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Vor 45 Jahren: Bergung der Astronauten von Apollo 11 nach der ersten Mondlandung Drucken
Mittwoch, 15. Oktober 2014 um 05:00

Vor 45 Jahren war die erste Mondlandung. Grund genug für mich, dazu ein Modell zu bauen. In meiner Sammlung fehlte noch ein Modell der Bergung der Apollo-Kapsel, die am 24.07.1969 zur Erde zurück kehrte.

Sikorsky SH-3D SEAKING

Der Seaking ist ein mittlerer, schwimmfähiger Mehrzweckhubschrauber, der Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts von der Sikorsky Aircraft Corporation unter der Bezeichnung "S-61" entwickelt und hergestellt wurde. Der Erstflug fand am 11.3.1959 statt.

In den Jahren zwischen 1959 – 1980 wurden insgesamt ca. 1300 Exemplare gebaut. Darunter sind Lizenzbauten von Westland (GB), Agusta (Italien) und Mitsubishi (Japan). Der Seaking wurde (und wird noch) in vielen anderen Ländern, darunter auch Deutschland, eingesetzt.

Technische Daten (SH-3):

Reichweite: 1000 km bei max. 4.480 m Gipfelhöhe
Geschwindigkeit: 267 Km/h
Besatzung: 2 Piloten, 2 Systemoperatoren
+ bis zu 15 Passagiere (im Notfall max. 22 Personen)
Triebwerke: 2 x General Electric T5 –GE –10 Turbinen mit je 1044 kp Schub
Gewicht: 5.383 kg Leergewicht / max. Startmasse ca. 10.000 kg
Gesamtlänge: 22,15 m
Höhe: 5,13 m

Geschichte der „66“

Dieser Seaking hatte die Baunummer 152711 und die Flugnummer „66“ Er war bei dem Helicopter Anti Submarine Squadron 4 ( HS-4) genannt „Black Knights“, in Imperial Beach, Kalifornien USA stationiert. Die „HS -4“ wurde im Juni 1952 aufgestellt und ist bis heute im Einsatz. Flugzeug-, Hubschrauber- und Taucherkommandos, so genannte „Underwater Demolition Teams (UDT) - heute auch als „SEALS“ bekannt - sind an Land stationiert und werden erst bei Einsätzen auf die jeweiligen Schiffe kommandiert. Dadurch kann derselbe Hubschrauber nacheinander auf unterschiedlichen Schiffen tätig sein. Die „ 66“ war bei ihren fünf Apollo-Missionen auf folgenden Trägern beheimatet:

USS Yorktown, CVS-10: Apollo 8 Pilot Chuck Smiley UDT 12
USS Princeton, LPH-5: Apollo 10 Pilot Chuck Smiley UDT 11
USS Hornet, CVS-12: Apollo 11 Pilot Don Jones UDT 11+12
USS Hornet, CVS-12: Apollo 12 Pilot Warren Aut UDT 13
USS Iwo Jima, LPH-2: Apollo 13 Pilot Chuck Smiley UDT 11

Kurios: Nach der Apollo 11 Bergung wurden die Flugnummer “66” in “740" geändert. Wegen der weltweiten Berühmtheit dieses Hubschraubers wurde er aber für die die weiteren Bergungen jeweils vorübergehend wieder als "66" markiert.

Nachdem er noch bei den Apolloflügen 12 + 13 eingesetzt wurde, kehrte die Maschine zu ihrer eigentlichen Rolle als U-Boot Jagd- Helikopter zurück. In dieser Eigenschaft flog sie bis zum 4. Juni 1975. An diesen Tag stürzte die "66" bei einem Testflug vor der Küste von Kalifornien ab. Der Pilot starb dabei. Das Wrack liegt in 700 m Tiefe.

(Informationen aus Wikipedia und Internetrecherchen) 

Das Modell

Eins vorab: mein Diorama war ursprünglich nicht für eine Präsentation bestimmt, sondern als Übung zur Darstellung von Wasser, da dies für mich noch immer relatives Neuland ist. In meiner Restekiste befand sich noch ein alter Airfix-Seaking, den ich mal mit anderem Bastelschrott erworben habe. Ich habe diesen nochmal zusammengeklebt und die fehlenden Teile - u.a. das Klarsichtteil für die Kanzel (selbst tiefgezogen) und die "Seilwinde" - aus dem Ersatzeile-Fundus ersetzt.

Das Wasser

Das Wasser habe ich wie folgt dargestellt: Um zu sehen, wie es wirkt, habe ich ein Bild aus dem Internet ausgedruckt, bei dem man Wellen sieht, die ein Hubschrauber durch seinen Rotor erzeugt. Die Kapsel und die Rettungsboote wurden aufgeklebt und dann habe ich handelsübliches durchsichtiges Silikon aufgetragen. Es genügt schon eine 1-2 mm dicke Schicht! In das noch "feuchte" Silikon habe ich dann mit einem alten Teelöffel die Struktur der Wellen gezogen, wobei ich mich an dem darunter liegenden Foto orientiert habe. Allerdings bin ich selber nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis und empfehle, kein Foto zu verwenden, sondern den Untergrund für das Silikon selbst mit Pinsel und Farbe zu erstellen.

An der Kapsel und dem Boot habe ich mit einem alten Pinsel etwas Silikon angetupft, das ich vorher mit weißer Farbe gemischt habe (ich nehme "Vollton- und Abtönfarbe" dafür). Dadurch sieht es wie hochspritzendes und schäumendes Wasser aus. Damit wurden ebenfalls die "Wellenkämme", die beim Strukturieren mit dem Löffel entstehen, etwas betont.

Die Methode mit dem Silikon ist günstig und schnell, einziger Nachteil ist, dass das Silikon wirklich unangenehm nach Essig riecht, solange es nicht getrocknet ist. Daher sollte man auf gute Belüftung achten. Alternativ kann man aber die etwas teurere Acrylmasse benutzen. Das habe ich zwar noch nicht ausprobiert, soll aber für die Nase angenehmer sein!

Die drei Astronauten sind die, die dem Airfix-Bausatz beiliegen (eigentlich liegt ja nur einer bei, aber ich habe den Bausatz insgesamt drei Mal.

Die Apollo-Kapsel entstand aus dem Rest einer Sylvesterrakete. Ich hab davon die Spitze abgeschnitten und den Verbindungstunnel zur Mondfähre gescratcht. Die Ballons zum Aufrichten der Kapsel im Wasser sind kleine Styroporkugeln, mit dem Filzschreiber bemalt:

Die Taucher sind von Preiser, das große Schlauchboot und der Stabilisierungsring der Kapsel sind aus Stromkabeln gemacht. Die Lackierung stand nicht im Vordergrund. Ich habe nur versucht, den Seaking halbwegs wie die berühmte "66" aussehen zu lassen. Die Decals waren allerdings aufgrund des Alters kaum noch zu verarbeiten. Besonders an den großen Zahlen sieht man das schon:

Hier noch einige Makros...

...und noch ein paar Impressionen:

Das Originalbild von der NASA findet man hier:
http://2.bp.blogspot.com/_DofLEXUVwIE/SmYkM-XaXgI/AAAAAAAAF0U/hB0Z8rPS7p4/s1600-h/apollo+11+splashdown+2.jpg

Obwohl nicht geplant hat das Diorama nun doch einen Platz in meiner Sammlung erhalten – zumindest so lang, bis ich es nochmal mit dem Originalbausatz neu baue. Andererseits kann man, wie man sieht, auch aus "Schrott" und Sylvesterraketen noch etwas herausholen, wenn man will. Nach meiner Meinung zählt hier einfach der Gesamteindruck mehr als penible Detailtreue. Insgesamt ein echtes Spaßprojekt!

Ralf Brinkmann