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Revell: Deutsches U-Boot WILHELM BAUER (1/144) Drucken
Mittwoch, 23. Juni 2010 um 07:00

Revell: Deutsches U-Boot WILHELM BAUER (1/144)

Modell: Deusches U-Boot WILHELM BAUER
Hersteller: Revell
Maßstab: 1/144
Material: Polystyrol, Abziehbilder
Art.Nr.: 05072
Preis: ab 12,50 €

Das Original

Mit dem Typ XXI entstand in Deutschland das fortschrittlichste Unterseeboot der damaligen Welt. Es war wegweisend für alle modernen U-Boote der Nachkriegszeit, da erstmals das revolutionierende Sektionsbauverfahren angewendet wurde. Weitere technische Neuerungen des ab 1943 konzipierten Typ XXI waren: längere Unterwasserfahrten durch starke Dieselmotoren, die Frischluft durch einen speziellen Schnorchel bekamen; eine sensationelle Unterwassergeschwindigkeit von 17 Knoten durch eine ausgefeilte Linienform und eine dreifach größere Batteriekapazität, geräuscharme Elektromotoren, hochempfindliche Ortungsgeräte, zwei 2 cm-Flakgeschütztürme.

Die „Wilhelm Bauer“ wurde am 29. Oktober 1944 als Typ XXI (U 2540) bei Blohm & Voss in Hamburg auf Kiel gelegt und bereits am 24. Februar 1945 in Dienst gestellt. Der 31. U-Flottille zugeteilt, brach das U-Boot im April 1945 zur Frontausbildung nach Bornholm auf. Nachdem der Ausbildungsbetrieb wegen Treibstoffmangel eingestellt wurde, verlegte U 2540 nach Swinemünde. Da das Kriegsende bereits kurz bevor stand, nahm es am 30. April 1945 Kurs in Richtung Westen und sollte gemäß der „Operation Regenbogen“ von der Besatzung selbst versenkt werden, um es nicht dem Feind übergeben zu müssen. Die für den 3. Mai 1945 geplante Selbstversenkung scheiterte jedoch, da ein alliierter Luftangriff erfolgte. Die Besatzung brach ab und setzte die Fahrt in Richtung Flensburger Förde fort. Dort angekommen, wurde U 2540 am 4. Mai 1945 von der Besatzung selbst versenkt. Während der kurzen Dienstzeigt unternahm U 2540 keine Feindfahrt.
Um den hohen technologischen Stand für die Entwickling neuer U-Boote zu nutzen, entschied man 1957, das letzte noch existierende u-Boot des Typ XXI- das war U 2540 – zu heben und von den Kieler Howaldtswerken als Erprobungsboot für die neue Bundesmarine enstand zu setzen. Zunächst auf den Namen Wal getauft, erhielt es die dieselelektrische Anlage der geplanten Klasse 201, sowie eine neuartige Turmverkleidung. Am 1. September 1960 wurde das U-Boot von der Bundesmarine übernommen, auf den Namen „Wilhelm Bauer“ (Klasse 241) getauft und als Erprobungsboot bis August 1968 eingesetzt. Die erneute Indienststellung erfolgte im Mai 1970, diesmal aber mit ziviler Besatzung. Es diente fortan dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffnung zur Erprobung technischer Neuerungen der geplanten Klasse 206. Nach einer Unterwasserkollision mit einem Zerstörer im Mai 1980 wurde die „Wilhelm Bauer“ im November 1980 verabschiedet und im März 1982 endgültig außer Dienst gestellt.
Das U-Boot wurde 1983 vom Deutschen Schifffahrtmuseum übernommen und für die Nutzung als Museum hergerichtet. Dabei konnte weitestgehend der ursprüngliche Zustand aus dem zweiten Weltkrieg wiederhergestellt werden. Im April 1984 erfolgte die Eröffnung als Technikmuseum U-Boot „Wilhelm Bauer“. Nach wie vor kann das Museumsboot im „Alten Hafen“ in Bremerhaven besichtigt werden.

Technische Daten

Bauwerft Blohm & Voss, Hamburg 1944/45
Instandsetzung Howaldtswerke Kiel, 1958-1960
Größe (Wasserverdr.) 1620 / 1820 ts
Länge 76,70 m
Breite 6,60 m
Tiefgang 6,2 m
Antriebsanlage MAM-DM mit 4000 PS, 2 Schrauben
EM mit 5020 PS
Geschwindigkeit 15,5 / 17,5 kn
Fahrstrecke 11000 sm bei 12 kn
Bewaffnung 4 TR-533B
Besatzung 57

Aus der Revelll Bauanleitung

Der Bausatz

Bereits 1995 in 1/144 erstmals erschienen, erlebt Revells Bausatz vom deutschen Erprobungs-U-Boot Wilhelm Bauer nun eine Wiederauflage, was für U-Boot-Fans unter den Schiffsmodellbauern sicher erfreulich ist. Revell stellt die Wilhelm Bauer im Bauzustand ab etwa 1965 nach dem zweiten Umbau dar.
In einer stabilen großformatigen Faltschachtel findet man die beiden Rumpfhalbschalen, zwei Gussrahmen mit allen wesentlichen Teilen zum Bau des Modells, ein Decal-Blatt und die Bauanleitung.
Gratfrei und ohne Formenversatz präsentiert sich der Guss auf der Höhe der Zeit. Vordere und hintere Tiefenruder, sowie die Seitenruder sind beweglich darstellbar

Revell: Deutsches U-Boot WILHELM BAUER (1/144)

An beiden Rumpfhälften findet sich nur geringe Gratbildung. Neun Passbohrungen mit Stiften garantieren eine gute Passung des 533 mm langen Rumpfes ohne wesentlichen Versatz. Bemerkenswert sind die bekanntermaßen guten Details. Gut dargestellt sind die vorderen Torpedorohrklappen, das Balkon-Gerät, die Flutschlitze für die Tauchzellen im Bugbereich, die Entlüftungsklappen für die Tauchzellen, die seitlichen Flutschlitze und die Kühlwasser-Öffnungen.

Rumpf Rumpf Rumpf

Der unten abgebildete Gussrahmen enthält Display, Deck und Antriebsanlage.

Revell:

Das zweigeteilte Deck ist gratfrei gespritzt und hat filligrane Oberflächendetails wie Entlüftungsöffnungen, Poller und Grätingsklappen über den Akkuluken. Beim Deck wird man allerdings um einige Spachtel- und Schleifarbeiten nicht herumkommen.

DeckDeck

Unten die achteren Stabilisierungsflossen, die beweglich darstellbaren Tiefenruder und die dreiflügeligen Antriebspropeller.

Antriebsanlage Antriebsanlage

Der Spritzling für den Turm beinhaltet den Zentralaufbau in der letzten Version mit dem überdachten Fahrstand und des M1H-Sonars im vorderen Bereich, das Turmdach, die beiden Teile für den Abschluß der neuen 7,5 m Ablauf-Torpedorohre, das Stand- und Nachtluftzielsehrrohr, die Panorama-Sonaranlage, den Seerohrschnorchel und die Radarwarn-Antenne. Ein Klarsichtteil wäre für den Fahrstand die bessere Wahl als die vorhandenen Decals dafür gewesen. Leichte Sinkstellen findet man nur im vorderen überdachten Brückenbereich.

Kommandoturm Kommandoturm

Decals

Der beiliegende Abziehbilder-Bogen ist sauber ohne wesentlichen Versatz gedruckt und enthält u.a. Wasserstandsanzeigen, die Turmkennung, die das Boot als Hilfsschiff ausweist, Decals für die Fenster der Kommandobrücke, Namensschriftzüge für den Turm und das Display, sowie eine Deutschlandflagge.

Abziehbilder

Die Anleitung

Wie üblich bei Revell ist die Bauanleitung in Heftform gehalten und führt den Modellbauer in 21 gut gestalteten und übersichtlichen Baustufen sicher zum Ziel. Sowohl für Beginner und fortgeschrittene Modellbauer dürften hier keine Fragen offen bleiben. Das Farbsortiment bezieht sich ausschliesslich auf Revell-Farben, wobei ich die einzelne Farbangaben (Rumpf in Grau 57 über alles) nicht für besonders authentisch halte. Grau 57 entspricht zwar der Überwassertarnfarbe der Bundesmarine, jedoch dürfte der Anstrich unterhalb der Wasserlinie eher in Anthrazitgrau gehalten gesesen sein. Hier sollte anhand von Originalfotos recherchiert werden, da die Wilhelm Bauer entsprechend den Umbauten verschiedene Anstriche trug. Beispielsweise war der orangerote Streifen am Brückenaufbau später in Gelb gehalten.

Bauplan Bauplan

Quellen

  • Eberhard Rössler U-Boottyp XXI, 7. Auflage 2008, Bernard & Graefe, Bonn

Fazit

Gut umgesetzes Modell vom Erprobungs-U-Boot Wilhelm Bauer der Bundesmarine. Hervorragende Detaillierung, die man schon von Revells Bausatz U 2540 her kannte. Sauberer Spritzguss mit wenigen korrigierbaren Mängeln. Hinsichtlich der Farbgebung sollte recherchiert werden. Die Bausatz der Wilhelm Bauer ist für den an Unterseebooten interessierten Schiffsmodellbauer eine willkommene Wiederauflage von guter Qualität.

Revell: uneingeschränkt empfehlenswert


Jörg