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John Jordan: Warships after Washington Drucken
Montag, 06. Februar 2012 um 07:00

 

06.02.1922 - 90 Jahre Washingtoner Flottenvertrag

 

Titel

Titel: Warships after Washington. The Development of the Five Major Fleets 1922-1930
Autor: John Jordan
Verlag: Seaforth Publishing
Erscheinungsjahr: 2011
ISBN: 978 1 84832 117 5
Umfang: 335 Seiten mit Schwarz-Weiß-Fotos und Skizzen
Preis: ca. 38€

Inhalt

Der vor 90 Jahren (siehe Jahrestage) geschlossene Washingtoner Flottenvertrag sollte nach dem Ersten Weltkrieg ein maritimes Wettrüsten der Sieger dieses Kriegs (Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und USA) verhindern. Dies gelang in Bezug auf Großkampfschiffe auch, allerdings konnte der Vertrag ein Wettrüsten bei den kleineren Schiffstypen nicht verhindern. Besonders bekannt ist das Wettrüsten bei den Schweren Kreuzern - ein Schiffstyp, der aus den Regeln dieses Vertrags entstand.

Über die Folgen dieses Vertrags in Bezug auf einzelne Schiffstypen und einzelne Marinen findet man viel in der Literatur. Der Autor versucht hier den Vertrag einerseits in den historischen Kontext zu stellen und andererseits die Folgen in den verschiedenen Marinen zu vergleichen. Im ersten Kapitel beschreibt er den Zustand der fünf genannten Marinen nach dem Ersten Weltkrieg, worauf ein Kapitel über die Bauprojekte der Nachkriegszeit (1918-21) folgt. Nach einer Beschreibung des Vertrags und wer vom Vertrag profitiert und wer nicht hat, werden Großkampfschiffe, Schwere Kreuzer ("Vertragskreuzer"), Flugzeugträger, Großzerstörer (und sehr Leichte Kreuzer), U-Boote und Zerstörern in einzelnen Kapiteln beschrieben.

 

Titel

In den Kapiteln über die einzelnen Schiffstypen werden alle Schiffe und Klassen vorgestellt. Von den meisten sind Fotos und Skizzen, die die interne Aufteilung, Panzerung und teilweise auch Bewaffnung der Schiffe zeigen. Zahlreiche Tabellen dienen dem Vergleich verschiedener Klassen. Interessant ist in den Kapiteln über die Schiffstypen z.B. der Verweis darauf, dass die US Marine, die am stärksten auf den Schweren Kreuzer als Spähkreuzer für den Pazifik drängte, nach Abschluss des Vertrags sehr langsam war, solche Schiffe auch zu bauen. Hervorzuheben ist auch die Diskussion, wie die französische, italienische und japanische Marine durch den Bau von Zerstörern und U-Booten ihre Unterlegenheit bei den Großkampfschiffen ausgleichen wollten und dies u.a. zu den Großzerstörern der französischen und italienischen Marine (und den ersten Leichten Kreuzern der Condottiere-Klasse, die in Reaktion auf die französischen Großzerstörer gebaut wurden) sowie den sehr großen japanischen Zerstörern führte. Diese Kategorien waren laut Vertrag in Bezug auf Anzahl nicht beschränkt und in Bezug auf ihre Eigenschaften kaum - im Gegensatz zu den Großkampfschiffen, Flugzeugträgern und Schweren Kreuzern. Dieser Fehler sollte auf der Konferenz in Genf 1927 - die scheiterte - und in London 1930 korrigiert werden. Der auf letzterer Konferenz beschlossene Vertrag führte Grenzen für Zerstörer und U-Boote ein und schuf dazu die Einteilung in Schwere und Leichte Kreuzer. Der Autor zeigt hier, dass die Weltwirtschaftskrise stark dabei half, dass quantitative und qualitative Grenzen 1930 beschlossen werden konnten, u.a. musste Großbritannien akzeptieren, dass sie sich ökonomisch die geplanten 70 Kreuzer gar nicht leisten konnten. Mit dem Kapitel über die Konferenzen in Genf und London rundet der Autor die Analyse der Entwicklung der fünf großen Flotten zwischen 1922 und 1930 ab.

Titel

Die enthaltenen Skizzen sind vom Autor bewusst einfach gehalten, was zur Illustration des Texts gut funktioniert - für den Modellbauer aber eher enttäuschen sind. Die enthaltenen Fotos sind zwar überwiegend von guter Qualität, aber für Modellbauer oft zu klein abgedruckt.

Den Abschluss des Buchs bilden im Anhang der Text der Verträge von Washington und London, ein Literaturverzeichnis, übersichtlich angeordnete Anmerkungen sowie ein Index.

Fazit

Dieses Buch ist marinehistorisch und in Bezug auf die Entwicklung von Schlachtschiffen, Schlachtkreuzern, Flugzeugträgern, Kreuzern, Zerstörern und U-Booten der amerikanischen, britischen, französischen, italienischen und japanischen Marine sehr lesenswert. Für den Modellbauer sind die enthaltenen Skizzen und Fotos aber nur eingeschränkt nützlich. Insgesamt ist das Buch

alt empfehlenswert

Lars