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Deutsches Schlachtschiff König (1/350, ICM) von Ulf Lundberg Drucken
Mittwoch, 22. Januar 2014 um 06:00

Das Original

Die König war das Typschiff einer Klasse von vier deutschen Schlachtschiffen, die 1911-1914 gebaut wurden. Die Klasse war eine Weiterentwicklung der Kaiser-Klasse und hatte eine ähnliche Bewaffnung. Der auffälligste Unterschied zur Vorgängerklasse war, dass es bei der König-Klasse keine Flügeltürme mehr gab, sondern alle Türme auf der Schiffsmittellinie aufgestellt waren.

Die König war 175,4 m lang, 29,5 m breit und verdrängte 28 600 t. Der Antrieb erfolgte über drei Sätze von Dampfturbinen, die 43 300 PS leisteten, womit 21 kn erreicht wurden. Die Bewaffnung bestand aus zehn 30,5 cm-Geschützen, 14 15 cm-Geschützen, zehn 8,8 cm-Geschützen und fünf 50 cm-Torpedorohren. Die Besatzung setzte sich aus 1136 Mann zusammen.

Die König wurde von 1911-14 auf der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven gebaut. Nach ihrer Indienststellung wurde sie Teil des III. Geschwaders und mit diesem am 31. Mai 1916 in der Skagerrak-Schlacht eingesetzt. Dort fuhr sie an der Spitze der Schlachtflotte und wurde relativ schwer getroffen, wobei 45 Mann starben. Im Oktober 1917 nahm sie an der Operation Albion teil, der Landung auf den damals russischen Inseln Dagö, Ösel und Moon. Im Rahmen dieser Operation beschädigte die König das russische Schlachtschiff Slawa schwer, das darauf selbst versenkt wurde. Im Oktober 1918 nahm ihre Besatzung an der Meuterei der Hochseeflotte teil. Nach dem Waffenstillstand musste sie im Dezember 1918 nach Scapa Flow ausgeliefert werden, wo die König am 21. Juni 1919 selbst versenkt wurde. Das Wrack liegt dort noch heute. 

Das Modell

2003 baute ich die König. Sie war das erste Schlachtschiff im Maßstab 1:350, das ich baute, und auch das erste Modell, das ich mit fotogeätzten Relingen versah. Der Bausatz von ICM ist ausgezeichnet, besonders die Beiboote sind hervorragend. Da können die anderen Hersteller etwas lernen.

Die Takelage wurde aus gezogenem Gussast gemacht, was eine schlechte Idee war. Sie ist so zerbrechlich, dass ich nicht mehr wage, das Modell zu Ausstellungen und Wettbewerben mitzunehmen. Heutzutage mache ich die Takelage aus Angelschnur.

Ich verzichtete absichtlich darauf, das Modell zu altern. Die Vorbilder waren die schönen klassischen Schiffsmodelle, die ich in den Büchern Vom Original zum Modell von Koop und Schmolke gesehen hatte. Ich wollte etwas Ähnliches, aber kleineres, bauen.

Als ich zum ersten Mal in meinem Leben an einem Wettbewerb, dem IPMS OPEN in Stockholm 2004, teilnahm, wurde das Modell mit den Preisen von IPMS Norwegen und ,,In Erinnerung an Jan Michols" ausgezeichnet. Das war für mich völlig unerwartet und natürlich sehr motivierend.

Ulf Lundberg

(Text über Original von Lars)