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Schwerer Kreuzer CA-38 San Francisco in 1/350 von Albrecht Baier Drucken
Sonntag, 09. Januar 2011 um 07:00

Schwerer Kreuzer CA-38 San Francisco in 1/350 von Albrecht Baier

Nach etwa sechs Wochen Bauzeit ist mein neues Modell fertig geworden. Dieses Mal hat es das Trumpeter Modell des schweren Kreuzers San Francisco im Maßstab 1/350 getroffen - als Schiffstyp sicher nicht der schönste amerikanische Kreuzer.

Die sieben Originalschiffe der New Orleans Klasse ( CA-32 New Orleans, CA-34 Astoria, CA-36 Minneapolis, CA-37 Tuscaloosa, CA-38 San Francisco, CA-39 Quincy, CA-44 Vincennes) sollen sehr toplastig gewesen sein. Wenn man am Modell die hohen Aufbauten, Kräne und Katapulte betrachtet, wird das schnell klar.
Daß drei der New Orleans Klasse Kreuzer bei Savo Island/Guadalcanal versenkt wurden ist allgemein bekannt. Wer mehr über die Originale erfahren möchte, wird im Web mehr als fündig.

Das Modell

Das Modell selbst bereitet beim Bau keinerlei Probleme. Schleif- und Spachtelarbeiten reduzieren sich fast nur auf die Naht zum Unterwasserschiff und an der Deckskante. Wer hier ein Wasserlinienmodell bauen möchte, braucht dann fast kein Schleifpapier zum bauen. Die übersichtliche Bauanleitung lässt wie in allen Trumpeter Kits keine Fragen offen.

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Da ich kein Freund der dunkelgraublau über alles bemalten Schiffsmodelle in Kriegstarnung bin, habe ich mich für eine Vorkriegslackierung in hellem grau entschieden. Hier haben die Bordflugzeuge auch noch die „Yellow wings“. Das Holzdeck ist noch natur belassen und nicht übermalt und alles sieht einfach in der Vitrine „schöner“ aus.

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Lackiert wurde mit Airbrush, und für die vielen Details wurde der Gold Medal Models Fotoätzteilsatz benutzt. GMM Fotoätzteile verarbeite ich wirklich gerne. Das Material ist etwas dicker und selbst dünne Teile kann man knicken ohne das sie gleich brechen. Bei WEM und auch bei Eduard sind mir schon oft kleine Relingsteile die gebogen werden mussten, bereits beim Biegen abgebrochen. Bei GMM noch nie! Bis auf ein paar ganz wenige Kleinteile (Eyebolt, etwas einen halben mm groß) wurde so ziemlich alles vom PE Satz verbaut. Diese Miniminiteile sind für meine Feinmotorik zu klein.
Spaß gemacht hat es, die Vierlingsflak - Quadgun - in ihren Wannen zu bauen. Erst als ich fertig war und die Teile komplett lackiert vor mir lagen, wurde mir klar, das die überhaupt nicht eingebaut werden, da sie erst im Krieg gebaut und benutzt wurden. Na, dann habe ich schon mal welche für das nächste Modell.

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Das Deck in Naturholz bewegte mich dazu, erstmal alle Planken mit einem dünnen Pinsel einzeln zu bemalen. Die Farbe leicht abgemischt um verschieden farbiges Holz darzustellen. Leider habe ich nachdem ich etwa 3 Tage an dem Deck gesessen habe gemerkt, dass die Farbunterschiede der Planken untereinander zu stark waren. Als Alternative habe ich mir in einem Grafikprogramm am PC ein Holzdeck gebaut und auf dünnes Aufkleberpapier ausgedruckt. Von den Decksteilen habe ich mir Schablonen angefertigt und aus den ausgedruckten Aufklebern ausgeschnitten. Es war eine Menge Arbeit und manche Teile mussten mehrfach gemacht werden. Aber am fertigen Modell wirkt das Holzdeck wirklich Klasse.
Die Ankerketten wurden aus zugekauften Ketten nachgebildet. Die aufgegossenen am Modell sind nicht wirklich schön und die PE Ketten einfach zu zweidimensional.

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Den leeren Platz zwischen den Katapulten vor dem Hangartor habe ich erstmal mit dem dritten Bordflugzeug aufgefüllt. Da noch eine Seagull in meiner Restekiste lag, habe ich diese zerschnitten um sie mit beigeklappten Flügeln dort aufstellen zu können. Um etwas Leben in das Modell zu bringen, wurde ein Bordflugzeug nicht auf dem Katapult sondern am Kran befestigt. Wie bereits bei meiner BB-39 Arizona auch. Auch habe ich mir angewöhnt bei all meinen Modellen den Backbordanker nicht ganz eingeholt, hängen zu lassen. Fast alle senkrechten Verspannungen an Masten und Schornsteine sind nicht aus Schnüren sondern aus Stahldraht. Dieser behält seine Form und hängt nicht schlapprig herum. Gerade für Schornsteine oder Modelle des ersten Weltkriegs eine sehr gute Variante.

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An dieser Stelle möchte ich noch bemerken dass man sicher noch viel mehr Details in sein Modell einbringen kann als ich es getan habe. Ich bewundere diese Modellbauer die so etwas fertig bringen und bin von Ihren Modellen sehr begeistert. Mir persönlich genügt es beim Bauen, ein gewisses Maß an Details zu zeigen, aber es nicht ins Unendliche zu steigern.
Es ist auch immer eine Kostenfrage, sämtliche nötigen und unnötigen Zurüstsätze zu kaufen und auch zu verbauen!

Ach ja, wenn ich alles zusammen rechne: Modell, Standbrett, Ständer, PE Satz habe ich für die San Francisco etwa 70 € bezahlt. Farben und Kleber nicht eingerechnet, etwa halb soviel wie für mein letztes Modell (Schlachtschiff Richelieu)

Albrecht Baier