sicher verpackt in extra kleinen Klarsichttüten. Des Weiteren gibt es eine große Ätzteilplatine mit Wanten, Davits, Reling, einem Bugwappen und weiteren Kleinteilen für Geschütze, Plattformen und Niedergänge. Die Bauanleitung ist gegenüber früheren Bausätzen schon deutlich verbessert. Auf mehreren Seiten wird auf Computerzeichnungen das Schiff im Detail gezeigt, und man sieht genau, welches Bauteil wo hinkommt. Nur bei den Masten und Rahen muss man noch eigene Recherche betreiben. Sie liegen dem Bausatz auch nicht bei, können ja aber von jedem selbst aus entsprechendem Messingdraht hergestellt werden.

Bemalt wurde das Modell mit Vallejo-Farben, die Takelage mit dünner Angelschnur gezogen. Ich habe die Amur in Weiß gepönt. So sah sie aber nur kurze Zeit aus, als sie die Werft verließ. Währende ihrer Zeit beim Pazifikgeschwader war sie grau.

Quellen

  • Sigfried Breyer, Enzyklopädie des sowjetischen Kriegsschiffbaus, ISBN 37822 03674
  • Chesneau, Kolesnik, Kriegsschiffe der Welt 1860 bis 1905, Band 2, ISBN 37637 54032

Thomas Sperling