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Freedom Model Kits: Experimentelle Kampfdrohne X-47B (1/48) Drucken
Donnerstag, 20. November 2014 um 06:00

Seitentitel

Modell: US NAVY UCAS X-47B
Hersteller: Freedom Model Kits
Maßstab: 1/48
Material: Polystyrol, MessingÀtzteile
Art.Nr.: FD18001
Preis: 54,95 € (Traudls Modellbauladen)

Das Original

Drohnen, sei es zur AufklĂ€rung oder zu gezielten Angriffen, sind aus der modernen LuftkriegsfĂŒhrung nicht mehr wegzudenken und werden zukĂŒnftig eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle spielen. Bereits seit 1995 wird bei der US-amerikanischen Luftwaffe die RQ-1 Predator zur GefechtsfeldaufklĂ€rung und gezielten SchlĂ€gen eingesetzt. Aus ihr ging die Weiterentwicklung MQ-9 Reaper hervor, welche eine stĂ€rkere Motorisierung und eine höhere Waffenzuladung besitzt. Seit 2007 wird sie im sogenannten „Krieg gegen den Terror“ eingesetzt.

Auch die US Navy zeigt Interesse an unbemannten Drohnen. Nachdem am 13.01.2006 das J-UCAS Programm, welches die Entwicklung einer experimentellen Kampfdrohne zum Ziel hatte, abgebrochen wurde, entschied die Navy im Rahmen ihres UCAS-D-Programmes den Prototyp X-47B zur TrÀgerreife weiterzuentwickeln.

Am 04.02.2011 absolvierte der erste von zwei Prototypen seinen Erstflug. Dieser besitzt bereits wie eine zukĂŒnftige Serienvariante zwei interne WaffenschĂ€chte, um neben den Wartungs- und Einsatzeigenschaften reale Einsatzbedingungen mit voller Zuladung zu simulieren. Die FĂ€higkeit, die TragflĂ€chen zum platzsparenden Parken einzuklappen, ist ebenfalls vorhanden. Nach Start- und Landetest an Land, erfolgte der erste Katapultstart von Bord des FlugzeugtrĂ€gers USS George H. Bush am 14.05.2013. Die erste TrĂ€gerlandung fand auf dem selben TrĂ€ger am 10.07.2013 statt. FĂŒr 2014/15 sind Test im regulĂ€ren Flugbetrieb an Bord eines FlugzeugtrĂ€gers geplant.

Technische Daten:
LĂ€nge: 11,63 m
Breite: 18,93 m (gefaltet 9,4 m)
Höhe: 3,1 m
Maximales Startgewicht: 20.190 kg
Antrieb: 1 Pratt & Whitney F100-220U-Mantelstromtriebwerk mit 65,04 kN Schub
Höchstgeschwindigkeit: hoher Unterschallbereich
Dienstgipfelhöhe: 12.192 m
Einsatzradius: 2.770 km
Waffenzuladung: 2.045 kg

Quelle: wikipedia.de

Der Bausatz

Freedom Model Kits ist ein neuer Spritzgussbausatz-Hersteller mit Sitz in Taiwan. Sein erstes und bislang einziges Modell ist die experimentelle Kampfdrohne der US Navy X-47B in 1/48. Schon der erste Blick in den StĂŒlpkarton zeigt, dass hier von Anfang an geklotzt wird. Der Rumpf ist in Ober- und Unterschale getrennt. Aufgrund der Stealtheigenschaften sind kaum erhabene Details vorhanden. Die Panellines sind durch durchgehend gleichmĂ€ĂŸige Gravuren abgegrenzt, stellenweise gepaart mit Nietenreihen. Beide sind fĂŒr meinen Geschmack genau richtig in Breite und Tiefe, um nach dem Farbauftrag ein vernĂŒnftiges Altern zu ermöglichen.

Neben dem Fahrwerk sind die beiden WaffenschÀchte mit strukturierten SeitenwÀnden versehen und können geöffnet gebaut werden.

Die FlĂŒgel sind separat auf zwei weitere Spritzlinge verteilt und erlauben eine Darstellung in gefaltetem Zustand. Die einzelnen, mehrteiligen Brems- und Steuerklappen können ausgelenkt angebaut werden.
Der Luftein-/auslass des Triebwerks wird durch einen zweiteiligen Tunnel dargestellt, in den Luftschaufeln eingesetzt werden. Gravuren deuten hierbei die Farbtrennung zwischen dem Grau der Außenhaut und dem Weiß der innenliegenden Bereiche an.

Leider scheint der Trend, abgeflachte Reifen in den BausĂ€tzen bereitzustellen, wieder verflogen zu sein. So sind diese hier im unbelasteten Zustand wiedergegeben. Dies trĂŒbt den Gesamteindruck allerdings nur minimal. So liegen dem Modell als Waffenlast zwei schön detaillierte GBU-32 JDAM bei.
Das Bein des Bugfahrwerks ist zweimal vorhanden, einmal mit abgesenkten Ausleger fĂŒr den Katapultstart, einmal mit angehobenem.

Um die TragflĂ€chen stabil mit dem Rumpf zu verbinden, sind optionale Bauteile fĂŒr die Flug- oder Parkposition vorhanden. FĂŒr letztere sind auch entsprechende Arme des Faltmechanismus im Bausatz enthalten. Dabei wurde sogar an die korrekte Stauposition einer Abdeckklappe samt Unterkonstruktion der Mechanik gedacht. 

 

Die FotoÀtzteile

42 x 25 mm misst die Messingplatine, die - wie von asiatischen Herstellern gewohnt - mit einer Schutzfolie versehen ist. Mit Hilfe dieser Teile können Elemente des Faltmechanismus ausgetauscht werden. Andere Ätzteile sind als ErgĂ€nzung gedacht. So sind fĂŒr die Fahrwerke Zurrösen vorhanden oder GestĂ€nge fĂŒr den Ausleger am Bugrad. MessfĂŒhler, KabelbĂ€nder und zwei runde Abdeckungen der Bremsklappen vervollstĂ€ndigen die Platine.

Decals

Auf dem DIN A5 großen Decalbogen sind die glĂ€nzenden Nassschiebebilder verteilt. Neben allen notwendigen Stencils und Markierungen werden drei Staffelabzeichen, Seriennummern der beiden Prototypen und NamenszĂŒge aller US FlugzeugtrĂ€ger sowie SchriftzĂŒge fĂŒr die JDAMs angeboten. Bei den soenannten „Static Points“, roten Ringen mit weißen oder schwarzen Punkten im Inneren, ist Versatz festzustellen, so dass diese nicht konzentrisch sind.

Die Anleitung

Ein Papierstreifen auf ca. DIN A4 zu zehn Seiten gefaltet stellt die Anleitung dar. Nach den ersten beiden einleitenden Seiten mit allgemeinen Warn- und Verarbeitungshinweisen folgt die weitestgehend ĂŒbersichtliche Montageanleitung. Seltsam ist die Nummerierung der 13 Baustufen. SinngemĂ€ĂŸ zusammengehörende Schritte werden z.B. als Baustufe 3.1 und 3.2 (Zusammenbau der FlĂŒgel) benannt und nicht fortlaufend, wie man das von anderen Bauanleitungen kennt. Das wird etwas unĂŒbersichtlich, wenn es beispielsweise um Querverweise bei der Option der geöffneten oder geschlossenen WaffenschĂ€chte geht.

Sehr gut gefĂ€llt mir dagegen, dass in vielen nebenstehenden KĂ€stchen die genaue Positionierung einzelner Bauteile beschrieben wird und jede Baustufe mit einer Überschrift erlĂ€utert, was man gerade zusammenbaut.

Ein etwa DIN A3 großes farbiges Faltblatt erlĂ€utert den Anstrich sowie die Platzierung der Decals. Die angesprochenen Staffelanzeichen erlauben den Bau als Einheit der CVW-9, VX-9 oder CVW-5.
Die Farbangaben beziehen sich ausschließlich auf das GSI Creos Sortiment, wobei die Nummerierung mit einem „C“ anstatt dem ĂŒblichen „H“ beginnt. Daraus ist nicht direkt ersichtlich, ob es sich dabei um Acryl- oder Enamelfarben handelt.

 

Fazit

Mit diesem Erstlingswerk zeigt Freedom Model Kits, dass sie von Beginn an oben mitmischen wollen. Die QualitĂ€t der Teile und die gebotenen Optionen hinterlassen nach dem ersten genaueren Betrachten einen durchweg positiven Eindruck. Allerdings wird sich erst beim Bau zeigen, ob sich dieser Eindruck tatsĂ€chlich bestĂ€tigt. Gemessen am Umfang des Bausatzes ist der Preis eher am oberen Ende angesiedelt. Andererseits erhĂ€lt man ein Rundum-Paket eines außergewöhnlichen Vorbilds.

alt empfehlenswert

Sven