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Containermotorschiff CMS COLOMBO EXPRESS (Revell, 1/700) von Jörg Kuhnert Drucken
Dienstag, 06. April 2010 um 07:00
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Das Original

 

"Das Containermotorschiff (CMS) „Colombo Express“ bedeutete für Hapag-Lloyd den Einstieg in eine neue Schiffsgeneration. Nach nur fünf Monaten Bauzeit wurde das Schiff am 11. April 2005 in Singapur als größtes Containerschiff der Welt getauft. Diesen Titel behielt der Hamburger Riese nur zwei Monate, dennoch ist das bei Hyundai Heavy Industries in Südkorea gebaute Schiff ein Superlativ, das nach wie vor zu den größten Containerschiffen der Welt zählt. Mit 335, 47 Metern Länge und 42, 94 Metern Breite hat es die Größe von drei Fußballfeldern. Bei einer Tragfähigkeit von 103.800 Tonnen verfügt es über eine Stellplatzkapazität für 8.749 20-Fuß-Standardcontainern (TEU = Twenty-foot Equivalent Unit), davon sind 730 Kühlcontainerstellplätze.

Diese Container aneinandergereiht ergeben eine Strecke von 53 Kilometern. Bei maximaler Beladung erreicht die „Colombo Express“ einen Tiefgang von 14,63 m. Die Hauptmaschine leistet 68.640 kW oder umgerechnet 93.324 PS. Sie hat die Größe eines Einfamilienhauses und erzeugt eine Energie, die für den Stromverbrauch einer mittleren Kleinstadt ausreichen würde. Dem Schiff verleiht die Maschine eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Knoten, das sind rund 46 km/h. Dieser umweltfreundliche und sehr effiziente Schiffsdiesel ermöglicht durch eine elektronische Einspritzung und Ventilsteuerung eine Reduktion des Stickoxidausstoßes um bis zu 30 Prozent. Neben der Hauptmaschine stehen auch vier Hilfsdiese mit zusammen 12.052 kW für die Stromversorgung während der Liegezeit im Hafen zur Verfügung. Ein Wellengenerator mit 4.500 kW, der von der Hauptmaschine angetrieben wird, übernimmt die Stromversorgung auf See. Das Ruderblatt misst 74 Quadratmeter, der Propeller verfügt über einen Durchmesser von 9,10 m Länge und wiegt 104 Tonnen. Die Besatzung des unter deutscher Flagge fahrenden Schiffes besteht aus 23 Seeleuten. Im Liniendienst zwischen Europa und Asien eingesetzt, läuft die „Colombo Express“ alle zwei Monate ihren Heimathafen Hamburg an. 
Zur Generation der „Colombo Express“-Klasse gehören sieben weitere Schwesterschiffe: „Kyoto Express“ (2005), „Tsingtao Express“ (2007), „Osaka Express“ (2007), „Hannover Express“ (2007), „Bremen Express“ (2008). Darüber hinaus betreibt Hapag-Lloyd mit der „Chicago Express“ (2006) und der „Kuala Lumpur Express“ (2008) zwei Schiffe dieser Klasse als Ausbildungsschiffe, die für diese Funktion speziell modifiziert sind."

Quelle: Bauanleitung von Revell

 

Das Modell

Gerade auf der Nürnberger Spielwarenmesse von der Zeitschrift Modell Fan zum Modell des Jahres 2010 gekürt, bietet der Revell-Bausatz der CMS Colombo Express schon OOB gebaut ein beeindruckendes Modell.
Im beliebten Sammlermaßstab 1/700 gab es bisher nur wenige Kits von modernen Handelsschiffen. So hat auch der Bündener Modellriese Revell absolutes Neuland betreten und Erfolg gehabt.
Revell hat das Modell der Colombo Express gut recherchiert. Mit 226 Einzelteilen ist die Teilezahl des Bausatzes an sich relativ hoch, jedoch überwiegen die Teile der Containerblocke. Mit 479 mm in 1/700 ist das Modell zwar ein Gigant, aber der Bau geht gut von der Hand, vorausgesetzt man plant in sinnvollen Baugruppen.
Eine gute Passgenauigkeit erleichtert die Montage beispielsweise auch der beiden Rumpfhälften, die durch Quertraversen stabilisiert werden. Dennoch fallen hier schon einige Spachtelarbeiten an.

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Modell Colombo ExpressModell Colombo Express
 
Den Containerbau sollte man sorfältig nach den vorbezeichneten Baustufen der Anleitung planen, die einzelnen Containerblöcke nach vorgegebenen Nummern zeichnen, da es verschiedene Blockhöhen und Blockbreiten gibt.
Der Rumpf ist relativ gut zu lackieren. Zum Einsatz kamen Revell-Farben für das Überwasserschiff und ein Antifouling-Red von White Ensign Models für unterhalb der Wasserlinie, was mir authentischer erschien, als der von Revell angegebene Farbton. Für die Container selbst wurde ein Hapag-Lloyd-Gelb angemischt. Der Containerbau ist mit das aufwändigste am ganzen Bausatz. Auch der komplexe Brückenaufbau ist im Bau und Lackierung etwas umfangreich.
 
Modell Colombo Express Modell Colombo Express Modell Colombo Express
 

Etwas problematisch sind nur die Decals für die Containerblöcke. Vorweg sollte man in die einzelnen Baustufen schauen, da hier die einzelnen Decals mit Nummern bezeichnet sind. Der Decalfilm ist durchgänging und nicht gerade dünn. Das gibt Probleme beim Auftragen, so dass man ohne sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds mit Glanzlack und Weichmacher nicht auskommen wird. Erst damit schmiegt sich der Trägerfilm an die Strukturen der Containerwände und verhindert ein silvern. Aber auch hier geht es trotz allem nicht ohne Nachbearbeitung. Es bliebe allein die aufwändige Möglichkeit, die Decals einzeln auszuschneiden und aufzubringen, was bei 46 Containerwänden schon nervig werden kann, so dass ich hier verzichtete. Das Gesamtergebnis war zwar nicht hundertprozentig zufriedenstellend, aber akzeptabel.

 
Modell Colombo ExpressModell Colombo Express
 
Rein OOB gebaut war das neue Revell-Modell für mich eine willkommene Abwechslung zu meinen anderen Bauprojekten. Bleibt zu hoffen, dass Revell noch mit ähnlichen Schiffen nachlegt 
 

Jörg