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Douglas SBD-3 Dauntless (1/72, Hasegawa) von Kai Hudson Drucken
Dienstag, 08. Mai 2012 um 06:00

 

07.05.1942 - 70 Jahre Schlacht im Korallenmeer

 

Das Original

Diese SBD hat bei der VS-2 auf der USS Lexington an der Schlacht in der Korallensee (7. und 8. Mai 1942, siehe Jahrestage auf dem Modellmarine) teilgenommen, in der die US-Streitkräfte unter anderem den japanischen Träger Shoho versenkten. Die zuverlässige Dauntless hatte sich bei den Besatzungen den Ruf "slow but deadly" erarbeitet (Vmax = 400 km/h, im Sturzflug 440 km/h). Die Dauntless versenkte mehr japanischen Schiffsraum, als alle anderen US-Flugzeuge zusammen. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass meine "langsame" Maschine sieben Abschußmarkierungen japanischer Jäger trägt. Glaubt man meiner Quelle, wurden diese alle während eines Einsatzes in der Korallensee von der Besatzung erzielt.

Das Modell

Gebaut habe ich das hervorragende Hasegawa Modell von 1994 mit einem Ätzteile-Satz von Eduard. Beides ist derzeit nur antiquarisch zu bekommen. Ätzteile verbaue ich normalerweise nicht, da mir i. d. R. die zweidimensionale Darstellung der Bauteile verbunden mit dem Preis für den zu erzielenden Effekt nicht ausreicht.

Dieser Eduard-Satz hat allerdings die perforierten Sturzflugbremsen der Dauntless nachgebildet, die ich am Modell unbedingt öffnen wollte. Leider stellte sich im Verlauf des Bauens heraus, dass meine Fähigkeiten mit Ätzteilen doch sehr beschränkt sind. Die durch die vielen Löcher hochsensiblen Sturzflugbremsen verformten und verknickten in meinen groben Händen und wurden unbrauchbar. Was tun, Bausatz schrotten?

Nö, ich habe doch dünne Plastikkarte, also 316 Löcher gleichmäßig ausgerichtet bohren. So entstanden in fünf Arbeitsstunden die Sturzflugbremsen scratch. Viele andere Teile des Ätzteilsatzes habe ich aber nutzen können (Cockpit, Fahrwerkklappen, Bombenleitwerk etc.). Mit ein paar weiteren kleinen Sratcharbeiten (tiefgezogene Pilotencockpitverglasung aus Blisterverpackung, Bremsleitungen aus Weinflaschennetzmessing, Antenne aus unsichtbarem Nahgarn, Positionslichter aus Gusast) ist letztenendes dieses Modell entstanden.

Die Sturzflugbremse ist bei meinem Modell nur unten geöffnet und wird in dieser Stellung als Landehilfe (quasi Landeklappe) genutzt. Die oberen Sturzflugbremsen können von der Besatzung separat ausgefahren werden und bilden beim Sturz gemeinsam mit den unteren den "Bremsschirm". Viele abgestellte Maschinen sind unten geöffnet. Die komplett geöffnete Bremse ist am Boden eher selten.

Die Kanzel des Heckschützen ist bei der Dauntless mit zwei separat verschiebbaren Segmenten ausgeführt. Lediglich das vorletzte Segment wird geöffnet, um den Einstieg des Heckschützen zu ermöglichen. Nur das letzte Segment muß geöffnet werden, um die Bordwaffe, ein 0,3 inch Zwillings-MG, aus ihrer versenkten Stellung in die Kampfposition zu schwenken. Diese Position stellt mein Modell dar. Viele Dauntless-Fotos zeigen den Heckstand mit beiden komplett zurückgeschobenen Kanzeln. Während des Starts und der Landung mußten die Trägerflugzeuge aus Sicherheitsgründen, um der Besatzung eine schnelle Flucht zu ermöglichen, komplett geöffnet sein. Mir gefiel die halboffene Heckstandvariante, die ich mir bei einem anderen Modellbauer abgeschaut habe, allerdings sehr, da hier m. E. die Kontur der Dauntless besser zum Vorschein kommt.

Über 5.500 Dauntless wurden in den verschiendenen Versionen gebaut. Dafür sieht man sie eigentlich recht wenig als gebautes Modell. Deshalb jetzt viel Spaß beim Schauen.

Kai Hudson