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HobbyBoss: U-Boot Klasse 212A (1/350) Drucken
Mittwoch, 30. Mai 2012 um 06:00

Deckelbild

Modell: German Navy Type 212 Attack Submarine
Hersteller: HobbyBoss
Ma├čstab: 1/350
Material: Polystyrol, PE
Art.Nr.: 83527
Preis: ca. 8 ÔéČ

Das Original

Nach der Lockerung der R├╝stungs-Restriktionen seitens der NATO, welche der deutschen Marine bez├╝glich der Gr├Â├če und F├Ąhigkeiten ihrer Boote auferlegt waren, konnte man sich mit Beginn der 1990er Jahre daran machen, eine gr├Â├čere und kampfkr├Ąftigere Nachfolgeklassen der vorangegangenen Bootsklasse 206A zu entwickeln.

Nach Aufstellung der milit├Ąrisch-wirtschaftlich-technische Forderungen (MWTF) im Mai 1994 wurde der Bauvertrag ├╝ber vier Boote der Klasse 212 im Juli 1994 zwischen der ARGE U 212, bestehend aus HDW und NSWE, sowie dem Bundesamt f├╝r Wehrtechnik und Beschaffung geschlossen. Mitte 1996 schloss sich Italien ebenfalls dem Bauprogramm an. Dies machte aufgrund der nun zu ber├╝cksichtigenden italienischen Anforderungen eine ├ťberarbeitung des Entwurfes notwendig. Hieraus entstand die Klasse 212 A, somit gab es eigentlich nie ein Boot des Typs 212.

Die Boote dieser Klasse sind mit 1450 / 1830 t wesentlich gr├Â├čer als ihre Vorg├Ąnger, welche lediglich 450 / 498 t verdr├Ąngen. Die Operationszentrale konnte hierdurch so gelegt werden, dass der Betrieb nun nicht mehr, wie bei den Vorg├Ąngern, durch sogenannten ÔÇ×DurchgangsverkehrÔÇť gest├Ârt wird. Ebenfalls wurde hierdurch eine nahezu Verdopplung der Reichweite erm├Âglicht. Im Hinblick auf die bis zu drei Wochen dauernden Unterwasseroperationen wurde auch der Komfort f├╝r die Besatzung erh├Âht, ist dies doch ein wichtiger Faktor, welcher nicht zu vernachl├Ąssigen ist.

Die Bewaffnung der Boote besteht aus sechs Rohren des Kalibers 533mm sowie zw├Âlf Torpedos des Typs DM2A4 ÔÇ×SeehechtÔÇť, welche ├╝ber eine Lichtwellenleiter-Steuerung verf├╝gen. Die F├Ąhigkeit des Nachladens der Torpedorohre wird mit diesem Typ erstmals auf einem deutschen Nachkriegs-U-Boot eingef├╝hrt, standen dem doch vorher entsprechende Restriktionen im Weg. Alternativ zu den Torpedos k├Ânnen 24 Minen (zwei pro Rohr) mitgef├╝hrt werden.

Zuk├╝nftig sollen noch das T├Ąuschk├Ârpersystem TAU 2000 sowie FK des Typs IDAS eingef├╝hrt werden. Boote des 2. Loses (U 35 & U 36) sollen diese Systeme bereits von Beginn an erhalten, w├Ąhrend die des ersten Loses (U 31 ÔÇô U 34) nachger├╝stet werden sollen.

An Sensoren verf├╝gen die Boote ├╝ber ein auf mehreren Passiv-Niederfrequenz-Sonarbasen aufbauendes System, welches sich aus Zylinderbasis, Flankenbasis, Schleppsonar, Entfernungsmess-Sonar und einem Abfangsonar zusammensetzt. Erg├Ąnzt wird dieses System noch um ein aktives Hochfrequenz-Sonar. Verbunden werden die Waffen- und Sensorsysteme durch ein entsprechendes F├╝WES-Computersystem des Typs MSI-90U Mk1. An optischen Sensoren sind Sehrohre mit Zeiss-Optroniken installiert (SeRo 14 & 15), erg├Ąnzt um W├Ąrmebildkamera und Laserentfernungsmesser. Hinzu kommen noch GPS-Antenne sowie eine Antenne f├╝r elektronische Unterst├╝tzungsma├čnahmen.

Als herausragendes Novum wurde mit den Booten dieser Klasse erstmals eine U-Boot-Klasse mit einem au├čenluftunabh├Ąngigen Antriebssystem auf der Basis von Brennstoffzellen ausgestattet. Dieses System wurde von HDW entwickelt und erstmals Mitte der 1980er Jahre zun├Ąchst in einer landbasierten Anlage und sp├Ąter auf U 1 getestet. Die jeweils neun, von Siemens hergestellten, Zellen werden mit fl├╝ssigem Sauerstoff und Wasserstoff gespeist und erzeugen eine Gesamtleistung von 306 kW. Der konventionelle Antrieb besteht aus Blei-S├Ąure-Akkumulatoren sowie einem Dieselgenerator (MTU / Piller) mit einer Leistung von 1050 kW. Der Antrieb erfolgt entweder ├╝ber die Akkumulatoren, den Dieselgenerator oder die Brennstoffzelle. Der 1700 kW leistende Permasyn-Motor ist direkt auf die Welle geschaltet und wird stets ├╝ber die Akkumulatoren gespeist, aufgrund der Tatsache, dass sowohl der Generator als auch die Brennstoffzelle auf diese wirken. Angesteuert wird der Motor durch einen Frequenzumformer, so dass diese gesamte Antriebskonstellation wesentlich raumsparender ist, im Vergleich zu anderen Maschinen vergleichbarer Leistung. Die stufenlose und somit ger├Ąuschreduzierte Ansteuerung sorgt ebenfalls f├╝r eine verringerte elektromagnetische und thermische Abstrahlung.

Insgesamt befinden sich bei der deutschen Marine zur Zeit f├╝nf von sechs Booten in Dienst, U 31 ÔÇô U 35, und bei der italienischen Marine zwei von vier Booten, Commandante Salvatore Todaro und Scir├ę, in Dienst.

Die Exportversion wird durch die Klasse 214 abgedeckt, welche an Griechenland, S├╝dkorea, Portugal und die T├╝rkei verkauft wird.

Der Bausatz

Der Bausatz besteht aus insgesamt 30 Teilen, verteilt auf die beiden Rumpfh├Ąlften, den St├Ąndersockel sowie den Spritzling A f├╝r die restlichen Teile und die PE-Platine.

Inhalt

Der Rumpf ist in der Mitte geteilt und nicht entlang der Wasserlinie, so dass der geneigte Wasserlinienbauer hier gegebenenfalls entsprechende Anpassungen wird vornehmen m├╝ssen. Die H├Ąlften sind sauber gespritzt, ohne Fischhaut oder Versatz. Die Gravuren sind sauber und scharf ausgef├╝hrt und setzen sich auch ohne Versatz, nach Durchf├╝hrung der Trockenpassung, um den gesamten Rumpf herum fort, die Opferanonden sind ebenfalls mit dargestellt. Die Trockenpassung selbst zeigte keine gravierenden Probleme in Hinsicht auf die Passgenauigkeit auf, so dass der Spachtel wohl wird in der Tube bleiben k├Ânnen.

RumpfRumpf
RumpfRumpfRumpf
RumpfRumpf

Die restlichen Teile sind komplett auf den Spritzling A konzentriert. Hier findet man s├Ąmtlich Ausfahrger├Ąte vom Schnorchel ├╝ber die Periskope bis hin zum Navigations-Radar. Auch die Ruderfl├Ąchen sowohl f├╝r die Heckruder als auch die Tiefenruder am Turm befinden sich hier. Alle Teile sind sauber ausgeformt und gut detailliert. Es besteht die M├Âglichkeit die Ausfahrger├Ąte wahlweise eingezogen oder ausgefahren darzustellen, so dass man das Modell etwas beleben kann.

Spritzling A
Spritzling ASpritzling A

Die Propeller sind einmal als 6-Blatt und einmal als 8-Blatt-Version beigelegt. Die 6-Blatt-Version ist f├╝r die deutsche Version (212 A) notwendig, w├Ąhrend die 8-Blatt-Version eventuell f├╝r die italienische Version (Todaro-Klasse) vorgesehen sein d├╝rfte. Richtig korrekt ist die 6-Blatt-Version f├╝r die deutschen Boote dennoch nicht, soll doch im regul├Ąren Seebetrieb eine 7-Blatt-Version in Nutzung befinden, w├Ąhrend die 6-Blatt-Version lediglich f├╝r die Aufenthalte in der Werft genutzt wird, unterliegt die genaue Propellerform doch noch immer der Geheimhaltung.

Den Abschluss bildet der St├Ąndersockel, welcher mit den beiden entsprechenden Gegenst├╝cken aus dem Spritzling A den St├Ąnder f├╝r die Vollrumpfversion bildet.

Die Foto├Ątzteile

Auf der beigelegten Foto├Ątzteil-Platine befinden sich alternative Teile sowohl f├╝r den 6- als auch den 8-Blatt-Propeller sowie die Verspannung der Heckflossen. Zus├Ątzlich ist noch ein Namensschild vorgesehen und einige weitere Kleinteile f├╝r die Br├╝cke. Die Teile sind sauber herausgearbeitet ohne jedwede Form einer ├ťber├Ątzung. Die Platine selbst ist aus stabilem Messing gefertigt und beidseitig zum Schutz mit einer Klebefolie versehen.

Foto├Ątzteile

Decals

Die beiliegenden Decals sind sauber und versatzfrei gedruckt. Es sind die Kennungen von U 31 bis U 34 vorhanden sowie Seeflagge und Heckflagge. Auch die Ahminge liegen entsprechend bei. Allerdings gilt es hier f├╝r deren H├Âhe und Position am Besten Vorbildfotos heranzuziehen, haben sich die Positionen doch im Laufe der Dienstzeit der Boote ge├Ąndert.

Abziehbilder

Die Anleitung

Die ├╝bersichtliche und kurze Anleitung besteht aus einer Seite und f├╝hrt in einfachen Schritten zum Ziel, unter Angabe der Alternativen bez├╝glich der Ausfahrger├Ąte.

AnleitungAnleitungBemalanleitung

Auf der beigelegten, in Hochglanz auf A4 ausgef├╝hrten Bemalungsanleitung, wird U 31 als Beispiel herangezogen, allerdings wird auf die alternativ anzubringenden Decals in Form der entsprechenden Nummern eingegangen. Hier sollte man auch, wie schon bei den Ahmingen angemerkt, am besten noch Vorbildfotos der einzelnen Boote zur Anbringung der Kennung sichten. Gleiches gilt f├╝r die Farbschemata der Periskope, sind diese doch ebenfalls unterschiedlich ausgelegt.

Die Farbangaben beziehen sich auf die Paletten von Mr. Hobby, Vallejo, Model Master, Tamiya und Humbrol.

Quellen

  • marine.de
  • marine-portraits.de
  • Faszination See: 50 Jahre Marine der Bundesrepublik Deutschland
  • Jane┬┤s Fighting Ships 2009
  • Weyer┬┤s Flottentaschenbuch 2008 / 2010
  • Archiv M. Carl

Fazit

Der erste Bausatz eines modernen deutschen U-Bootes in 1:350. Somit schlie├čt Hobby Boss endlich diese L├╝cke in so mancher Sammlung. Der Bausatz ist sehr gut detailliert und gibt das Original entsprechend gut wieder. Die Passgenauigkeit d├╝rfte kurzweiligen Bauspa├č verhei├čen. Und f├╝r den ambitionierten Modellbauer gibt es ebenfalls noch gen├╝gend Spielraum nach oben hin aufgrund der guten Basis.

alt uneingeschr├Ąnkt empfehlenswert

Mathias Carl