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Delacroix: Le Commerce de Marseilles Drucken
Donnerstag, 01. August 2013 um 06:00

 

01.08.1798 ‚Äď 215 Jahre Schlacht von Abukir

 

Seitentitel

Heute vor 215 Jahren gelang es einer britischen Flotte unter Nelson in der Schlacht von Abukir die franz√∂sische Flotte zu vernichten und damit Napoleons √Ągyptenfeldzug den Nachschub abzuschneiden (siehe auch Jahrestage auf Modellmarine). Das franz√∂sische Flaggschiff in dieser Schlacht war das 118-Kanonenschiff Orient der Commerce de Marseille (Oc√©an)-Klasse. Das Schiff wurde durch eine spektakul√§re Explosion vernichtet.

Titel: Vaisseau de 118 canons Le Commerce de Marseilles 1788 - 1801
Autor: Gérard Delacroix
Erscheinungsjahr: 2006
Preis: 184,- ‚ā¨ (Fachbuchhandlung Christian Schmidt)

Das Original

Die Commerce de Marseilles ist das erste Schiff der auch als Oc√©an-Klasse bezeichneten Linienschiffe 1. Ranges der franz√∂sischen Marine. Ihr Name geht auf den Ursprung der Finanzierung zur√ľck. Ludwig XVI brauchte nach dem Siebenj√§hrigen Krieg f√ľr den Ausbau der Flotte Geldgeber. Die Handelskammer von Marseilles (deutsch f√ľr Commerce de Marseilles) finanzierte den Bau des nach ihr benannten Schiffes.

Der Entwurf entstammt der Feder von Jaques-Noel San√© und stellte einen gewaltigen Schritt nach vorn im Schiffbau der damaligen Zeit dar. Ihre schlichte Linienf√ľhrung machte diese Schiffsklasse zu einer ausgezeichneten Gesch√ľtzplattform kombiniert mit den guten Segeleigenschaften einer Fregatte. Das 120 Kanonen Schiff wurde am 07. Juli 1782 in Auftrag gegeben. Die Kiellegung fand im September 1786 statt. Dem Stapellauf vom 07. August 1788 folgte im Oktober 1790 die Indienststellung.
Schnell erhielt sie den Spitzname ‚Äěsch√∂nstes Schiff des Jahrhunderts‚Äú. Jedoch stand sie nur kurz in Diensten der franz√∂sischen Marine. W√§hrend der Blockade und der anschlie√üenden Eroberung von Toulon am 29. August 1793 fiel sie den Briten in die H√§nde, welche sie als HMS Commerce de Marseilles in Dienst stellten, allerdings nicht weiter einsetzten. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass sie als Typschiff als auch ihre Schwester, die Oc√©an, trotz des revolution√§ren Designs noch nicht voll ausgereift waren. Die ebenfalls durch die Briten erbeutete Oc√©an musste strukturell verst√§rkt werden, um den Anforderungen optimal zu entsprechen.

Technische Daten:

Länge:               65,2 m
Breite:               16,2 m
Tiefgang:           8,1 m
Verdrängung:      5.098 ts
Segelfläche:       3.265 m²
Geschwindigkeit: 10 kn
Besatzung:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† 1.079 ‚Äď 1.130
Bewaffnung: ¬† ¬†¬†¬† 32 ‚Äď 36 Pf√ľnder
¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† 34 ‚Äď 24 Pf√ľnder
¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† 34 ‚Äď 12 Pf√ľnder

Aus dem Plansatz l√§sst sich ebenfalls das Schwesterschiff Orient bauen. Orient wurde als Dauphin Royal am 20. Juli 1791 vom Stapel gelassen um 1792 im Zuge der Gr√ľndung der Ersten Franz√∂sischen Republik in Sans-Culotte umbenannt zu werden.

Am 14. M√§rz 1795 nahm sie an der Schlacht vor Genua teil. Im Mai 1795 wurde sie nach der Macht√ľbernahme der Thermidorianer erneut umbenannt, diesmal in Orient. 1798 diente sie als Flaggschiff w√§hrend der Invasion von √Ągypten und bef√∂rderte neben dem Generalstab der Arm√©e d'√Čgypte ebenfalls Napolen Bonaparte. Ihr Ende fand sie in der Schlacht von Abukir (engl.: Battle of the Nile) nachdem sie unter Feuer von f√ľnf britischen Schiffen geriet, was letzendlich dazu f√ľhrte, dass ihr Magazin explodierte.

Der Plansatz

Der gefaltete Plansatz umfasst 34 Einzelpl√§ne. Alle sind von der Art her wie jene von Boudriot gezeichnet. So finden sich in den Zeichnungen immer wieder ma√üst√§bliche Personen. Bis auf das letzte Blatt sind die Darstellungen durchweg in 1/48 gehalten, was z.T. zu sehr gro√üen Bl√§ttern f√ľhrt.

Auf Blatt 21 werden die Unterschiede bzgl. der L'Orient gezeigt, welche ebenfalls mit diesen Plänen gebaut werden kann.

Zum Lieferumfang gehört außerdem ein französischsprachiges, 111seitiges Begleitbuch. In dieser Monographie wird zum einen die Hintergrundgeschichte der Dreidecker des späten 18. Jahrhunderts als auch die Rekonstruktion der Pläne erläutert.

Nach den Kurzlebensl√§ufen der ersten f√ľnf Schiffe der Klasse und des Konstrukteurs Jaques Noel San√© werden die einzelnen Pl√§ne beschrieben.

Im letzten Teil des Buches werden die Umfänge und Durchmesser jeden Mastes sowie der Rahen mit Originalmaßen und im Maßstab 1/48 aufgezeigt.

Quellen und Links

Fazit

G√©rard Delacroix hat einen Spitzenbauplan gezeichnet. Wegen des gro√üen Ma√üstabs l√§sst sich so ziemlich jedes Detail ‚Äěherauslesen‚Äú, was zu einem sehr genauen Modell f√ľhrt, voraus gesetzt man hat entsprechend Platz zum Ausbreiten der Bl√§tter. Dank der Ausf√ľhrlichkeit der Zeichnungen lassen sich alle Arten von historischen Schiffsmodellen, POM, Admirality, etc. bauen.

alt sehr empfehlenswert

Sven