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Tamiya: japanisches Schlachtschiff Yamato (neue Formen, 1/350) Drucken
Montag, 22. Juli 2013 um 06:00

 

Spezialwoche Yamato-Klasse

 

Deckelbild

Modell: Japanese Battleship Yamato
Hersteller: Tamiya
Maßstab: 1/350
Material: Polystyrol, Ätzteile, Ankerkette
Art.Nr.: 78025
Preis: 239,- € (Traudl´s Modellbauladen)

Das Original

Die japanische Marine verfügte über weniger Schiffe als ihre potentiellen Gegner – einerseits durch die Flottenverträge und andererseits durch eine schwächere industrielle Kapazität bedingt. Deshalb wurden die einzelnen Schiffstypen so entworfen, dass sie besser als vergleichbare Schiffe anderer Marinen sein sollten. Die Schlachtschiffe der Yamato-Klasse wurden auf der Grundlage dieses Prinzips entworfen und das Ergebnis waren die größten und am stärksten bewaffneten und gepanzerten Schlachtschiffe, die je gebaut wurden.

Der Washingtoner Flottenvertrag von 1922 hatte den japanischen Schlachtschiffbau gestoppt. Nach der Besetzung der Mandschurei 1931 durch Japan führten die anschließenden Konflikte mit anderen Staaten im Völkerbund dazu, dass Japan 1934 den Völkerbund verließ und den Flottenvertrag kündigte. Mit der Planung einer neuen Schlachtschiff-Klasse wurde sofort begonnen. Diese wurden mit 46 cm-Geschützen bewaffnet und die Panzerung gegen dieses Kaliber ausgelegt. Die Schiffe sollten dadurch mit 40,6 cm-Geschützen bewaffneten Schlachtschiffen überlegen sein, wie sie die US Marine nach dem Scheitern der Londoner Flottenkonferenz von 1936 baute. Die Schiffsform fiel, wie auch bei anderen japanischen Schiffen der Epoche, innovativ aus: um einen besseren Schutz einbauen zu können, fiel die Yamato-Klasse sehr breit aus, so dass u.a. durch Verbesserung der Bugform eine hohe Geschwindigkeit erreicht wurde. Zur Gewichtserleichterung fiel das Deck vor den Aufbauten nach vorne ab und stieg erst in Richtung Bug wieder an. Wegen des enormen Gasdrucks der 46 cm-Geschütze erhielten alle Flak-Geschütze geschlossene Lafetten. Die Beiboote wurden achtern auf dem Hauptdeck untergebracht – ebenso die Bordflugzeuge, die dort in einem Hangar untergebracht waren, während die Katapulte darüber auf dem Oberdeck angebracht waren. Die Panzerung folgte dem „Alles oder Nichts“-Prinzip, d.h. die Panzerung wurde auf eine Kasematte mittschiffs beschränkt, die die Antriebsanlage und Munitionskammern umfasste. Der Seitenpanzer war schräggestellt, um seine Schutzwirkung zu steigern. Das Torpedoschutzsystem bewährte sich nicht.

Ursprünglich waren fünf Schiffe der Yamato-Klasse geplant. Der Bau erfolgte unter strenger Geheimhaltung. Die Schiffe wurden hinter Tarnvorhängen gebaut und die wirklichen Baukosten wurden verschleiert, um zu verhindern, dass daraus auf die Größe der Schiffe geschlossen werden konnte. Die 46 cm-Geschütze erhielten die Tarnbezeichnung 40 cm/45 Typ 94. Die Tarnung funktionierte. Die US Marine erfuhr erst nach dem Krieg, wie groß und stark bewaffnet die Schiffe wirklich waren. Auf die Yamato-Klasse sollte eine noch größere Klasse mit 50,8 cm-Zwillingtürmen folgen, auch die Yamato-Klasse sollte eventuell mit diesen nachgerüstet werden. Der Zweite Weltkrieg machte diese Pläne zunichte. Nur die ersten beiden Schiffe – Yamato und Musashi – wurden als Schlachtschiffe fertiggestellt. Nach der Niederlage bei Midway und dem Verlust von vier Flottenträgern dort wurde das dritte Schiff, die Shinano, als Flugzeugträger fertig gestellt. Das vierte Schiff wurde kurz nach Baubeginn wieder verschrottet, das fünfte wurde nie fertig gestellt.

Die Schiffe der Yamato-Klasse wurden im Zweiten Weltkrieg überwiegend zurück gehalten, um sie für „die Entscheidungsschlacht“ gegen die amerikanische Flotte zu schonen. Die Yamato erhielt darauf von den Kreuzer- und Zerstörerbesatzungen den Spitznamen „Hotel Yamato“. Zu dieser Entscheidungsschlacht sollte es nie kommen und beide Schlachtschiffe trafen nie auf gegnerische Schlachtschiffe, sondern wurden von amerikanischen Trägerflugzeugen versenkt. Shinano wurde, bevor sie voll einsatzbereit war, von einem amerikanischen U-Boot versenkt.

Yamato war 263 m lang, 36,9 m breit und verdrängte voll beladen etwa 72 000 t. Der Antrieb erfolgte über zwölf Kessel und vier Turbinensätze, die vier Schrauben trieben, und leistete 150 000 PS. Damit wurden 27 kn erreicht. Die Besatzung setzte sich anfangs aus etwa 2500 Personen zusammen. Durch die verstärkte Flak vergrößerte sich die Besatzung, so dass beim letzten Einsatz der Yamato 3331 Mann an Bord waren.

Bewaffnung April 1945
9 x 46 cm L/45 Typ 94 (drei Drillingstürme)
6 x 15,5 cm L/60 Typ 3 (zwei Drillingstürme)
24 x 12,7 cm L/40 Typ 89 (sechs geschlossene und sechs offene Zwillingslafetten)
152 x 2,5 cm L/60 Typ 96 (24 geschlossene und 26 offene Drillingslafetten, zwei Einzellafetten)
7 Aichi E13A und Mitsubishi F1M Bordflugzeuge

Yamato wurde 1937-41 auf der Marinewerft Kure gebaut. Die Indienststellung erfolgte am 16. Dezember 1941, also kurz nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor. Im Februar 1942 wurde sie Flaggschiff der japanischen Flotte. Ihre erste Einsatzfahrt war die versuchte Invasion von Midway, die wegen der Niederlage in dieser Schlacht (4. bis 7. Juni) scheiterte. Von August 1942 bis Mai 1943 war sie in Truk stationiert – wurde aber nie eingesetzt. Von Mai bis Juli 1943 wurde Yamato in Kure überholt. Dabei wurden zwei 15,5 cm-Drillingstürme ausgebaut und die leichte Flak verstärkt. Ab August 1943 war sie wieder in Truk stationiert und lief sogar zwei Mal aus – verfehlte aber beides Mal die amerikanische Flotte. Im Dezember 1943 wurde sie dann – was für eine Verwendung für dieses Schiff! – für den Transport Truppen und Transportgütern von Kure nach Truk eingesetzt, wobei sie am 25. Dezember 1943 von dem amerikanischen U-Boot Skate mit einem Torpedo relativ schwer beschädigt wurde, wobei zum ersten Mal ihr Torpedoschutz versagte. Nach Notreparaturen in Truk – wo natürlich kein Dock für ein Schiff ihrer Größe vorhanden war – wurde sie zurück nach Kure geschickt, wobei es drei auf sie angesetzten amerikanischen U-Booten nicht gelang, sich in Angriffsposition zu manövrieren. In Kure erhielt sie sechs zusätzliche 12,7 cm Zwillingslafetten, weitere leichte Flak sowie Radar. Im April 1944 war Yamato erneut einsatzfähig und wurde erneut als Truppentransporter eingesetzt, dieses Mal nach Manila. Danach war sie in Lingga bei Singapur, d.h. näher an den Ölquellen, stationiert – der Mangel an Öl schränkte die Einsatzfähigkeit der japanischen Marine bereits stark ein.

Gegen die amerikanischen Invasion von Saipan wurde Yamato als Teil der japanischen Hauptflotte eingesetzt, was am 19. und 20. Juni 1944 zur Schlacht in der Philippinensee führte. Dies war allerdings eine reine Trägerschlacht, in die Yamato nur minimal eingriff: sie eröffnete mit ihren 46 cm-Geschützen mit spezieller Flugabwehrmunition zum ersten Mal in einem Kampfeinsatz das Feuer, allerdings auf eigene Flugzeuge! Die Schlacht in der Philippinensee war eine vernichtende Niederlage für die japanischen Trägerverbände und führte zu einem Verlust des Großteils der Piloten, so dass die verbliebenen japanischen Träger danach eigentlich nicht mehr einsatzfähig waren. Als die Alliierten auf Leyte landeten, wurden die Träger auch nur noch zur Ablenkung eingesetzt und der Hauptschlag der japanische Marine gegen die Landungsflotte wurde von Schlachtschiffen, Kreuzern und Zerstörern durchgeführt. Yamato war dabei Teil von Vizeadmiral Kuritas Flotte. Nachdem am 23. Oktober bei Palawan Kuritas Flaggschiff, der Schwere Kreuzer Atago, versenkt worden war, wurde sie Flaggschiff. In der Schlacht in der Subiyan-See am 24. Oktober erhielt sie drei Bombentreffer von amerikanischen Trägerkampflugzeugen, blieb aber einsatzfähig – das Schwesterschiff Musashi wurde dagegen versenkt. Am nächsten Tag traf Kuritas Flotte in der Schlacht von Samar auf amerikanische Geleitträger, wobei Yamato zum ersten und einzigen Mal ihre 46 cm-Kanonen gegen Seeziele einsetze und an der Versenkung des Geleitträgers Gambier Bay und eines Zerstörers beteiligt war. Nach schweren Verlusten durch amerikanische Luftangriffe, drei japanische Schwere Kreuzer werden versenkt und drei beschädigt, brach Kurita den Angriff auf die amerikanische Landungsflotte ab. Beim Rückzug wurde Yamato am 26. Oktober von zwei weiteren Bomben getroffen. In der Schlacht um Leyte wurden insgesamt 29 Mann der Besatzung der Yamato getötet. Die japanische Flotte wurde nach dem Verlust der Philippinen größtenteils wieder nach Japan verlegt, so auch Yamato im November 1944. In Kure wurde ihre Flak das letzte Mal verstärkt, wobei 2,5 cm-Drillingslafetten den Großteil der Einzellafetten ersetzten. Am 19. März wurde sie bei Kure von einer Helldiver des Trägers Intrepid leicht beschädigt.

Gegen die amerikanische Invasionsflotte, die am 1. April 1944 in Okinawa gelandet war, erfolgte der letzte größere Einsatz der japanischen Marine. Diese war zu diesem Zeitpunkt bereits kaum mehr kampffähig. Sie litt unter Treibstoffmangel, ein Großteil der Flotte war versenkt und Luftunterstützung war kaum mehr vorhanden. Trotzdem wurde Yamato mit dem Leichten Kreuzer Yahagi und acht Zerstörern am 6. April zum Angriff auf die amerikanische Landungschiffe losgeschickt (Operation Ten-gō). Aufgrund der klaren Unterlegenheit kam dies einem Selbstmordeinsatz gleich. Wahrscheinlich hatte Yamato auch nur Treibstoff für die Hinfahrt an Bord und hätte sich in Okinawa auf Grund setzen sollen, um als Batterie die dortigen Truppen zu unterstützen. Am 7. April wurde Yamato etwas südwestlich von Kyushu – also weit von Okinawa entfernt – von 386 Flugzeugen der Träger Essex, Hornet, Bunker Hill, Hancock, Bennington, Bataan, Belleau Wood, Cabot und San Jacinto in mehreren Wellen angegriffen. Die Schlachtschiffe Massachusetts, Indiana, New Jersey, South Dakota, Wisconsin und Missouri, die großen Kreuzer (Schlachtkreuzer) Alaska und Guam, fünf Kreuzer und 21 Zerstörer standen bereit, falls die Flugzeuge nicht erfolgreich sein sollten. Aber das waren sie: Yamato wurde von mindestens elf Torpedos und sechs Bomben getroffen und kenterte. Dabei explodierte eines der vorderen Magazine, wodurch das Schiff in zwei Teile zerbrach. 3055 Mann der Besatzung starben, nur 276 Mann wurden von begleitenden Zerstörern gerettet. Auch der Leichte Kreuzer Yahagi und die Zerstörer Asashimo, Isokaze, Hamakaze und Kasumi wurden versenkt, wobei weitere 1187 Mann starben. Auf amerikanischer Seite gingen zehn Flugzeuge verloren, wobei zwölf Mann getötet wurden.

Das Wrack der Yamato wurde 1982 entdeckt, aber erst 1985 eindeutig identifiziert.

Der Bausatz

Neben den Neuerscheinungen der letzten Jahre im Schiffsbereich 1/350 haben die Entwickler bei Tamiya eine komplett neue Bausatzform für die HIJMS Yamato entwickelt. Ein 76 x 27 x 15 cm großer Karton ist notwendig, um den sehr umfangreichen Inhalt des neuen Superbausatzes zu transportieren. Nach dem Öffnen blickt man zuerst auf einen Kartoneinsatz, auf dem, in Tüten eingeschweißt, drei Ätzteilplatinen aus Neusilberblech befestigt sind. Darunter liegt eine gefaltete Steuerbordseitenansicht und Aufsicht im Maßstab 1/350. Entfaltet bekommt man einen ersten Eindruck von der Größe des fertigen Modells. Auf diesen Ansichten sind diverse Details in Japanisch und Englisch benannt. Anschließend wird einem das wahre Ausmaß des Inhalts bewusst. Annähernd randvoll ist der Karton mit Spritzlingen, alle einzeln in Tüten verpackt, gefüllt.

Dabei fällt zunächst die Zweiteilung der Rumpfbauteile in der Länge auf. Dies ist der verwendeten Spritzformgröße geschuldet. Das Modell kann als Wasserlinie oder Vollrumpf gebaut werden. Am Unterwasserschiff ist die Beplattung mit abwechselnd erhabenen und vertieften Flächen sowie feinen Gravuren wiedergegeben. Gemessen stehen die erhabenen Bereiche etwa 0,05 mm vor. Auf der Unterseite sind die Eintritte für das Kesselspeisewasser als Taschen angeformt, in welche Ätzteile als Gitter geklebt werden.

Das Überwasserschiff ist eine Bugsektion und zwei Seitenteile untergliedert. Die Oberflächendetails der Plattenstrukturen oder der zugeschweißten Bullaugen sind wie im Unterwasserbereich sehr fein reproduziert.

Für welche Bauoption man sich auch entscheidet, beide Male ist eine zweiteilige Platte auf Höhe der Wasserlinie vorgesehen. Bei Tamiya wird sehr viel Wert auf stabile Verbindungen von großen Bauteilen gelegt. Zusätzlich zur Klebung sind dafür verschiedene Schrauben teils selbstschneidend, teils mit Kontermutter vorgesehen und beigelegt. In dieser Verpackung findet sich außerdem eine nicht wirklich originalgetreue Ankerkette ohne Steg und runden Gliedern.

Die Decks sind ebenfalls unterteilt. Auch wenn man nach dem Zusammenbau davon nicht mehr viel sieht, sind die Seitendecks zur Darstellung der Bootshangars am Heck in der originalgetreuen Länge wiedergegeben. Bei diesem und dem Flugdeck ist die Riffelstruktur des Metalls nachempfunden. Auf dem großen Mittelteil des Hauptdecks sind einzelne Holzplanken mit feinsten Gravuren angedeutet.

Die seitlichen Bereiche des Hauptdecks sind einzeln anzubringen. Diese Teile decken die Verschraubung ab. Auf der Unterseite gibt es Hinweise auf aufzubohrende Löcher mit der Markierung „M“, was auf ein zukünftiges Erscheinen eines Bausatzes der Musashi aus den neuen Formen schließen lässt.

Auf dem Spritzling „S“ sind darüber hinaus die Back, das Hangardeck, Tore des Bootshangars und die inneren Teile der Barbetten zu finden.

Weitere strukturelle Bauteile dienen neben der Verstärkung des Rumpfes dem Verdecken der Verschraubungen. Die Ruderanlage ist so ausgelegt, dass diese beweglich bleiben.

Mit Gussrahmen „Z“ werden die letzten Bauteile zur Vervollständigung des Rumpfes beigesteuert. Dies sind die vier Propeller, deren Wellenhosen und -böcke. Weiter sind diverse Ausrüstungsgegenstände und die Katapulte zu finden. Besonders erwähnenswert ist die gespritzte Biegehilfe für das Ätzteil des Flugzeugkrans.

Der Grundkörper des massigen Aufbaus ist in einem Stück mit an allen Seiten angeformten Details gegossen.

Um alle Details an den Seiten des Pagodenturmes darzustellen, sind diese mehrteilig. Gestützt werden sie im Inneren durch eine Verbindung aus einem soliden Stift, an den Hilfsplattformen angebaut werden. Schanzkleidabstrebungen und Unterzüge sind sehr filigran wiedergegeben.

Der Schornstein der Yamato besteht, jeweils mehrteilig, aus dessen Sockel und dem darauf aufgesetzten Schlot. An diesen werden anschließend diverse Dampfrohre angebaut. Die Rohre haben teilweise angedeutete Öffnungen. Weiter sind auf diesem Spritzrahmen die Unterbauten der Mittelartillerie und Anbauteile des Aufbaus platziert.

Ein Highlight des Bausatzes sind die filigranen Teile des Spritzlings „J“. Dieser beinhaltete neben dem charakteristischen Y-förmigen Mast die Begrenzer für die Bestreichungswinkel der Fla-Waffen. Abweichend vom Rest des Modells wurde hier wegen der besseren Stabilität des Materials ABS, welches sich aber gleich verarbeiten lässt, anstelle des sonst üblichen Polystyrols verwendet.

Die Türme der Hauptartillerie sind übertrieben detailreich reproduziert. Äußerlich ist das ok genauso wie bei den Lagern der Rohre, warum aber z.T. das Innenleben in Form des abgetrennten E-Meß-Raumes nebst dazugehörigem E-Messer, der sogar noch beweglich gehalten ist, dargestellt ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Rohre selbst enttäuschen, da diese als Stab ausgeführt sind und an deren Enden Kappen mit angedeuteter Mündungsöffnung geklebt werden sollen. Weiter sind die unteren Ebenen der Türme mit ihren Mantelflächen bis hinab zur Drehbasis zu verbauen.

Den Abschluss der strukturellen Bauteile bilden die Unterbauten und Podeste der schweren Flak. Die Decks sind wiederum mit einer Riffeloberfläche versehen.

Sein ganzes Können zeigt uns Tamiya bei den zahlreichen Ausrüstungsgegenständen und der Nebenbewaffnung. Doppelt vorhanden ist der Spritzling mit der Mittelartillerie sowie der schweren Flak. Neben den Seitenwänden, Böden und Decken müssen noch diverse Bauteile angefügt werden, bis ein 15,5 cm-Turm fertig ist. Die Seitenteile sind dabei derartig gefertigt, dass die an den Kanten sichtbare Verrippung des aufgedoppelten Hitzeschutzes erkennbar ist. Ätzteile sind zwingend vorgesehen, da an den zu verbauenden Stellen die Wandstärken der Spritzteile reduziert sind. Optional können die Rohre der Mittelartillerie in Ruhestellung oder erhöht angebaut werden. Für beides sind entsprechende Teile mit angeformter Persenning vorhanden. Im Gegensatz zu anderen Herstellern verzichtet Tamiya hierbei auf aufgebohrte Mündungen.

Die Rohre der 127 mm Flak bleiben beweglich. In die korrekt mit teils gerundeten, teils eckigen Kanten dargestellten Panzerschilde der 25 mm Flak können die separaten Rohre entweder mit 10° oder durch einfaches Umdrehen des Bauteiles mit 80° Erhöhung eingebaut werden.

Ebenfalls doppelt vorhanden, sind Ausrüstungsteile, die nicht zur Bewaffnung zählen bzw. als Unterbauten der leichten Flak dienen. Sehr gut detailliert sind hierbei die Ferngläser, da sie sich richtigerweise zum Okular hin verjüngen, auf der anderen Seite der Schwenkgabel zylindrisch sind.

Drei Spritzrahmen halten die zweigeteilten (Sockel mit Sitzen der Richtschützen und Rohrpaket) 25 mm Drillinge.

Zwei weitere steuern die 25 mm Einzelflak und dazugehörige Munitionskisten bei.

In beige-weiß sind die drei Spritzlinge gehalten, welche die Persenning der Hauptartillerie, jeweils in erhöhter und in waagerechter Stellung, sowie aufgereihte Sandsäcke enthalten.

Für die Bordflieger sind auf einem weiteren Gussrahmen Bauteile für vier E13A „Jake“ und zwei F1M „Pete“ vorhanden. Die Flugzeugrümpfe sind einteilig mit angegossenen, also grauen, Verglasungen. Als Propeller liegen Ätzteile bei, welche auf einen Stift geklebt und anschließend von der Nabe abgedeckt werden.

Den Abschluss der Spritzteile bilden die transparenten Bauteile. Diese beinhalten die Brückenfenster, Scheinwerfer und -verglasungen und kleinere Beobachtungsstände.

Ein Displayständer darf selbstverständlich auch nicht fehlen. Dieser liegt in Form eines großen schwarzen Spritzteiles bei, an dem weitere kleinere Teile angefügt werden müssen. Schrauben stellen eine stabile und dauerhafte Verbindung mit dem Modellrumpf sicher. 

Die Fotoätzteile

Drei fotogeätzte, 0,2 mm starke Neusilberplatinen liegen dem Bausatz bei. Außer den jeweils in Englisch und Japanisch gehaltenen Namensschildern werden alle Teile zwingend zum Bau des Modells benötigt, da wie bereits angesprochen an manchen Stellen entweder die Wandstärke um das Dickenmaß der PE-Teile reduziert ist oder keine Alternative in Spritzguss vorliegt. Beispielsweise sind dies die Radarantennen, Niedergänge oder die Seitenteile der Seiltrommeln.

Demnach bleiben nur wenige Teile für die Restekiste bzw. einziges zusätzlich benötigtes Aftermarket-Material dürften die Reling sein.

Decals

Auf zwei kleinen Decalbögen befinden sich zum einen glänzende Markierungen für die Bordflugzeuge, zum anderen matt gedruckte Abziehbilder für das Schiff. Dies sind die Lamellen der Panzerblenden der Flakgeschütze und die beiden Laufwege auf dem Flugzeugdeck, welche die einzigen mit Linoleum ausgelegten Bereiche sind.

Nationalflaggen, ein Vizeadmiralstander und das Banner, welches Yamato auf ihrer letzten Fahrt führte, sind auf einem dünnen Blatt Papier in jeweils starrer und wehender Form gedruckt.

Die Anleitung und das Begleitheft

Mustercharakter hat die 67seitige Anleitung. In der von Tamiya gewohnt übersichtlichen Bauanleitung mit perspektivischen Ansichten führen 100 Baustufen zum fertigen Modell. Interessant ist hierbei, dass neben jeder Abschnittsnummer viersprachig in kurzen Überschriften erklärt wird, welche Bauteilgruppe man soeben bearbeitet. Darüber hinaus wird falls nötig in nebenstehenden Zeichnungen darauf eingegangen, welche Spritzüberstände entfernt werden müssen oder in welchem Winkel ein Ätzteil gebogen werden muss. Die letzten vier Seiten behandeln das Anbringen der zusätzlichen, einzeln von Tamiya angebotenen Reling für diesen Bausatz.

Wie bei vielen „großen“ Bausätzen bekannter Vorbilder liegt auch der Yamato ein Begleitheft bei. In dieser 30seitigen Broschüre wird der Lebenslauf des Schiffes sowie in sehr kurzen Abrissen die der Schwesterschiffe in Japanisch und Englisch (auf einem zusätzlichen Faltblatt nochmals in Deutsch und Französisch) erläutert. Aufgelockert wird dies mit zeitgenössischen Aufnahmen verschiedener, in den Kontext passender Einheiten. Die zweite Hälfte der Broschüre gibt einen kurzen Einblick in das Leben an Bord eines japanischen Kriegsschiffes bzw. in Teilen speziell auf der Yamato. Daran schließt sich ein Teil mit Hintergrundwissen über markante Ausrüstungsteile des Schlachtschiffes an. 

Quellen

Fazit

Wer den Anschaffungspreis nicht scheut, bekommt mit diesem Bausatz ein Höchstmaß dessen, was heute an Spritztechnik möglich ist. Mit den neuesten Forschungsergebnissen beim Entwurf im Hinterkopf, stellt er das aktuellste Modell der Yamato dar gepaart mit der legendären Passgenauigkeit von Tamiya. Man muss aber dazu sagen, dass dieses Modell aufgrund seines Umfangs und des multimedialen Charakters ausschließlich für erfahrene Modellbauer gedacht ist. Für diese ist es

alt uneingeschränkt empfehlenswert


Sven (Bausatzbesprechung), Lars (Text über Original)