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Tamiya: Komatsu G40 Planierraupe 1/48 Drucken
Donnerstag, 22. April 2010 um 07:00

Tamiya: Komatsu G40 Planierraupe 1/48

Modell: Komatsu G40 Planierraupe
Hersteller: Tamiya
Maßstab: 1/48
Material: Polystyrol
Preis: ca. 11 Euro (Hobby Link Japan)

Mit Ketten und Schieber und dennoch ein Marinefahrzeug!

HĂ€tte man mich kĂŒrzlich gefragt, welches japanische Bodenfahrzeug, in 1:48, meiner Meinung nach, als nĂ€chstes auf den Modellbaumarkt kommen wĂŒrde, hĂ€tte ich vermutlich den Anlass-LKW genannt, da Hasegawa ja bereits Tank-LKW und die normale Pritschen-AusfĂŒhrung im Program hat.
Aber nichts dergleichen. Die Firma Tamiya ĂŒberraschte uns mit einem ebenso ungewöhnlichen, wie begrĂŒssenswerten Modell, nĂ€mlich der Komatsu G40 Planierraupe der Kaiserlichen Japanischen Marine.

Das Original

Nachdem die unaufhaltsam vorrĂŒckenden japanischen Truppen einen US-Amerikanischen Feldflugplatz nach dem anderen einnahmen, erkannten die Verantwortlichen der Marine-Baukompanien, worin der große Vorteil der "verweichlichten" Amerikaner, beim Bau solcher Anlagen lag: sie setzen schweres GerĂ€t ein und dazu gehörten ganz selbstverstĂ€ndlich auch Planierraupen.

Den Japanern wurde schlagartig klar, dass sie auf diesem Gebiet klar im Nachteil waren, da ihre Flugplatze, SplitterschutzwÀlle etc. noch von Hand gebaut wurden. Um hier schnell nachziehen zu können, beauftrage die Marine im Dezember 1942 die Firma Komat(s)u ihren G40 Agrarschlepper zu modifizieren und schnellstmöglich, mit einer hydraulisch betÀtigten Schiebeschaufel ausgestattet, an die Marine-Bautruppen auszuliefern. Von Januar 1943 bis Kriegsende wurde etwa 150 solcher Fahrzeuge gefertigt, ausgeliefert und an allen Fronten eingesetzt.

Nach dem Krieg bildeten diese Fahrzeuge und die Erkenntnisse die Komatsu bei deren Entwicklung gewonnen hatte, den Grundstock fĂŒr die Baumaschinenproduktion der Folgejahre und leisteten somit einen wesentlichen Anteil zum Erstarken der japanischen Maschinenbauindustrie.

Der Bausatz

Tamiyas Planierraupe ist ein wahrer "SchĂŒttelbausatz"!
Teile abknipsen, in eine Schachtel legen, Klebstoff dazu, Deckel drauf, SchĂŒtteln, fertig! Es ist alles unglaublich gut durchdacht, passt wie 'ne 1 und braucht auch nirgendwo Spachtel.

Die DetailfĂŒlle ist trotz der vereinfachten Darstellungsweise des Raupenlaufwerks sehr gut zu nennen. Der Bau dauert, ohne Trocknungszeiten der Farben, ca. drei Stunden. Die einzige Eigenleistung ist an den im Modell glatten HydraulikschlĂ€uchen, sowie an der nicht vorhandenen AufhĂ€ngung der Anwurfkurbel zu erbringen.

Die HydraulikschlĂ€uche sind ohne die Spiralstruktur dargestellt worden, was aus meiner Sicht begrĂŒssenswert ist, da das entgraten eines solchen Bauteils, mit Spiralstruktur, eine wahre Strafe sein dĂŒrfte. Mit einem dĂŒnnen Kupferdraht umwickelt und "satt" mit Farbe ĂŒbersprĂŒht, sehen die SchlĂ€uche richtig gut aus und diese Extradetaillierung dauert höchstens 30 Minuten.
Die Anwurfkurbel hĂ€ngt beim Modell auf "sechs Uhr". Wie das Deckelbild jedoch richtig zeigt, wurde die Kurbel mit einem Gurt auf ca, "zwei Uhr" aufgehĂ€ngt. Dies nachzubilden ist keine große Kunst und sollte auch dem noch ungeĂŒbten Modellbauer leicht von der Hand gehen. Alle weiteren Arbeiten stellen keinerlei Problem dar und laufen "so durch".

Dem Bausatz liegt eine kleine Folie mit selbstklebenden silbrigen Metallteilchen bei, die der eine oder andere Modellbauer schon aus dem Kurogane-Bausatz kennt.
FĂŒr unsere Planierraupe wird nur der "Anker mit KirschblĂŒte" benötigt, der als Emblem der Marine vorn auf dem KĂŒhlergrill plaziert werden muss. Da dieses Emblem "gĂŒlden" und nicht "silbern" war, muss hier noch etwas mit Farbe nachgebessert werden.
Fertig. Mehr gibt es nicht zu sagen. Einfach Spitze.

Moment: ein kleines Manko gibt es doch: der Fahrer. Diese Bauteile sind nicht wirklich zeitgemÀss zu nennen. Das ginge heutzutage besser, aber ich bin mir relativ sicher, dass da bald Abhilfe geschaffen werden wird.

Fazit

Wie auf dem Deckelbild dargestellt ist die G40 Planierraupe bestens dafĂŒr geeignet, auf einem Feldflugplatz-Diorama eingesetzt zu werden. Entweder beim Bau des Platzes oder beim reparieren der Rollbahn und sonstiger Anlagen, nach einem "Kurzbesuch" der USAF, der Navy oder Marines.
Wer baut es zuerst?

Das Modell ist

alt uneingeschrÀnkt empfehlenswert

Olaf