Modellsuche

Suchen

GTranslate

English French Italian Japanese Russian Spanish Swedish

Britischer Flugzeugträger Hermes (1/700, HP Models) von Rob Kernaghan Drucken
Dienstag, 18. Februar 2014 um 06:00

 

18.02.1804 - 90. Jahrestag Indienststellung der HMS Hermes

 

Heute vor 90 Jahren wurde der erste Flugzeugträger, der als solcher begonnen worden war, fertig gestellt: die HMS Hermes (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Ihr Entwurf beruhten auf den vielfältigen Erfahrungen, den die Royal Navy im Ersten Weltkrieg mit Flugzeugträgern gemacht hatte. Mit ihrem Bau war bereits während des Ersten Weltkriegs begonnen worden, nach Kriegsende erfolgte aber die Fertigstellung ohne Priorität erst 1924. Deshalb wurde der japanische Träger Hosho, der erst 1919 begonnen wurde, vor ihr fertig.

Das Original

Die Royal Navy setze während des Ersten Weltkriegs zahlreiche Seeflugzeugträger ein und verfügte bei Kriegsende dazu über die Träger Argus, Furious und Vindictive, von denen mit Fahrwerk ausgestatete Flugzeuge starten und landen konnten (Landungen auf Furious und Vindictive wurden nach ersten Versuchen verboten, da es auf Furious wegen der Turbulenzen hinten der Aufbauten zu eine Reihe von Unfällen gekommen war). Alle diese Träger, wie auch die sich bei Kriegsende noch im Bau befindliche Eagle, waren Umbauten.

Die Hermes war der erste Träger, der schon als solcher entworfen worden war. Typisch für damalige Träger war die Bewaffnug und Panzerung der Hermes, die der von Leichten Kreuzern ähnelte. Sie wurde aber mit einem durchgehenden Flugdeck konstruiert und - nach Versuchen mit der Argus und Eagle - erhielt sie eine Insel an Steuerbord, d.h. entsprach der Auslegung von späteren Trägern. Die Insel wurde von einem Dreibeinmast dominiert, der für die Feuerleitung der Geschütze gedacht war. Das Flugdeck und der Hangar waren in den Rumpf integriert, d.h. der Bug war geschlossen und es gab seitlich nur wenige Öffnungen. Achtern konnten Seeflugzeuge ausgebracht werden bzw. eingeholt werden und mit einem Aufzug zum Flugdeck gebracht werden. Da die Hermes mit Hinblick auf die damals vorhandenen Flugzeugtypen entworfen wurde, fiel ihre Hangarkapazität sehr klein aus und insgesamt erwies sie sich als zu klein, um einen effektiven Träger darstellen zu können. Trotzdem erwies sie sich bei der Entwicklung von Taktiken für Träger sehr nützlich.

Die Hermes war 182,3 m lang, 21,4 m breit und verdrängte 13 000 t. Der Antrieb erfolgte über sechs Kessel und zwei Turbinensätze und leistete 40 000 PS, womit 25 kn erreicht wurden (26,2 kn bei den Probefahrten). Ihre Besatzung bestand aus 664 Mann. Sie konnte 20 Flugzeuge mitführen. Die Bewaffnung bestand ursprünglich aus sechs 14 cm-Geschützen und vier 10,2 cm Flak.

Die Hermes wurde 1918 bei Armstrong-Whitworth in Walker begonnen. Der Bau wurde mehrfach unterbrochen, um Erfahrungen aus Versuchen mit den existierenden Trägern einbringen zu können. 1919 sollte die Werft geschlossen werde und das unfertige Schiffe wurde zu Fertigstellung zur Marinewerft Devonport geschleppt, wo sie im Januar eintraf. Ihre Fertigstellung verzögerte sich, so dass sie erst im Februar 1924 in Dienst gestellt werden konnte.

Die Hermes war nach der Fertigstellung meist Teil der China-Flotte. Eine Modernisierung wurde wegen Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nie durchgeführt. Nach Ausbruch des Kriegs wurde sie für U-Jagd-Patrouillien in den Western Approaches (westlich der britischen Inseln) und später für die Suche nach deutschen Handelsstörern im Atlantik eingesetzt. Anfang Juli 1940 war sie an der Blockade Dakars, eines Teil von Vichy-Frankreichs, beteiligt und eines ihre Boote und ihre Swordfish waren an einem Versuch beteiligt, durch Zündung von Wasserbomben bzw. durch Torpedos das französische Schlachtschiff Richelieu auszuschalten. Allerdings konnte nur eine der Schrauben des Schlachtschiffs durch einen Torpedo beschädigt werden. Am 10. Juli kollidierte sie mit dem Hilfskreuzer Corfu und musste für drei Monate in die Werft zu Behebung der Schäden. Danach war sie erneut zur Suche nach deutschen Handelstörern beteiligt. Im Februar 1941 unterstützte die Hermes die Eroberung der italienischen Kolonie in Somalia und kaperte dabei ein italienisches Handelsschiff.

Nach weiteren erfolglosen Suchen und die Untertützung der Operationen im Irak, wurde Hermes 1942 zur Fernost-Flotte (Eastern Fleet) verlegt. Beim japanischen Angriff auf Ceylon am 9. April war sie rechtzeitig in See gestochen, so dass die erste Welle der sechs japanischen Träger - Akagi, Hiryu, Ryujo, Shokaku, Soryu und Zuikaku - sie verfehlte. Sie wurde aber auf See von einem Aufklärungsflugzeug des Schlachtschiffs Haruna gefunden. Hermes hatte keine Flugzeuge an Bord und nur sechs auf Ceylon stationierte Fulmar waren als Unterstützung vorhanden. Die zweite Welle traf Hermes mit 40 Bomben, worauf sie sank. Dabei starben 307 Mann der Besatzung. Auch der begleitende Zerstörer Vampire wurde versenkt. Das Wrack der Hermes ist für Taucher erreichbar.

Das Modell

Das Modell wurde aus dem Bausatz von HP Models gebaut und stellt den Bauzustand der Hermes im Juli 1940, d.h. zum Zeitpunkt des Angriffs auf die Richelieu in Dakar, dar.

Zur Detaillierung wurden Fotoätzteile von WEM für die Ark Royal benutzt. Der Kran ist aus einem GMM-Satz, während die Fairey Swordfish wiederum von WEM sind.

Quellen

Rob Kernaghan

IPMS fine waterline special interest group

(Text über Original von Lars)