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Amerikanischer Zerstörer Joseph P. Kennedy, Jr. (1/700, JAG) von Peter van Buren Drucken
Donnerstag, 18. Oktober 2012 um 06:00

 

14.10.1962 - 50 Jahre Kuba-Krise

 

Vor 50 Jahren war Joseph P. Kennedy an der Seeblockade Kubas während der Raketenkrise beteiligt (siehe Jahrestage).

Das Original

USS Joseph P. Kennedy, Jr. (DD-850) war einer der Zerstörer der Gearing-Klasse. Diese Klasse war eine Weiterentwicklung der Allen M. Sumner-Klasse. Der Rumpf wurde verlängert, um durch zusätzlichen Treibstoffvorrat die Reichweite erhöhen zu können. Insgesamt wurden 99 Schiffe gebaut. 44 davon wurden im Rahmen des FRAM I-Programs modernisiert. Hierbei wurde ein 12,7 cm-Turm und die gesamte leichte Flak entfernt. Die 53,3 cm-Torpedorohre wurden durch 32,4 cm-Torpedorohre ersetzt, hinzu kam ein ASROC-U-Jagd-Starter und ein Flugdeck und Hangar für eine Gyrodyne QH-50C DASH-U-Jagd-Drohne. Auch die Maschinen, Radar, Sonar und die restliche Elektronik wurde modernisiert.

Joseph P. Kennedy, Jr. wurde 1945 auf der Fore River Werft in Quincy gebaut. Sie war zumeist an der Ostküste stationiert, 1951 wurde sie aber im Korea-Krieg eingesetzt. Die FRAM I-Modernisierung erfolgte 1961 auf der Marinewerft New York. 1962 war sie an der Seeblockade Kubas beteiligt, u.a. stoppte sie am 26. Oktober den Frachter Marucla. Dieser Frachter wurde zwar nicht verdächtigt Waffen zu transportieren, das Durchsuchen sollte demonstrieren, dass die Blockade (genannt Quarantäne) durchgesetzt wird. 1973 wurde sie außer Dienst gestellt und wurde als Teil des Battleship Cove Museum in Fall River der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Quelle:

USS Joseph P. Kennedy, Jr. (DD-850) (Wikipedia)

Das Modell

Der JAG Bausatz der Gearing FRAM in 1/700 bietet ein weiteres Stück US Navy-Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges. Der JAG Bausatz wird in dem gewohnten Rohr geliefert und ist in hellgrauem Resin in guter Qualität gegossen. Dieses Modell ist schnell zu bauen und bietet viel Spielraum durch weitere Detaillierung andere Einheiten darzustellen.

Eine “schiffsspezifische” Ätzteileplatine mit den Maststreben, Radars, Unterzügen des Helodecks und Spritzschutzwänden liegt bei. Mir gefallen hierbei besonders die Spritzschutzwände – diese maßstabsgerecht in Resin entsprechend dünn auszuführen würde bedeuten, dass sie brechen könnten, wenn der Modellbauer niesen muss. Das Messing ist sehr maßstabsgetreu und stabil genug ohne dass man microchirurgische Werkzeuge zum Verbauen benötigt. Decals, Reling und Leitern sind nicht vorhanden (ich habe zusätzlich Gold Medal Models Figuren ergänzt).

Die Anleitung ist übersichtlich und zeigt das Schiff in einer Explosionszeichnung, eine zusätzliche Zeichnung für die Details am Hauptmast sowie Hintergrundinformationen.

Die überschaubare Teileanzahl erlaubt einen reibungslosen durchgängigen Zusammenbau. Ein Hinweis deutet darauf hin, dass der Bausatz einen „gewöhnlichen“ FRAM darstellt, so dass man gewisse Details für ein spezifisches Schiff selbst ergänzen muss. Man bekommt aus der „Röhre“ gebaut ein schönes Schiff, welches verglichen mit den Originalaufnahmen der Joseph Kennedy DD-850 auf www.steelnavy.com sehr authentisch ist.

Der Schiffsboden bei meinem Bausatz war bretteben. Der Guss war sauber und nur minimaler Grat an den Hauptbauteilen zu entfernen. Vorsicht ist bei den Rohren der Hauptgeschütze geboten, da diese schnell brechen. Der Faltenbalg ist etwas breiter als der Schlitz im Geschützturm und muss angepasst werden.

Die andere mit Sorgfalt zu behandelnde Stelle ist der Hauptmast. JAG legt hierfür ein Resinteil bei, dessen Abtrennen vom Gussast ohne es zu beschädigen eine Herausforderung ist. Alternativ kann man auf beigefügtes Kunststoffrundmaterial, oder wie in meinem Fall, ein Stückchen Messingstange benutzen. Die Radarplattform liegt als Ätzteil bei oder man trennt sie vom Resinmast ab.

Fazit

Wer sollte sich diesen Bausatz kaufen? Der generische Grundgedanke des Bausatzes zusammen mit den oben genannten Herausforderungen wendet sich an fortgeschrittene Modellbauer, die bereits über Erfahrungen im Umgang mit Resin- und Fotoätzteilen haben. Der Bedarf nach weiteren Referenzen mag ein Ansporn für weniger ambitionierte Modellbauer sein über den Tellerrand hinweg zu sehen auch wenn die Bilder von Steelnavy bereits eine ausreichende Quelle darstellen. Mit etwas Erfahrung mit Resin ist dieser Bausatz ein nettes Wochenendprojekt.

Peter van Buren

Übersetzung aus dem Englischen von Sven, Text über Original von Lars