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Amerikanischer Zerstörer Merrill (1/700, Skywave/PiRoad) von Carl Musselman Drucken
Freitag, 19. April 2013 um 06:00

 

18.04.1988 - 25 Jahre Operation Praying Mantis

 

Vor 25 Jahren griff die US Marine aktiv in den Ersten Golfkrieg (Iran-Irak-Krieg) ein (siehe auch Jahrestage auf Modellmarine). Der Zerstörer Merrill griff zusammen mit dem Lenkwaffenzerstörer Lynde McCormick und dem Landungsschiff Trenton im Rahmen der Operation Praying Mantis die iranische Ölplattform Sassan an. Geschützfeuer der Zerstörer sowie von Marines, die von Hubschraubern der Trenton abgesetzt wurden, gelegte Sprengladungen zerstörten die Plattform.

Das Original

Die Merrill (DD-976) war einer der 31 Zerstörer der Spruance-Klasse. Die Klasse wurde entworfen, um veralteten FRAM-Umbauten der Allen M. Sumner- und Gearing-Klasse zu ersetzen. Um die dafür notwendigen Stückzahlen zu erreichen, wurden die Schiffe in Serienfertigung in Segment-Bauweise von nur einer Werft, Ingalls Shipbuilding in Pascagoula, gebaut, was den Stückpreis senken sollte. Hauptaufgabe der Schiffe war die U-Jagd. Im ursprünglichen Zustand war die Bewaffnung nicht sehr viel stärker als die der vorgehenden U-Jagd-Schiffe, den 27 kn laufenden Geleitzerstörern (später Fregatten) der Knox-Klasse. Da die Spruance-Klasse aber zum Geleit der Flugzeugträger vorgesehen war, war eine Höchstgeschwindigkeit von über 30 kn notwendig. Um die hohe Geschwindigkeit zu erreichen, fiel die Spruance-Klasse etwa doppelt so groß aus. Dadurch war auch sehr viel Spielraum für Modernisierungen vorhanden.

Die Merrill war 171,6 m lang, 16,8 m breit und verdrängte zuletzt voll beladen etwa 9400 t. Der Antrieb erfolgte über vier Gasturbinen mit insgesamt 80 000 PS, womit 32,5 kn erreicht wurden. Die Besatzung umfasste etwa 390 Personen.

Bewaffnung
2 x 12,7 cm L/54 Mk 45-Geschütze (zwei Einzellafetten)
2 x 2 cm L/76 Mk 15 Phalanx-Nahbereichsabwehrgeschütze (je sechsrohig)
4 x 1,27 cm MG
2 4fach Tomahawk-Marschflugkörper ABL Mk 43-Starter
2 4fach Harpoon-Antischiffsraketen-Starter
1 8fach Mk 29 NATO Sea Sparrow-Flugabwehrstarter
1 8fach ASROC-U-Jagd-Raketen Mk 16-Starter
6 x 32,4 cm-Torpedorohre (zwei Mk 32 Drillingsrohre)
2 Sikorsky SH-60B Seahawk-Bordhubschrauber

Merrill wurde von 1975-78 bei Ingalls Shipbuilding in Pascagoula gebaut. Sie war Teil der Pazifikflotte mit dem Heimathafen San Diego. Seit 1980 war sie Testschiff für Tomahawk-Marschflugkörper. 1988 war sie während des Iran-Irak-Kriegs (Erster Golfkrieg) an Operation Praying Mantis beteiligt, 1989 am Geleit von Tankern im Persischen Golf (Operation Ernest Will). 1991 wurde sie als Teil der Kampfgruppe um den Träger Abraham Lincoln erneut in den Golf geschickt. Auf dem Weg war sie an der Operation Fiery Vigil, der Evakuierung von zwei amerikanischen Basen auf den Philippen wegen des Ausbruch des Pinatubo, beteiligt. Im Golf kam sie erst nach dem Waffenstillstand an und diente als Flaggschiff der Minenräumer. 1995 und 97 wurde sie erneut in den Golf geschickt. 1998 folgte als eines der ersten Schiffe der Spruance-Klasse die Außerdienststellung – sie gehörte zu den Schiffen, die nie den VLS Mk 41 Senkrechtstarter vor der Brücke erhalten hatten. Sie ist, neben den damals ebenfalls noch in Pearl Harbor liegenden Schwesterschiffen Leftwich, Harry W. Hill und Ingersoll, in dem Film Pearl Harbor von 2001 zu sehen – als Ziel der japanischen Bombenangriffe! 2003 wurde sie als Zielschiff bei Hawaii versenkt.

Das Modell

Ich hatte Probleme mit der Passgenauigkeit des Hubschrauberlandedecks und des Hangars. Die Form des Hangars ist falsch und ich musste an Steuerbord einen Plastikstreifen einsetzen, um eine Spalte dort zu kaschieren. Nach der Anleitung ist an Backbord neben dem Hangar eine Decksverbindung, die ich auf der Spruance-Klasse noch nie gesehen habe. Falls ich nicht etwas an der Anleitung total missverstanden habe, ist der Hangarbereich bei dem Bausatz der Spruance-Klasse von Skywave komplett falsch.

Mittschiffs habe ich vier Antennen zusammen mit der dazu gehörigen rot-markierten Reling ergänzt, ebenso eine Peitschenantenne hinter dem vorderen Schornstein. Dazu kamen diverse Niedergänge aus Fotoätzteilen. An Backbord und Steuerbord habe ich am achteren Raketendeck Peitschenantennen ergänzt. Diese sind, wie die Antennen am Heck, in der heruntergeklappten Version dargestellt, d.h. in der Position für Start- bzw. Landeoperationen des Bordhubschraubers.

Die zylindrische Deckserhebung an der Backbordseite des achteren Raketendecks habe ich durch ein Polystyrol-Rohr ersetzt, das weiter achtern montiert wurde – zusammen mit einem ähnlichen Teil an der Steuerbordseite.

Ich ergänzte mehrere Feuerlöschschläuche, Rettungsringe und Rettungsinseln – letztere stammen aus dem Modern Equipment Set von Skywave. Die Abstützungen der Überhänge des Hubschrauberlandedecks sowie des Bootsdecks habe ich mit Messingdraht dargestellt. Die Türen am Abschlussschott des Hauptdecks achtern sind beim Bausatz falsch, weshalb ich sie entfernte und durch Ätzteile ersetzte.

Der SH-3 Sea King-Hubschrauber stammt aus dem Skywave Modern Equipment Set. Die Phalanx-Nahbereichsabwehrgeschütze wurden durch JAG-Teile ersetzt. Die Warnkreise sind ebenso von JAG.

Carl Musselman

Übersetzung aus dem Englischen sowie Text über Original von Lars