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Lenkwaffenkreuzer USS Galveston CLG-3 1965 (1/700, Niko Model) von Jörg Kuhnert Drucken
Samstag, 02. August 2014 um 05:00

 

02.08.1964 - 50 Jahre Beginn des Vietnamkriegs (Tonkin Zwischenfall)

 

Seitentitel

Heute vor 50 Jahren, am 2. August 1964, kam es zum sogenannten Tonkin-Zwischenfall (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Dabei wurde der Zerstörer USS Maddox, der nahe nordvietnamesischen Gewässern zur Unterstützung der südvietnamesischen Streitkräfte auf einer elektronischen Aufklärungsmission war, von nordvietnamesischen Schnellbooten angegriffen. Diesen Zwischenfall - und ein erfundener am 4. August - nahm die Regierung Johnson zum Anlass, offiziell in den seit 1955 geführten Krieg zwischen Nord- und Südvietnam auf der Seite des Südens einzugreifen. Zu den zahlreichen Schiffen der US Navy, die in den folgenden Jahren im Vietnamkrieg kämpften, gehörte der Lenkwaffenkreuzer Galveston.

Das Original

Nach der Einführung der ersten Lenkwaffenkreuzer-Kennung CAG (Boston-Klasse) erfolgte der Teilumbau von sechs vormaligen Leichten Kreuzern der Cleveland-Klasse, von denen ebenfalls ausreichend Einheiten zur Verfügung standen. Dieser Umbau vollzog sich in zwei getrennten Klassen, deren Merkmale sich nach zwei Kriterien unterschieden. Einmal unterschied man – nach Klassen – die Galveston-Klasse mit zwei Schiffen, die nicht auch noch zu Flottenflaggschiffen umgebaut wurden, d.h. vorne zwei Drillingstürme 15,2 cm behielten, und die Little-Rock-Klasse, die infolge der Erweiterung der Brücke einen 15,2-cm-Turm abgeben musste. Diese Klasse bestand aus vier Schiffen. Innerhalb jeder dieser beiden Klassen gab es aber auch noch Unterschiede in der Lenkwaffen-Hauptbewaffnung.
Eine Einheit der Galveston-Klasse (CLG-3 selbst) und zwei der Little-Rock-Klasse (CLG-4 und -5) erhielten die schwere Talos-Anlage auf dem Achterschiff, die übrigen drei Einheiten (CLG-8, -6 und -7) die Terrier-II-Anlage. Die leichte Flak wurde beim Umbau völlig entfernt. Von den 12,7 cm-Doppeltürmen verblieben auf der Galveston-Klasse immerhin noch drei (einer vor und zwei neben dem Brückenaufbau) und auf der Little-Rock-Klasse nur der vor der Brücke. Je ein FLG Mk 34 und Mk 37 wurden beibehalten. Als einziges bekanntes Merkmal der alten Cleveland-Klasse verblieben die dünnen, recht hohen und dicht beieinander stehenden Schornsteine. Die achteren Aufbauten wurden nach den Erfordernissen des jeweiligen Lenkwaffensystems ganz neu gestaltet. Der Doppelstarter Mk 10 befand sich hier achtern auf dem Hauptdeck, und die Nachladung der FK erfolgte aus dem dahinter untergebrachten Nachlademagazin.

Ganz unterschiedlich war hier bei den beiden Klassen – die bei Vergleichen stets zusammen betrachtet werden müssen – die Bemastung. Die Terrier-Schiffe der beiden Klassen erhielten je drei Vierbeingittermaste, von denen der mittlere der höchste war. Eine Ausnahme bildete CLG-8 Topeka, die als einziges Schiff vorn einen Dreibeingittermast führte, und dies auch dann noch, als bereits das schwere Radargerät des Typs SPS-37 A darauf montiert war. Die drei Talos-Schiffe erhielten vorn und hinter dem achteren Schornstein je einen Vierbeingittermast, während anstelle des achteren Mastes eine erhöhte Radarplattform vorgesehen war. Aus vorlicher Lage, d.h. wenn der Typ des Starters oder die achteren Aufbauten nicht genau erkannt werden konnten, erkannte man die Talos-Schiffe daran, dass sie ihre FRESCAN-3-D- Radarantenne stets an der höchsten Stelle, d.h. auf dem mittleren Mast führten. Im Gegensatz dazu befand sich auf den Terrier-Schiffen die 3-D-Antenne stets auf dem achteren Mast. All diese Kreuzer fungierten als Flaggschiffe von Kreuzer-Zerstörerverbänden, CLG-4 und -5 lange Jahre auch als Flaggschiffe der 6. bzw. 7. Flotte, mit auswärtigen Häfen als Heimathafen. Bei diesen Schiffen erfolgte im Gegensatz zur Boston-Klasse keine Rückklassifizierung als CL. Lediglich wurde ab 1975 die Kennung von Little Rock und Oklahoma City von CLG auf CG geändert. Sowohl bei dieser wie bei der Little-Rock-Klasse fehlten jegliche U-Jagdmittel, d.h. es gab weder eine Sonaranlage noch U-Jagd-Waffen an Bord. Der Umbau dieser beiden Schiffe erfolgte zwischen 1956 und 1960.

USS Galveston

Die Galveston wurde nach einem Umbau zum Lenkwaffenkreuzer am 28. Mai 1958 als CLG-3 in Dienst gestellt. Nach einer viermonatigen Überholung von Oktober 1964 bis Februar 1965 verließ Galveston San Diego, um an Operationen vor der Küste von Süd-Vietnam teilzunehmen. Am 21. Juni 1965 passierte der Lenkwaffenkreuzer Subic Bay, Phillipinen und stieß als Trägerbegleitschutz zur 7. US-Flotte im Südchinesischen Meer. Das Schiff wurde in den Golf von Tonkin beordert, um die amerikanischen Bemühungen zu unterstützen, Angriffe des kommunistischen Nord-Vietnams in Süd-Vietnam abzuwehren. Die Außerdienststellung erfolgte am 5. Mai 1970.

Der Rumpf der Galveston war 186 Meter lang und 20,2 Meter breit. Der Tiefgang betrug etwa 7,5 Meter, die Standardverdrängung lag bei 11.744 Standard-Tonnen, die Einsatzverdrängung bei etwa 14.100 Standard-Tonnen. Die Antriebsanlage bestand aus vier Getriebeturbinen von General Electric, die ihren Dampf mit 43,7 bar Druck aus vier Kesseln von Babcock & Wilcox erhielten. Die Antriebsanlage hatte eine Gesamtleistung von 100.000 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 32,5 Knoten. 

Bewaffnung

  • 2 x 15,2-cm-Drillingstürme L/47
  • 3 x 12,7-cm-Doppeltürme L/38
  • 1 x RIM-8-Talos-Doppelstarter Mk 7
USS Galveston

Das Modell

Das Modell entstand aus dem sehr guten Resin-Bausatz USS Galveston CLG-3 1968 von Niko Model im Maßstab 1/700 und zeigt die Galveston im Bauzustand vom Anfang Januar 1965. Für diesen Bauzustand wurden einige kleine Modifikationen vorgenommen. So entstand beispielsweise der Justiermast auf der Schanz aus Draht und Fotoätzteilen aus der Restekiste. Sehr hilfreich sind immer Originalaufnahmen, da das Schiff ab Indienststellung jeweils unterschiedliche Radaranlagen trug.

Der Bau verlief an sich problemlos. Für den Gittermast mit SPS-37A mußten Anpassungsarbeiten am Brückenteil 1 vorgenommen werden, da hier die Mastbasis nicht paßte. Ein ähnliches Problem mit dem vorderen Gittermast tauchte auch beim Bau der USS Canberra CAG-2 vom gleichen Hersteller auf, ohne dass es in der Bauanleitung Hinweise darauf gab. Grundsätzlich ist es immer hilfreich Trockenpassproben vorzunehmen, auch bei Resinbausätzen.

Die gute Qualität des Bausatzes zeigt sich auch an den Fotoätzteilen. Beispielsweise für die beiden Hauptmasten mit SPS-52-FRESCAN- und SPS-37A-Luftraumsuchradar.

Die zweizügige Reling für die Mastplattformen wurden einem Set von FlyHawk für die moderne US-Marine entnommen, da die Reling in der im Bausatz enthaltenen Fotoätzteilplatine bei weitem nicht ausreichend war. Gleiches gilt für die Plattformen der SPG-49-Radarbeleuchter für die Feuerleitung des Talos-Flugabwehrsystems, die Plattform für die SPS-30-Luftraumsuchantenne und das darunter liegende Deck des Talos-Nachlademagazins. An diesen Teilen wurde die Reling insgesamt aus dem FlyHawk-Set ergänzt.

Das Rumpfteil ist plan, ohne Verwerfungen und Blaseneinschlüsse. Die Form ist zwar nicht ganz korrekt, über die gesamte Schiffslänge wird der Rumpf über der Wasserlinie nach oben hin schmäler und ist mittschiffs eingezogen, was sich aber so unmöglich korrigieren ließ. Nach einer Grundierung mit Resin-Primer wurden Rumpf, Aufbauten und weitere Kleinteile mit Modern US Navy Haze Gray aus dem Sortiment von White Ensign Models lackiert. Weiterhin kamen Farben von Revell, Gunze und Vallejo zum Einsatz.

Da Originalaufnahmen den Rumpf der Galveston stets in „blankgeputztem“ Zustand zeigen, habe ich auch bei diesem US-Lenkwaffenkreuzer-Modell weitgehend auf eine Alterung verzichtet Als Finish erhielt das Modell eine Lackierung mit Gunze-Topcoat-Mattlack aus der Spraydose, mit dem man an sich die besten Mattlack-Ergebnisse erzielt.

Das Diorama entstand aus einer Display-Box von Trumpeter, die Wasserfläche wurde mittels Spachtelmasse und Dispersionsfarbe gestaltet. Nach einer gründlichen Trocknungszeit erhielt die Basis eine Lackierung mit einem blauen Farbton aus dem Sortiment von Tamiya. Anschließend wurde die blau eingefärbte Fläche mit lösungsmittelbasiertem Hochglanz-Klarlack aus der Spraydose versiegelt.

Quellen

Jörg