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Revell: SMS Emden 1/350 Drucken
Montag, 21. Februar 2005 um 20:59



Modell: Leichter Kreuzer "SMS Emden"
Hersteller: Revell
Maßstab: 1/350
Art. Nr. 05039
Preis: nicht mehr erhältlich, hin und wieder auf eBay. Einzelne Händler könnten es als Restposten haben.

Technische Daten des Originals


Kiellegung: 1.11.1906 (Kaiserliche Werft in Danzig)
Stapellauf: 26.5.1908
Indienststellung: 10.7.1909
Verbleib: am 9.11.1914 bei den Cocos-Inseln nach einem Feuergefecht mit der stärkeren HMAS Sydney zerstört
Antrieb: 2 Dreizylinder Dreifach-Expansionsmaschinen, die auf 2 Propeller wirkten
Verdrängung: 4268t
Länge: 118.30m
Breite: 13.50m
Tiefgang: 5.54m
Geschwindigkeit: 23.4 Knoten
Bewaffnung: 10x10.5cm-Kanonen auf Lafetten; 8x5.2cm-Kanonen, 2x8mm-Maschinengewehre, 2x45cm Torpedorohre
Besatzung: 361

Geschichtliches

(aus : www.fregatte-emden.de)
Der Kleine Kreuzer S.M.S. Emden hat sich im Ersten Weltkrieg bei Freund und Feind hohes Ansehen erworben. Das ist zum größten Teil seinem Kommandanten, Fregattenkapitän Karl von Müller, zu verdanken. Die Geschichte des Schiffes, das im Indischen Ozean auf Kaperfahrt war, ist in der Tat einmalig.
Erste Auslandsreise
Elf Tage nach der Indienststellung am 1. April 1910 brach die Emden von Kiel aus zu ihrer ersten Auslandsreise auf; am 10. Mai 1910 ankerte sie vor Montevideo. Sie fuhr dann weiter über Punta Arenas, Valparaiso, Talkahuano und Papeete/Tahiti nach Apia/Samoa, wo sie dem Kreuzergeschwader unter Konteradmiral Gühler unterstellt wurde. Am 17. September traf sie in Tsingtau ein, ihrem neuen Stützpunkt.
Die Mobilmachung
Der Befehl zur Mobilmachung erreichte die Emden am 2. August 1914. Die Emden wurde aus dem Kreuzerverband entlassen und und in den Indischen Ozean beordert, wo sie Kreuzerkrieg führen sollte. In der Folge machten sich Schiff, Besatzung und Kommandant dadurch einen Namen, indem die Emden - auf sich gestellt - einen überaus erfolgreichen Kaperkrieg führte. Der war notwendig, da die deutsche Flotte fern der Heimat ohne Stützpunkt operierte. Aufgrund der Art und Weise, wie Kommandant von Müller mit der Besatzung der aufgebrachten Schiffe umging, brachte ihm später den Namen "Gentleman of the war" ein. Die Kreuzerkriegführung der SMS Emden galt in der ganzen Welt als bestes Beispiel für Tatkraft und Ritterlichkeit im Krieg.
Der 9. November 1914
Am 9. November 1914 ereilte die Emden ihr Schicksal. Morgens näherte sich die Emden der Nordinsel (North Keeling Island), einer Insel, die zur Cocos-Inselgruppe gehört, um eine dort befindliche Funkstation der Briten zu zerstören. Ein Landungszug unter der Führung des IO, Kapitänleutnant von Mücke, war an Land gegangen.
Gegen 9.15 Uhr kamen Rauchwolken in Sicht, die man erst später der HMAS Sydney zuordnete. Um 9.20 Uhr wurde das Gefecht eröffnet. Gegen Mittag war das Gefecht beendet. Die Emden lief mit Maximalfahrt auf ein Riff, wo sie brennend liegen blieb.

Das Modell


Das Modell besteht aus 5 Gussästen, die durchwegs sauber und gratfrei gegossen sind. Einsinkstellen gibt es kaum, und die Ausdrückermarken sind da, wo man sie sehr schlecht sieht. Dazu kein Versatz und kein "Flash". Was will man mehr?



Die Plattenstruktur des Rumpfes ist filigran dargestellt, und die Bullaugen sind ausgebohrt, und nicht nur angedeutet. Insofern ein sehr guter erster Eindruck. Etwas grob wirkt hingegen die Decksbeplankung. Im Maßstab 1:350 hätte sie feiner ausfallen dürfen.


Revell hatte noch das Schwesterschiff, die SMS Dresden, im Programm. Das erklärt auch, warum die Gegend bei den Schrauben ein extra Teil ist, und nicht zusammen mit dem Rumpf modelliert wurde - die SMS Dresden hatte vier Schrauben, die SMS Emden nur deren zwei.
Der Rumpf ist als Vollrumpf dargestellt, aber die Wasserlinie ist gut sichtbar, falls man ein Wasserlinienmodell machen möchte.
Die Details: Ein Negativpunkt sind die 6 Kanonen auf dem Deck. Im Modell sind dies geschlossene Türme, aber in Wahrheit waren das Kanonen auf einer Lafette, die ein Schutzschild besaß, also nach hinten offen war. Revell hat das etwas zu einfach gelöst, man sollte einfach die Rückwand der Kanone Schwarz bemalen... Aber so hat der versierte Bastler die Möglichkeit, sein Können unter Beweis zu stellen, und das zu korrigieren.
Was man auch verbessern könnte ist die Kommandobrücke. Fenster sind keine vorhanden, man kann sie mittels Decals darstellen. Dies sind aber Details, die die Gesamtqualität des Bausatzes nicht abwerten sollen.


Zum Thema Decals - es sind wenige vorhanden. Die Kriegsflagge, die Namensschilder, das Wappen der Stadt Emden (für den Bug), sowie das Namensschild für den einfachen Standfuss und eben die "Fenster". Positiv ist dass das gesamte Flaggen-ABC ebenfalls dabei ist.

Die Anleitung


Sehr übersichtlich und groß wird der Zusammenbau in 20 Schritten erläutert. Positiv ist, daß auch die Takelage (inkl. Farben!) angegeben ist. Als "Bemalungsmöglichkeiten" gibt es zwei Varianten - den weiß-gelben Tropenanstrich (1910-1913) und den hellgrauen Standardanstrich (1914). Die meisten Modellbauer werden sich für die attraktive Tropenvariante entscheiden, sie ist irgendwie typischer für diese Zeit. Negativ ist zu werten, daß Revell bei den Farbangaben etwas knauserig ist und nur die eigenen Farben angibt.

Fazit


Ein schönes Modell eines schönes Schiffes. Vom technischen Standpunkt her gibt es an diesem Modell herzlich wenig auszusetzen. OOB gibt es ein schönes Modell, und lässt sich mit Photoätzteilen von Goldmedalmodels weiter verfeinern.
+ Qualität des Bausatzes, Details
+ Schiff mit einer interessanten Geschichte
+ Bauanleitung
- Kanonen falsch dargestellt