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Deutscher Rettungshubschrauber Westland Sea King Mk 41 (1/72, Revell) von Bernhard Schrock Drucken
Dienstag, 02. Juni 2015 um 05:00

 

29.05.1865 - 150 Jahre DGzRS-Gründung

 

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Unterstützt wird die 150 Jahre alt gewordene Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS)  (siehe Jahrestage auf Modellmarine und 150 Jahre Seenotretter) bei der Seenotrettung heute von Rettungshubschraubern der Deutschen Marine, genauer von Westland Sea King.

Das Original

Es ist schwer ihn nicht zu kennen, den wohl am meisten verbreiteten Hubschrauber der westlichen Welt. Den Sea King von Sikorsky, der seit den Sechzigern in unzähligen Exemplaren gebaut wurde und bis heute auf allen Kontinenten der Erde eingesetzt wird. Kein Wunder, dass sich die Bundesmarine für diesen Typ entschied, als sie Anfang der Siebziger auf der Suche nach einen leistungsfähigen Hubschrauber für die Seenotrettung war.

Die Entscheidung fiel auf die bei Westland in Lizenz gebaute Version Mk. 41, die sich durch ein asymmetrisch in einen Bugradom eingebautes Radar auszeichnet. Auch charakteristisch ist die hydraulische Faltanlage für den Hauptrotor, welche unzählige Schläuche und Kabel am Rotorkopf ihr eigen nennt und einem Haupt der Medusa ähnelt. Zwischen 1972 und 1975 wurden für das Geschwader MFG 5 insgesamt 22 Maschinen beschafft, von denen noch 21 existieren.

Der Bausatz

Genau diese Variante hat sich Revell als Vorbild ausgesucht und 1998 einen sehr schönen Bausatz herausgebracht. Hierbei wurde bei der Recherche ganze Arbeit geleistet und das Original mit viel Liebe zum Detail im kleinen Maßstab umgesetzt.

Es waren ganze 15 Jahre notwendig, bis ich auf den Bausatz aufmerksam wurde. Schwimmend auf der 2013 entstandenen Welle der Begeisterung für Hubschrauber stellte ich im Sommer des Jahres 2014 die Weichen (mit weitreichenden Folgen wie sich später herausstellen sollte) und begann mit dem Rotorkopf.

Wie bereits erwähnt, hat sich Revell mit großer Sorgfalt des Originals angenommen. Die Originale aus Kiel Holtenau wurden dabei genau unter die Lupe genommen und vermessen, was ich anhand der zahlreichen im Internet verfügbaren Fotos nachvollziehen konnte.

Das Modell

Dank der "Mitgliedschaft" bei Scalemates und dank der dadurch gewonnenen Kontakte standen mir auf einmal mehrere Gigabyte Fotodaten zur Verfügung. Auf einmal konnte ich nicht mehr anders, als jedes Detail des Bausatzes mit den Fotos zu vergleichen und nachzubauen.

So gut der Bausatz auch ist, fiel mir (leider) auf, dass Revell einige wichtige Komponenten der Rotorblätter vergessen hat: die Faltgelenke. Mangels Alternative musste ich die Bauteile aus Plastik nachbauen. Hierbei nahm die ganze Geschichte eine ungeahnte Eigendynamik an, und im Endergebnis besteht der Rotorkopf aus bestimmt 250-300 Teilen.

Der Bausatz bietet zwei Markierungsoptionen. Eine davon ist das Dreitonschema, bestehend aus Basaltgrau, Grüngrau und Betongrau, welches ich sehr interessant fand und mir auf die Fahne geschrieben habe. Die Farben hierfür habe ich mir wie gewohnt aus verschiedenen seidenmatten Humbrol-Farbtönen zusammengemischt.

Ein Glück, dass ich mit dem Rotor begonnen habe. So habe ich schon sehr früh festgestellt, dass die Abziehbilder des allerersten Bausatzes (1998) zwar gut und sauber gedruckt sind, aber leichte Schwächen bei der Verarbeitung haben. Es hat ungeachtet meines Wundermittels (Mr. Setter von Mr. Color) ewig gedauert, bis ich mit dem Ergebnis (kein Silvering) zufrieden war.

Da auch die Bugverglasung meines Bausatzes leichte Schlieren hatte, fiel die Entscheidung leicht, einen zweiten Bausatz (mit der Jubiläumsvariante) zu kaufen. Die Rechnung ging auf: die zweite Kanzel war deutlich besser und der Abziehbilderbogen hinsichtlich der Qualität super. So habe ich nur die notwendigen Elemente (Nummer) dem alten Bogen und die Wartungshinweise dem neuen Bogen entnommen.

Auf Fotos kann man gut sehen, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Farben nicht scharf sind: in meinen Augen ein Indikator für eine freihändige Lackierung. Um mir die Arbeit zu erleichtern, die Farbgrenzen aber möglichst genau wiederzugeben, kopierte ich daher die Profiles des Bauplans auf 1/72 hoch und schnitt aus diesen die Lackiermasken heraus. Die Befestigung am Modell erfolgte wie gewöhnlich mit kleinen Röllchen aus dem gelben Abklebeband von Tamiya. 

 

Das Endergebnis

Zum Glück habe ich inzwischen gelernt, dass eine längere Bauzeit jedes Modells die Platzverfügbarkeit in meiner neuen Vitrine verlängert. Es fiel mir daher nicht schwer, mich fast vier Monate mit dem Sea King zu beschäftigen, zumal ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden bin.

Bernhard Schrock