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Baubericht Schnellboot S-38 1/72, Teil 1 Drucken
Mittwoch, 09. MĂ€rz 2005 um 19:42
Die deutsche Kriegsmarine entwickelte in der Zeit von 1930 -1945 eine beachtliche Anzahl von Schnellbootklassen. Dummerweise stĂ¶ĂŸt man als 1:72 Modellbauer bereits nach zwei Schiffen an eine scheinbar unĂŒberwindliche Grenze, denn außer den E-boat von Airfix und dem A100 von Revell gibt es keine weiteren BausĂ€tze !
Und so entsteht eine LĂŒcke, die mehrere Evolutionsstufen im deutschen Schnellbootbau umfasst. Obwohl sich die Klassen S14 bis S700 in vielen Punkten unterscheiden, haben sie –mit Ausnahme des Typs S-30- eine wichtige Gemeinsamkeit: Alle Rumpfformen und Rumpfmaße sind identisch. Und genau diesen Rumpf liefert die Firma Revell in hervorragender QualitĂ€t inklusive vieler nĂŒtzlicher Zubehörteile im Bausatz S100.
Man muss sich dann nur noch entscheiden, welchen Schnellboottyp man daraus bauen will. Um die Entwicklung vom Typ 7 (dem Airfix-Bausatz) zum Typ 100 (dem Revell-Bausatz) nachvollziehbar zu machen, werde ich daraus ein spÀtes Klasse S38-Modell bauen. Dieser Bootstyp besitzt noch ein modifizietes Ruderhaus im Typ-7 Stil, ist aber bereits mit dem erhöhten Vorschiff der S-100 Klasse ausgestattet.
Ansicht S38Soweit mir bekannt ist, ist so ein Projekt bisher noch nicht durchgefĂŒhrt worden. Das Boot wird also ein echter Prototyp mit allen Ecken und Macken und RĂŒckschlĂ€gen, die man sich vorstellen kann. Meine Datenbasis ist begrenzt auf ca. 50 Fotos, einer fehlerhaften russischen Zeichnung (allerdings im Großformat), einem halben Duzend SchnellbootbĂŒcher und ein paar Skizzen. Mit geringen Abweichungen zum Original muss also gerechnet werden.
Es muss eine Menge in Handarbeit gebaut werden und damit der Bericht nicht ellenlang wird, werde ich mich beim Schreiben ĂŒberwiegend auf die maßgeblichen S-38 Änderungen konzentrieren. D.h. alle Teile, die ich aus dem Revellbausatz ĂŒbernehme und gegebenenfalls bearbeite, fallen hier unter den Tisch und können bei Interesse in dem Baubericht zum S-100 nachgelesen werden.
Da ich vor ca. 3 Wochen mit dem Bau angefangen habe, kann ich bereits ein paar Ergebnisse vorstellen. Mit der Zeit werde ich aber zwangsweise etwas Tempo aus dem Bericht heraus nehmen. ErklÀrtes Ziel ist jedenfalls, das Boot bis zur Ausstellung de Modellbaufreunde Siegen am 29. Mai, mit nach Wilnsdorf zu nehmen. Mitte Mai muss der Kahn also fertig sein.
Auf gehtÂŽs !
Die RumpfhĂ€lften sind verklebt und die Außenbordöffnungen in Form gefeilt. Das fertige Boot soll spĂ€ter auf einen HolzstĂ€nder geschraubt werden, deshalb habe ich eine 30 cm lange 10mm x 5mm Holzleiste innen auf den Kiel geleimt (mit 2k-Epoxy), Kiel und Leiste an zwei Stellen mit 5mm durchbohrt und M4-Einschlagmuttern in die Leiste getrieben.
Als erstes muss das Vorschiff etwas geĂ€ndert werden. WĂ€hrend S100-Boote dort eine Luke hatten, benötigt ein S38-Boot drei davon, zwei nebeneinander auf dem Vordeck, und die dritte (kaum zu sehen auf dem Foto) liegt direkt vor dem Ruderhaus. Ihre grundlegende Form ist fast identisch (ich komme spĂ€ter noch darauf zurĂŒck) und deshalb kann man sie im Schnellverfahren kopieren.
Lukenanordnung VorschiffUm die Luke wird ein ca. 15mm hoher Wulst aus Knetmasse geformt und mit Silikon ausgegossen. Ein Formtrennmittel ist dabei nicht erforderlich. Nach ca. 60 min ist das Silikon ausgehĂ€rtet und kann vom Deck abgehoben werden. Die Form kann jetzt mit einem x-beliebigen Gießharz gefĂŒllt werden. Ich benutzte fĂŒr solch einfache Teile 2k-Polyester aus dem Baumarkt. Das Produkt Harz der Firma Weber & Wirth (Produktname Prestolith) ist hierfĂŒr weniger geeignet. Es bildet eine zĂ€h-klebrige Kontaktschicht auf der OberflĂ€che, die nur mit starken Lösungsmitteln entfernt werden kann. Das PE-Harz, das ich verwende, kommt von der Firma Bindulin, und mit einer 50%igen HĂ€rterĂŒberdosierung entsteht eine harte und trockene OberflĂ€che. Gießverfahren LukenAls nĂ€chstes sind einige chirurgische Eingriffe am Hauptdeck erforderlich. Hier noch einmal im unbearbeiteten Zustand.OriginaldeckHinter dem Bootshaus wurden die runden LĂŒftersockel entfernt,denn S38-Boote hatte eckige LĂŒfterrohre, die auch nicht im Rumpf endeten, sondern in BelĂŒftungshauben, und in der Mitte fallen die Luke und der Holzrost der FrĂ€se zum Opfer. SpĂ€ter werden dort 4 Luken hintereinander liegen.
Deckbild 1Mittschiffs wurde der gesamte Gefechtsstand der 20mm Zwillingsflak entfernt und der Deckaufbau durchgezogen. Nur die Lukenöffnung wird spĂ€ter noch benötigt.Deckbild 2Dahinter liegt die Absenkung fĂŒr die Luftansaughaube des hinteren Motorraums. Sie wurde verschlossen, da der LĂŒfter laut Zeichnung 1cm weiter vorn liegt als bei der S100-Klasse. Zum Schließen konnte ich ĂŒbrigens den Schutzschild des 20mm Zwillings verwenden, der genau die richtige Dicke hatte. Die Auflager der StaukĂ€sten wurden ebenfalls entfernt. Auch hier kommen spĂ€ter Luken hin.Deckbild 3Am Heck wurden dann noch die Rauchbojen und die vier Sockel der Nebelkannen abgefrĂ€st.Deckbild 4
Ende Teil 1